gen boten die Akteure am Fasnachtsumzug den, trotz garstigen Witterungsbedingungen, zahlreich erschienen Zuschauenden: «Monschtrööse» Wagen mit träf-witzigen Sprüchen und viel Betrieb, tolle Fusstruppen und natürlich kakofonische Klänge jeder Art.

Die «Hilari Broders» führten den Umzug an. Diesmal fläzten sie sich – auch schon 35-jährig – in Kino-Sessel. Gut beschützt von einem mächtigen, überdimensionierten Hut, liessen sie es sich aber doch nicht nehmen, ihre Blues- und Rockhits in den wolkenverhangenen Himmel zu schmettern. Die «Aare-Schnägge» aus Selzach hatten sich die Spielleidenschaft zum Thema erkoren und animierten auf und neben dem Wagen zu Poker, Black-Jack und Roulette.

Die «Schuelschwänzer» feierten ihr 20-Jahr-Jubiläum mit Kostüms von ausgesuchter Eleganz, die Gesichter bedeckt von edlen Halbmasken. Während die Kleinsten aus dem Wagen heraus das Narrenvolk mit Konfetti bedachten, schränzten die übrigen aufs Feinste.

Natur in die Strassenschluchten Grenchens brachten die «Mooswichteli» mit ihren zauberhaften Waldgesellen. Die «Wöudbach Blosofoniker» kamen als gfürchig-gehörnte Weltraumgestalten daher, deren durchdringende Augen einem schon einen gehörigen Schrecken einjagen konnten.

Auch Narren feiern Tunnel

Erfreulich, dass sich auch das Team des Kultur-Historischen Museums einiges hat einfallen lassen. Wohl mit Überresten der ehemaligen Burg wurde ein Schloss gefertigt, aus welchem sich sagenhaft-liebreizende Schlossgeister und Waldmenschen unter das Volk mischten, bestens beschützt übrigens von einem Nachfahr Tells und seiner wahrlich «monschtröösen» Armbrust. Da passte es gut, dass gleich danach die Faschingszunft mit einem mächtigen Wagen und treffsicheren Pointen das 100-Jahr-Jubiläum Grenchenberg-Tunnel zelebrierte.
Die «Muki-Bettlach» verzauberten als furchterregenden Piraten, welche aber für einmal nur konfettibewehrt auf die Leute losgingen. Aus Kleinbasel hatten sich die «Wettsteimännli» in die Uhrenstadt aufgemacht, um mit ihren fasnächtlichen Klängen zu erfreuen.

«Obermonschtröös», wie es sich gehört, zeigte sich Obernarr Diego Kummer seinem Volk. Als Gehilfen hat er sich die Stadtratten auserkoren, welche mit Rosen das Publikum beglückten. Selbstverständlich geizte er auch nicht mit Tranksame für durstige Kehlen. Die Premiere des «Teams Kindernarr» entpuppte sich als wahrer Hingucker. Stolz präsentierte der Nachwuchs seine wunderschönen Larven, welche während des Ferienpasses im Herbst gefertigt worden waren. Als Dracula und Kreuzritter hatten sie einen viel beachteten Auftritt.

Hilari-Zunft mit Dreiteiler

Die «Krachwanze» aus Bettlach feierte ihren 30. Geburtstag mit einem Grossaufgebot, mit kunstvoll gewundenem Kopfschmuck und mächtigem Sound. Grossartig wie immer der dreiteilige Wagen der Hilari-Zunft. Unter dem Motto «Do hesch dr Dräck» nahmen sie den VW-Abgas-Skandal auf die Schippe.

«Käfer Herby» und die Hippie-Karre aus dem Werk in Wolfsburg mögen ja Kult sein, aber eben auch Dreckschleuder, wie nicht nur in geschliffenen Sprüchen, sondern auch anhand von mitgeführten CO2-Testgeräten anschaulich dargelegt wurde. Die «Türmliwiler-Zunft» aus Büren ist ein gern gesehener Gast in Grenchen. Ihre mitgeführte Konfettischleuder war schlicht megamässig.

Die «Wiiber-Zunft» ergötzte die Zuschauenden mit herrlich-lustigen, beinahe kugelartigen Mini-Figuren.

«Jede Franke zählt» lautete das Motto des Sammelwagens. «Wisi» Wisard redete sich beinahe den Mund wund. Zusammen mit seinen charmanten Gehilfinnen von der Amedisli-Zunft wird er so den einen oder anderen Batzen locker gemacht haben.

Ein Blick auf den Schneemann

Die «Sauzfassnarre» aus Selzach machten sich mit ihrem Schiff «Poseidon» auf die Jagd nach dem legendären Atlantis. «Schöön schreg» und mit gewohnten Power kamen die «Schnabuwetzer» daher. Die Luna-Zunft hatte offensichtlich den richtigen Riecher, denn mit ihrem überdimensionalen gedeckten Tatzelwurm trotzte sie geschickt den widrigen äusseren Umständen.

Schliesslich konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer einen ersten Blick auf den «monschtröösen» Böög in Form eines gigantischen Schneemannes werfen, ehe er dann am Aschermittwoch unwiderruflich seinem Schicksal zugeführt wird.

Fazit: Kreativ umgesetzte, originelle Sujets, bunte Truppen, mächtige Wagen und vielseitige musikalische Einlagen machten den diesjährigen Umzug zu einem karnevalesken Leckerbissen.