Auf dem Marktplatz Grenchen lag am Samstagnachmittag an vielen Ecken spürbar Spannung in der Luft. An der einen Stelle floss sogar Strom, während gleich nebenan für ein spritziges Vergnügen mit vollem Einsatz Wasser gepumpt wurde.

Ja, der Energieverbrauch war an der «Chinderolympiade», organisiert durch die SWG, einmal mehr deutlich angestiegen: Das Spielvergnügen und die körperliche Aktivität verbrannten zusätzliche Kalorien, die natürlich ein wenig später an der Sirupbar mit einem Becher voller Gummibärchen, oder im Festzelt mit Würstli im Brot wieder aufgefüllt werden mussten.

An Bewährtem festgehalten

Die «Chinderolympiade» fand heuer zum zehnten Mal statt. Auf ein spezielles Programm wurde aber verzichtet. «Wir haben bewusst am bewährten Konzept festgehalten und wie immer bei den Spielen ein bisschen Abwechslung eingebracht», sagte Sonja Hofstetter, Marketingverantwortliche der SWG. Ziel sei es gewesen, einen Anlass für die ganze Familie zu schaffen, mit einem Spielangebot, das die Kinder zu Hause nicht haben.

Der ursprüngliche Beweggrund aber, erzählt Hofstetter von den Anfängen der «Chinderolympiade», war es, einen Beitrag zur Belebung des Marktplatzes zu leisten. Und diesem wurde heuer besonders Rechnung getragen. Während gewöhnlich 100 bis 150 Kinder am Postenlauf mitmachten, schätzte Hofstetter die Teilnehmerzahl dieses Jahr auf gegen 250, wobei das sonnig warme Wetter bestimmt Wesentliches zur rekordverdächtigen Teilnehmerzahl beigetragen hat.

So ging es am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz bunt zu und her. Bis zu fünf Kinder mit samt ihren Eltern versammelten sich bisweilen rund um das kleine, mit Wasser gefüllte Bassin. Hier galt es, die darin badenden Plastikenten zu fischen. Geduld war also gefragt, während bei einem anderen Posten – ebenfalls mit Wasser im Spiel – weit mehr Action aufkam: Das Zielspritzen auf Büchsen war nicht nur ein grosses Vergnügen für alle, sondern stiftete Schlitzohren auch noch zu Spässchen an. Für Postenbetreuer und Zuschauer bestand daher durchaus ein gewisses Risiko, ein paar Spritzer ab zu bekommen, was man aber mit Humor nahm.

Schminken fand viel Anklang

Demgegenüber war die Atmosphäre bei einem Klassiker weit gemütlicher: die Schminkstation. Sie war aber für Kinder und Zuschauer nicht weniger interessant, im Gegenteil. Angesichts des Resultats nahm man hier bis zu einer Stunde Wartezeit sogar gerne in Kauf. In der Zwischenzeit sahen selbst Kinder fasziniert zu, wie mit Schwamm, Pinsel, farbiger Schminke und schliesslich noch ein bisschen Glitzer ein Schmetterling, ein Löwe oder ein Clown auf dem Gesicht des vordersten Kindes entstand. Dieses schloss ab und zu die Augen und schien das leichte Kitzeln des Pinsels sichtlich zu geniessen.

Natürlich war auch die Hüpfburg wieder eine Attraktion, wo die Schuhe jeweils ruck zuck ausgezogen und die Dreikäsehochs in der Burg verschwunden waren. Derweilen sorgte «der heisse Draht» für Nervenkitzel. Darin wollten sich selbst jene versuchen, die für die obersten Drahtwindungen auf den Zehenspitzen balancieren mussten. «Olympiade» hin oder her – für die Teilnehmenden stand offensichtlich der Spassfaktor ganz zuoberst. Nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie bot die «Chinderolympiade» grosses und vielseitiges Spielvergnügen.