An diesem zweiten Mittwoch in den Sportferien verabschiedet sich der Tag mit einem schönen Abendrot und milden Temperaturen. Wer das letzte Tageslicht noch erwischt, kann vom Parkplatz durch den Wald zur Piste hinüber fahren. Wenn es einnachtet wird dieser Abschnitt, der nicht beleuchtet ist, gesperrt. Es danken Hase und Reh, wenn sie nachts nicht von Skifahrern gestört werden.

Heimelige Atmosphäre

Das Skilift-Hüsli erscheint in warmes Licht getaucht, ein Ghettoblaster verbreitet gute Stimmung, läuft aber zum Glück nur zeitweise. Denn mindestens so reizvoll ist die Stille in der erleuchteten Waldschneise, die nur durch die Skifahrer und das leise Klappern der Bügel an den Masten gestört wird. Wer nicht direkt in einem Lichtkegel der Pistenbeleuchtung steht, kann den klaren Sternenhimmel bewundern. Nicht weit weg hört man den Ruf eines Käuzchens.

Nachtskifahren auf dem Grenchenberg im Februar 2017

Nachtskifahren auf dem Grenchenberg im Februar 2017

Sicher gut 30 Personen, die meisten von ihnen gute bis sehr gute Skifahrer von einem Skiclub, toben sich an diesem Abend beim Nachtskifahren aus. Die Piste ist hervorragend präpariert, hart, aber griffig. Die Skiclub-Leute setzen Kippstangen und üben wohl fürs nächste Rennen.

Günstiger Preis

Nach einem Obulus von 16 Franken, hat man freie Fahrt. Dies ist nicht teuer, wenn man bedenkt, dass man den Lift dafür zweieinhalb Stunden benutzen kann. Und das, ohne anzustehen.

Gesünder als ein Kinoeintritt ist es allemal. Wer etwas Gas geben will, kann es ausgestalten wie ein Intervalltraining: Eine Minute runterfahren, drei Minuten am Bügel. Das schlaucht dann nach einigen Wiederholungen aber schon zünftig. Der Nordhang – (das Geheimnis, dass der Schnee hier oft lange liegenbleibt) hat eine ideale Neigung für lange und kurze Schwünge, der obere, flachere Teil ist auch für Anfänger kein Stress.

Am Bügel kommts zu einem kurzen Gespräch mit einem Skifahrer. Man traut seinen Ohren kaum, als der Mann erzählt, er komme aus Deutschland und verbringe seine Ferien (auch sommers) regelmässig in der Region Grenchen. In den Skiferien besuchten die Kinder dann die hiesige Skischule, erzählt er.

Noch nächste Woche

Am Pistenrand sitzt eine kleine Snowboarderin. Sie ist etwas frustriert, weil es nicht ganz so läuft, wie gewünscht. Doch Mama ist nicht weit und gibt Tipps. Andere Kids stürzen sich mutig im Stemmbogen in den Hang und die Sportler wetzen so eng durch die Tore, das die Kippstangen knicken und klappern. Fast gespenstisch huschen die Schatten durch die Landschaft.

Schon bald wird Lichterlöschen sein und nur noch der Ruf des Kauzes zu hören. Die Skifahrer sitzen dann beim Nachtessen im Bergrestaurant. Denn auch stilvolles Après-Ski ist möglich auf dem Hausberg.

Drei Nachtpisten zur Auswahl

Das Nachtskifahren wird vom Skilift inzwischen in der 3. Saison betrieben. Vorgesehen ist eine Durchführung bis zum 24. Februar, sofern es die Verhältnisse zulassen. Laut Skilift-Sprecherin Pascale Ris ist das Publikumsinteresse «ziemlich unterschiedlich». Man könne nie im Voraus sagen, wie viele Leute kommen, auch nicht, dass das Interesse zum Beispiel am Freitag grösser sei als am Mittwoch.

Dass es mit dem Nachtskifahren aber weiter gehen soll, ist für die Betreiber klar, solange sich noch Leute finden, die mithelfen, denn die meiste Arbeit wird ehrenamtlich gemacht. Auch hat man auf diese Saison hin eine Kooperation mit den Skigebieten begonnen, die beide ebenfalls Nachtpisten betreiben: Balmberg und Prés d’Orvin. Käufer des jeweiligen Saison-Abos erhalten zwei Freikarten der anderen Gebiete. Ris erwähnt auch das grosse Engagement der Stadt, welche den kleinen Skilift betreibt und auch das Pistenfahrzeug zur Verfügung stellt.
Laut Angaben der Organisatoren finden sowohl das Parlamentarier-Skirennen (heute 13 Uhr) als auch das Volksskirennen am Sonntag um 11 Uhr statt (Anmeldung vor Ort bis 10 Uhr möglich).