Jubiläumstagung

Grenchner Wohntage blicken nach vorn

Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wurde am Morgen von Ernst Hauri, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen (links) und Stadtpräsident François Scheidegger (rechts) empfangen.

Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wurde am Morgen von Ernst Hauri, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen (links) und Stadtpräsident François Scheidegger (rechts) empfangen.

Unter dem Titel «Zukunft Wohnen: Qualität und Innovation als Schlüssel zum Erfolg» fand heute die Fachtagung der 20. Grenchner Wohntagen statt. Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann forderte dazu auf, Neues auszuprobieren.

Die Grenchner Wohntage jähren sich 2015 zum zwanzigsten Mal. An der Jubiläumsveranstaltung forderte Wirtschaftsminister Schneider-Ammann die betroffenen Kreise dazu auf, mit neuen Bau- und Wohnformen, mit neuen Technologien und mit neuen Vermietungs- und Eigentumsmodellen zu experimentieren.

Felix Walder, stellvertretender Direktor BWO, erläuterte anhand des periodisch weiterentwickelten Wohnungs-Bewertungs-Systems WBS, wie sich die Qualitätsvorstellungen im Wohnungsbau seit 1975 verändert haben und wie in der heute lancierten Fassung WBS 2015 mit neuen Kriterien den anstehenden gesellschaftlichen und raumpolitischen Herausforderungen Rechnung getragen wird.

Innovative Wohnprojekte

Die anschliessend vorgestellten innovativen Projekte aus der ganzen Schweiz zeigten, wie Wohnraum mit hohem Gebrauchswert zustande kommt, die Solidarität zwischen den Generationen gestärkt, der Konsum von Boden und Energie gedrosselt und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert werden kann

Für bereits realisierte Vorhaben wie die Siedlung mehr als wohnen in Zürich oder das Mehrgenerationenhaus Giesserei in Winterthur liegen erste positive Erfahrungswerte vor. Die Stadt Meyrin erprobt zurzeit ein ambitioniertes Mitwirkungsverfahren, das bei der Gestaltung der Aussenräume im Ecoquartier Les Vergers sowohl die künftige Bewohnerschaft als auch die ansässige Bevölkerung einbezieht.

Das Projekt MetamorpHOUSE sucht in Zusammenarbeit mit Gemeinden nach Wegen, wie Eigentümer für die sanfte Verdichtung und Revitalisierung von Einfamilienhausquartieren gewonnen werden können. Die geplante Überbauung Vitis in Boudry (NE) illustriert vorbildlich den Anspruch an eine optimale Einbettung von Neubauten in die Natur.

Auch beim Pilotprojekt Fröschmatt der Stadt Bern steht neben der Biodiversitätsförderung im Wohnumfeld das sinnliche Erleben der Natur für den Menschen im Vordergrund.

In drei weiteren Referaten wurde dargelegt, wie dank technischen Neuerungen, gesellschaftlichen Innovationen und geschickter Verknüpfung mit Arbeiten sowie Produktion von Lebensmitteln und Energie der Wohnraum künftig optimal und im Interesse aller effizienter und umweltschonender genutzt werden könnte. Aus Anlass des Zukunftstages haben zudem Jugendliche aus Grenchen ihre Vorstellungen zum Wohnen in 50 Jahren präsentiert.

Grenchner Neuntklässler performen an den Wohntagen

Grenchner Neuntklässler performen an den Wohntagen

Mehr zu den Wohntagen

Der von rund 250 Personen besuchte Anlass zum Thema «Zukunft Wohnen: Qualität und Innovation als Schlüssel zum Erfolg» fand am 12. November im Rahmen der Grenchner Wohntage 2015 statt. Die Öffentlichkeit kann bis zum 14. November, jeweils um 19 Uhr, das von der Stadt Grenchen in Zusammenarbeit mit MG-Compagnie produzierte Freiluftspektakel besichtigen, das einen gut 30-minütigen virtuellen Spaziergang durch Grenchen bietet. Die von Schülern realisierte Ausstellung «Wohnen in Grenchen – gestern, heute, morgen» ist noch bis zum 30. November auf dem Marktplatz zu besichtigen. Hinweise zu den weiteren Veranstaltungen der Wohntage sowie die Tagungsunterlagen sind unter www.grenchnerwohntage.ch verfügbar.

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