Selbst der grösste Bus des Busbetriebs Grenchen und Umgebung erwies sich angesichts der vielen an der Waldbegehung interessierten Personen zu klein, und so musste ein Teil auf ein Waldbegehungen Kleinbus ausweichen. Nach der Busfahrt auf den Untergrenchenberg begrüsste Franz Schilt, Bürgerpräsident der Bürgergemeinde, die Anwesenden, bevor Förster Patrik Mosimann in seiner Ansprache erklärte, dass trotz Jahr des Waldes für einmal nicht nur der Wald im Zentrum des Anlasses stehe. Als Referent war dieses Jahr der SWG-Geschäftsleiter Per Just, welcher an zwei Stopps während des Rundganges über das Grenchenberg-Plateau das aktuelle Thema Windkraft und Photovoltaik aufgriff.

Radar für die Zugvögel

Just informierte die Interessierten über den aktuellen Stand der Dinge beim geplanten Windkraftpark direkt am zukünftigen Standort. So hat das Plateau zwischen dem Unter- und dem Obergrenchenberg für Schweizer Verhältnisse ein überdurchschnittlich hohes Potenzial, um mit Windenergie Strom zu produzieren. «Der Kanton gab in seiner Studie im 2008 vor, dass die potenziellen Standorte mindestens einen Durchschnitt von 4,5 Metern pro Sekunde Windgeschwindigkeit aufweisen müssen», so Just. «Hier haben wir einen Durchschnitt von 6,5 Metern pro Sekunde.» Zum Zeitpunkt des Referates blies der Wind fast doppelt so stark über die Jurahöhen und untermalte eindrücklich die Möglichkeit der Windenergienutzung.

Die Messdaten werden momentan von zwei hohen Masten gesammelt. Wichtig sind für die Planung aber nicht nur die Windstärke, sondern auch die Zugvögel und die Fledermäuse (wir berichteten). Für Erstere soll im geplanten Windpark ein Radar eingebaut werden, welcher durch die Anlage abschalten soll, sobald sich ein Schwarm Zugvögel nähert. Dieses Extra wäre ein Novum in der Schweiz, wie Just erklärte.

Als Antwort auf die Frage eines Teilnehmers, von wo der Windpark einsehbar wäre, musste der SWG-Geschäftsleiter einen Konflikt zugeben. Es gelte die Regel: je höher die Anlage, desto mehr Energie werde produziert. Andererseits würden höhere Anlagen auch besser sichtbar sein, so Just. «Mit den geplanten, ohne Rotorblätter 100 Meter hohen Anlagen werden die Windräder etwa ab der Grenchner Stadtmitte sichtbar sein.»

Trockenheit schadet dem Wald

Bei einem weiteren Stopp in einem Stück Niederwald erklärte Patrik Mosimann den Nutzen des Waldes. Aber der Wald habe in den vergangenen Monaten zu wenig Wasser bekommen. Mosimann bezog sich dabei auf den trockenen Herbst 2010, den schneearmen Winter 2011 und den überaus heissen Frühling 2011. Das fehlende Wasser werde sich in absehbarer Zeit auch auf die Bäume auswirken. Andererseits hatte der Wald in Grenchen auch Glück und wurde von den heftigen Gewittern in der Nacht auf den 13. Juli verschont.

«Trotz starkem Franken und tieferen Holzpreisen sehen wir optimistisch in die Zukunft», sagte Mosimann bezüglich der wirtschaftlichen Aspekte. Grund dafür seien auch die geplanten Wärmeverbunde in der Region.

An der Wandfluh mit Blick auf das Dach des Berghofes Obergrenchenberg erläuterte Per Just zum Abschluss ein weiteres Projekt, dass früher als der geplante Windpark realisiert wird: Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der beiden Berghöfe. Damit könne total 109 Kilowatt Leistung generiert werden.