Rivalität
Grenchner Taxi-Streit: «Wir lassen uns nicht mehr unterkriegen»

Michel-Taxi beklagt sich über Ex-Monopolist und Konkurrent Jura-Taxi – teilt aber auch selber heftig aus. Seit 2008 konkurrenziert das Taxi-Unternehmen auf dem Platz Grenchen gegen den ehemaligen Arbeitgeber.

Patrick Furrer
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Margrit Michel von Michel-Taxi findet, dass die Konkurrenz sich unfair verhält – was diese verneint. fup Margrit Michel von Michel-Taxi findet, dass die Konkurrenz sich unfair verhält – was diese verneint. fup

Margrit Michel von Michel-Taxi findet, dass die Konkurrenz sich unfair verhält – was diese verneint. fup Margrit Michel von Michel-Taxi findet, dass die Konkurrenz sich unfair verhält – was diese verneint. fup

Solothurner Zeitung

Margrit und Jean-Pierre Michel vom gleichnamigen Grenchner Taxiunternehmen haben die Nase voll. 2008 haben die beiden ihren eigenen Kleinbetrieb eröffnet und damit Ex-Monopolist Jura-Taxi den Platz Grenchen streitig gemacht. Und das notabene als ehemalige Fahrer für den heutigen Konkurrenten.

Weil Margrit und Jean-Pierre Michel am Anfang nur tagsüber ihre Fahrgäste durch die Stadt kurvten, verunsicherte das die Konkurrenz vorerst nicht. Doch das änderte sich gemäss den Aussagen von Chauffeuse Margrit rasch, als Michel-Taxi auf 24-Stunden-Betrieb erweiterte. Brotneid kam auf, und das wohl gegenseitig. Heute decke Michel-Taxi bereits 40 Prozent des Bedarfes ab. Viele Fahrgäste in Grenchen sind Stammgäste.

Keine Bedenken seitens Polizei

In letzter Zeit machen aber Gerüchte die Runde, Michel-Taxi werde bald gepfändet. «Es wird behauptet, wir würden in Konkurs gehen», erklärt Margrit Michel, die ihren Mann und Geschäftsführer tagtäglich als Fahrerin unterstützt. Ob das was dran ist? Michel verwirft aufgeregt die Hände. «Ganz sicher nicht.» Sie klopft mit der rechten Faust in die linke Handfläche. «Man muss schon schauen, dass es reicht, aber wir kommen zurecht.»

Informationen aus der Stadtverwaltung zufolge haben Vertreter beider Betriebe schon versucht, ihren Konkurrenten bei der Polizei anzuschwärzen – allerdings erfolglos. Aus Sicht der Polizei bestehen bei beiden Betrieben keine Probleme.

«Das ist unser Leben»

Das Konkursgerücht soll von der Konkurrenz in Umlauf gebracht worden sein. Margrit Michel wird emotional, wenn sie erzählt, wie sehr sie und die anderen Fahrer vom Konkurrenzbetrieb beleidigt würden. Um sie mache der Geschäftsführer von Jura-Taxi zwar einen grossen Bogen, aber sie wehre sich eben auch, sei nicht aufs Maul gefallen.

Michels wollen einfach in Ruhe gelassen werden und bis zur Pension – beide werden dieses Jahr 61 Jahre alt – noch ihren Lebensunterhalt verdienen können. «Wir wollen im Alter unabhängig bleiben, wie wir es schon immer waren.»

Bei Michel-Taxi arbeiten aktuell vier Personen: Jean-Pierre und Margrit Michel, ein festangestellter Chauffeur und eine Aushilfe. Vor Kurzem hat der Betrieb eine weitere Konzession erhalten, darf also nun mit drei Autos fahren. Zu den beiden Personenwagen kommt ein Sechsplätzer dazu, wie Margrit Michel ausführt.

Und so emotional die Hausfrau und Chauffeuse beim Thema Konkurrenz auch wird, am Telefon und zu ihren Fahrgästen ist sie korrekt, freundlich und zuvorkommend. Das Geschäft funktioniere, und die Tendenz sei wieder steigend.

Ungern erinnert sich Margrit Michel an die Zeit, als sie noch selbst bei Jura-Taxi angestellt war. Schon damals sei sie gepiesackt worden. Aufgrund der Konkursgerüchte wehrt sie sich nun öffentlich. «Wir machen eine gute Arbeit. Dieses Unternehmen ist unser Leben. Wir lassen uns nicht mehr unterkriegen.»