Weihnachtsausstellung
Grewa geht nach 9 Jahren Pause in die nächste Runde

Morgen Freitag wird die «neue» Grewa eröffnet. Die erste Grenchner Weihnachtsausstellung wurde am 11. November 1977 im Eusebiushof eröffnet. Sie war die Antwort des Grenchner Gewerbes auf die wirtschaftlich äusserst schwierige Zeit.

Rainer W. Walter
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Die Weihnachtsausstellung «Grewa» zeichnet sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus.

Die Weihnachtsausstellung «Grewa» zeichnet sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus.

Keystone

In der kürzlich erschienen Jubiläumsschrift «Lebendiges Gewerbe» des Grenchner Gewerberverbandes würdigte die Historikerin Angela Kummer in einem Artikel die Geschichte der Grewa, der Weihnachtsausstellung der Grenchner Gewerbetreibenden im Eusebiushof. Die erfolgreiche Ausstellung war die herausfordernde Antwort des Gewerbes auf die damals herrschende missliche Wirtschaftslage.

Nach 1970 erlebte die hiesige Uhrenindustrie einen starken Einbruch, und man sprach eher verharmlosend von einer «Rezession». Betroffen waren vor allem die vielen hundert Pendlerinnen und Pendler, die Tag für Tag nach Grenchen reisten.

Diese gaben morgens in den Grenchner Detailhandelsgeschäften ihre Bestellungen ab und holten abends vor der Heimreise die vorbereiteten Waren. Mit dem Ausbleiben der Pendler blieben auch die Bestellungen aus. Die Gewerbetreibenden der Stadt, vor allem die Detaillisten, erlitten starke Einbussen.

Gegensteuer gegen die Uhrenkrise

Doch man wollte sich nicht unterkriegen lassen und beschloss, mit einer Weihnachtsausstellung, die jeweils bereits im November stattfinden sollte, Gegensteuer zu geben: Die Ausstellung im Eusebiushof zeichnete sich von allem Anfang an durch einen hohen Qualitätsstandard aus.

Die einzelnen Stände waren hervorragend dekoriert, und Willy Schneider, der für den Aufbau und die Gestaltung der Ausstellung verantwortlich war, achtete streng darauf, dass nichts «Halbbatziges» und kein Pfusch im Eusebiushof das Gesamtbild störten.

Gefühl von Solidarität

Der grosse Erfolg der Grewa war auf verschiedene Details zurückzuführen: Einmal bewiesen die Gewerbetreibenden, dass sie den Vergleich mit Unternehmen in grösseren Städten nicht zu fürchten hatten. Hinzu kam, dass die Grewa in der gesamten Bevölkerung das Gefühl von Solidarität förderte. Nicht zuletzt wurde die Grewa von allem Anfang an zu einem echten Treffpunkt.

Die Ausstellung wuchs und wuchs, und bald musste auch die alte Turnhalle in die Ausstellung integriert werden. Die Sanierung der historischen Turnhalle erfolgte nicht zuletzt, um auch in Zukunft der Grewa Raum zur Präsentation zur Verfügung stellen zu können.

Nach neunjähriger Pause knüpft die Grewa 2011 an ihre grosse Geschichte an.

Die Öffnungszeiten: Freitag, 25. November, 17 bis 21 Uhr (Restaurationsbetrieb bis 22 Uhr); Samstag, 11 bis 21 Uhr (Restaurationsbetrieb bis 22 Uhr); Sonntag, 27. November, 11 bis 17 Uhr.

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