Bereits vor Konzertbeginn wies auf dem aufgebauten Podium vieles auf ein besonderes Musikerlebnis hin. Tische und Bänke waren überstellt mit seltsamen Musikinstrumenten. Ein Bockhorn war auszumachen, ein Gemshorn, Serpent, Glasharfe und eine deutsche Hirtenflöte, die die Mehrheit als Dudelsack bezeichnen, waren bereit.

Klangerzeuger, welche die Fantasie der Anwesenden beflügelte. Als «Franzdampf» in allen Gassen erwies sich dann der «symbadische» Multiinstrumentalist Schüssele. Ob mit der Lure, einer bronzezeitlichen Kriegstrompete, ob mit Krummhorn oder mit dem Rankett, Franz Schüssele macht Musik mit allen Instrumenten, die ihm in die Hände kommen. Er spielt sie mit grossem Können und sorgt mit modernen Melodienfolgen auch für ein Wiedererkennen beim Publikum.

Mit Hosensackinstrumenten, wie der vietnamesischen Maultrommel oder der Okarina, entführte der Virtuose die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche in eine spannende Zeitreise, die mit steinzeitlichen Tönen aus Kuhhörnern begann.

Der Herr der Orgel

Eric Nünlist stand ihm in nichts nach, konzertierte auf der Kirchenorgel und der Baldachinorgel, zeigte sich als kundiger Begleiter der archaischen Lurenklänge und spielte Balsammusik, die jede Träne trocknete. Die kurzen, in trockenem Humor vorgetragenen Erläuterungen Schüsseles zu Geschichte und Herkunft der Instrumente, die manche wohl zum ersten Mal sahen und deren Klang hörten, stiessen auf grosses Interesse.

Franz Schüssele, der Lehrbeauftragte für Posaune an der Universität in Freiburg, sorgte auch mit dem Alphorn und einem selbst kreierten Alpensousafon für Furore.

Eric Nünlist hingegen nahm den Faden auf und «tobte» sich an der Orgel mit dem Marsch von John Antonio de Sousa «Washington Post» aus. Schüssele, der im Schwarzwald Geborene, wählte für diesen Part sein Alperidoo und entlockte ihm Töne, die in der Zwinglikirche noch nie gehört wurden.

Das Publikum genoss die äusserst gut gemachte Performance der beiden Musiker. Als als Zugabe die schrägen Bauernregeln aus der Feder von Franz Schüssele verkündet wurden, natürlich musikalisch umrahmt, schloss sich ein Gesamtkunstwerk, das von den begeisterten Konzertbesuchern mit grossem Applaus aufgenommen wurde. Wer das Neujahrskonzert, Ausgabe 2014, verpasst hat, ist selber schuld.