Zeitzentrum
Grenchner Uhrmacher-Lehrlinge räumten ab

Gleich drei Preise gab es am Uhrmacher-Wettbewerb von Cartier für das ZeitZentrum Grenchen. Stefan Kuhn aus Grenchen hat eine Reise nach New York gewonnen.

Andreas Toggweiler
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Grenchner Uhrmacherlehrlinge obenauf
17 Bilder
Stefan Kuhn arbeitet im Atelier
Das Siegerobjekt
von oben gesehen
und von der Seite
Eine Kreation von Stefan Kuhn
Lenny Hohberg an der Arbeit
Arbeit von Lenny Hohberg
Helvetia von der Seite
Die Helvetia...
...piesakt den Euro.
Sämi Schmid im Atelier
Die Kreation von Sämi Schmid
Eine farbige Schlange
erhielt den Preis als originellstes Objekt
 Fotos: Roland Wyss
Blick ins Uhrenatelier des ZeitZentrums

Grenchner Uhrmacherlehrlinge obenauf

Die Nobeluhrenmarke Cartier richtet seit 1993 jedes Jahr einen Wettbewerb für junge Uhrmacher aus, an dem jeweils 75 bis 85 «Azubis» des dritten Lehrjahrs mitmachen. Auch das ZeitZentrum Grenchen nimmt regelmässig am Wettbewerb teil, bei dem es primär um die kreativen Aspekte des Uhrmacher-Handwerks geht. «In den letzten sechs Jahren waren wir viermal unter den ersten drei Rängen vertreten und gewannen zwei Mal den Preis für die originellste Arbeit», sagt ZeitZentrum-Rektor Daniel Wegmüller nicht ohne Stolz.

Taschenuhr ausgeschmückt

Massiv «eingeschlagen» hat es dieses Jahr, mit gleich drei Rangierten des ZeitZentrums, darunter dem Hauptpreis. Er wurde von Stefan Kuhn (20) aus Grenchen gewonnen, mit einer Metallspinne mit beweglichen Beinen. Diese muss allerdings samt «Antrieb» auf einem Zifferblatt Platz finden: «Anfertigen einer Animation (Automat) auf der Zifferblattseite des Werkes 6497 (eine Taschenuhr, Anm. d. Red.), indem das bestehende Zeigerstellsystem verwendet wird», heisst es in der Formulierung der Wettbewerbsaufgabe. Dabei werden Originalität der Kreation, Qualität der Ausführung und Funktionssicherheit gleichermassen bewertet (je mit maximal 15 Punkten) sowie die «Sauberkeit des Werkes» mit 5 Punkten.

Eine Woche New York

Die Schüler haben jeweils eine Woche Zeit, um sich ein «Projekt» zu überlegen. «Auf die Idee mit der Spinne bin ich während eines Berufspraktikums im Wallis gekommen», erklärt Kuhn. Seine Freundin - sie ist ebenfalls in Grenchen im 2. Lehrjahr an der Uhrmacherschule - fand sie ebenfalls originell und Roland Wyss befand sie für umsetzbar. «Ich hatte am Schluss schon das Gefühl, dass die Arbeit gut gelungen ist, aber dass ich gleich den ersten Preis bekomme, hat mich dann doch überrascht», sagt Stefan Kuhn und freut sich. Hat er doch jetzt eine einwöchige Reise nach New York gewonnen.

Samuel Schmid aus Langendorf hat ebenfalls einen Preis eingeheimst, denjenigen für die originellste Arbeit. Sein Cadran wird von einer farbigen Schlange geziert, die über Stifte und Exzenter zum «schlängeln» gebracht wird. Für den 18-jährigen Leberberger ist es übrigens schon der zweite Preis. Letztes Jahr belegte er den ersten Rang im Patek Philippe Wettbewerb, der jeweils mehr auf technische Aspekte der Uhren ausgerichtet ist.

Preisübergabe in La Chaux-de-Fonds

Lenny Hohberg (18) aus Bern schliesslich, überzeugte die fünfköpfige Jury mit seiner Kreation, die schon fast eine politische Aussage ist. «Warum sich nicht einmal von aktuellen Themen in der Zeitung inspirieren lassen», lacht Hohberg und zeigt eine stehende Helvetia, welche mit ihrem Speer ein sich drehendes 1-Cent-Eurostück traktiert, sobald man am Zeigermechanismus dreht. Dafür bekam er den 7. Preis des Wettbewerbs. Alle acht Prämierten bekommen zudem eine Cartier-Uhr.

Die drei prämierten Grenchner Uhrmacher-Lehrlinge konnten ihre Preise am Samstag Mittag an einem feierlichen Anlass des Institut Horlogerie Cartier in La Chaux de Fonds entgegennehmen.