Oscar-Verleihung
Grenchnerin macht den Promis die Nägel schön

Seit 24 Jahren lebt die Nagel-Designerin Marlise Kölliker in Grenchen. Unter anderem betreibt sie ein Nagelstudio in Biel. Heute reist sie nach Los Angeles, um den Promis für die Oscar Verleihungen in Hollywood die Nägel zu machen.

Olivia Schmidiger
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Pamela Anderson war Kundin bei Marlise Kölliker Enrique Munoz garcia

Pamela Anderson war Kundin bei Marlise Kölliker Enrique Munoz garcia

Solothurner Zeitung

Um an die Stars ran zu kommen, brauche es eine gute Portion «Vitamin B». Marlise Kölliker hat zum Glück eine gute Freundin in Los Angeles. Diese arbeite für die A-Promis und habe auch gute Beziehungen zu deren Agenten. «Die Agenten organisieren alles im Hintergrund», erklärt Kölliker. «Ohne die geht gar nichts.» Marlise Kölliker ist Nageldesignerin und Unternehmerin, bereits heute fliegt sie nach Hollywood, um an den Oscar Verleihungen den Stars und Sternchen die Nägel zu machen.

Schon letztes Jahr an den Golden Globes, sammelte sie Erfahrungen mit den A-Promis. «Für die Verleihungen werde ich ihnen nur eine Maniküre machen. Sonst lenken die Nägel zu sehr vom Kleid ab. Interessant dürfte es allerdings werden, wenn sie später an die Privatpartys gehen.» Da werde sie auch Nägel richtig designen und gestalten dürfen. Wichtigste Voraussetzung bei der ganzen Sache sei Diskretion. Bereits im Vorfeld musste sie einen Stillschweigevertrag unterschreiben.

Wie Stars zum Produkt werden

Weil sie die Stars ungeschminkt und natürlich erlebe, dürfe sie keine Fotos machen. Sie dürfe auch keine privaten Details über die Promis weitererzählen. «Die sind total relaxed und erzählen von ihren Familien oder welche Partys sie noch besuchen werden. Das ist super spannend.» Man merke, dass die Stylisten sozusagen ihre Freunde seien. Sie seien wichtig, damit die Stars zu dem Produkt werden, als welches man sie kennt. «Man hat oft den Eindruck, dass die Promis zickig sind, aber das sind sie ganz und gar nicht. Sie sind ganz locker und lassen sich sogar von mir beraten», erzählt Marlise Kölliker.

Die Oscar-Verleihungen mache sie nicht wegen des Geldes. Es sei wichtig für ihren guten Ruf. An den Golden Globes letztes Jahr durfte sie Zoë Saldana, bekannt aus «Avatar», in deren Haus die Nägel machen.

Marlise Kölliker ist sich sicher, dass sie dieses Jahr wieder zu einem Star nach Hause darf. «Wenn man seine Arbeit gut macht, ist die Chance gross.» Auch sage man niemals Nein, wenn man gefragt werde. «Man nimmt alles, was man bekommt, sonst macht es jemand anderes. Und das wäre schlecht fürs Image.»

Kreativität und Hektik

Was sie am Nägeldesignen fasziniere, sei hauptsächlich die Kreativität. Als Marlise Kölliker 1984 nach Amerika reiste, sei sie von den vielen schönen und langen Nägeln so begeistert gewesen, dass sie dieses Handwerk gleich selber habe erlernen müssen. Etwas später übernahm sie ein Beauty-Center und arbeitete neben ihrem Beruf als Direktionsassistentin als Nagel-Designerin.

Kölliker reist viel in der Welt umher. Sie gibt Schulungen und ist in der Jury der Europameisterschaft im Nagel-Design. 2008 arbeitete sie sogar in China. Sie habe sich im Nail Business einen sehr guten Namen erarbeitet. 2011 sei sehr hektisch, sie habe erst vor etwa 14 Tage erfahren, dass sie nach Hollywood könne. Und wenn sie dann wieder in die Schweiz komme, müsse sie gleich weiter an die Beauty-Fach-Messe in Zürich, wo sie einen eigenen Stand habe.Jetzt sei sie aber erst einmal gespannt, welchen Stars sie diese Woche die Nägel machen werde. «Am liebsten wäre mir eine Oscar Preisträgerin, aber das kann man im Voraus nie wissen».

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