Parktheater

Grenchner Tänzerin interpretiert den Erfolgsdruck des modernen Menschen

Alain Thélin und Pascale Schüpbach in «Überdosis Freude».

Alain Thélin und Pascale Schüpbach in «Überdosis Freude».

Die Grenchner Tänzerin Monika Hugi bringt am 14. und 15. September die neuste Kreation ihres Ateliers «DEJAVU?!» auf die Bühne des Parktheaters: «Überdosis Freude», ein Märchen für Erwachsene, an dem auch Kinder sicher ihre Freude haben werden.

Wir schreiben das Jahr 1966. Der britische Krimiautor Ian Fleming schreibt gerade seinen aktuellsten Agententhriller – oder besser, er sollte den Roman endlich zum Abschluss bringen, aber fortwährende Schreibblockaden hindern ihn, währenddessen ihm der Verlag mit dem Abgabetermin im Nacken sitzt. Der Druck auf allen Seiten nimmt ständig zu und Fleming flüchtet sich in nostalgische Erinnerungen an Zeiten, in denen alles besser war.

Nicht nur das: Fleming konsumiert Aufputschmittel, um im Rausch dem Druck zu entgehen und die Freude wiederzufinden. Das Tanzatelier «DEJAVU?!» der Grenchner Tänzerin Monika Hugi interpretiert tänzerisch und poetisch den Erfolgsdruck des modernen Menschen, setzt die Geschichte um in starken Bildern mit fantasievollen Kostümen und einer spannenden Choreografie.

Das Besondere daran: Live-Musiker begleiten das Stück, in dem professionelle Schauspieler, Tänzerinnen und Tänzer zusammen mit Kindern und Jugendlichen auftreten und ein modernes Märchen in der Art eines «Alice im Wunderland» präsentieren. «Ich will mit dem Stück nicht etwa nur die Melancholie zelebrieren, sondern alle Facetten des Lebens wiedergeben.» Es geht unter anderem um Drogenexzess, der – wie der Titel schon verrät – böse endet. Dennoch soll «Überdosis Freude» keine Moral verkünden. Das Publikum soll das moderne Märchen einfach geniessen können und sich eigene Gedanken zum Umgang mit Erfolgsdruck machen können.

Jugendliche statt Senioren

«Ursprünglich war geplant – und so stehen die Informationen auch noch auf meiner Homepage – Seniorinnen und Senioren zu beteiligen. Ältere Menschen bilden einen wichtigen Teil der Gesellschaft, und das wollte ich rüberbringen», sagt Monika Hugi. Aber sie sei wirklich sehr erstaunt gewesen, wie schwierig es sei, Darstellerinnen oder Darsteller gesetzteren Alters zu finden. «Nicht etwa, weil es sie nicht gäbe oder sie nicht fähig wären, in so einem Projekt mitzumachen. Nein, schlichtweg, weil sie keine Zeit für so etwas haben», meint sie lachend.

Es sei unglaublich, wie beschäftigt ältere Menschen heutzutage seien, mit vollem Kalender und zahlreichen Verpflichtungen. Deshalb habe sie das Konzept leicht ändern müssen. Am Ende habe sie immerhin drei Damen der Archer Damenriege gewinnen können. Statt älterer Menschen seien nun Kinder und Jugendliche beteiligt. Der jüngste Darsteller auf der Bühne ist 4, die älteste Tänzerin 60 Jahre alt.

Atelier ist gewachsen

Überdosis Freude ist das vierte grosse Tanzprojekt der Grenchnerin. Das vorangegangene, «Erzähl mir von morgen …» aus dem Jahr 2015 war mit mehr als 500 Besuchern im Parktheater ein grosser Erfolg. «Inhaltlich war es geprägt von meinen persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Das aktuelle Projekt hingegen greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf und reflektiert diese künstlerisch», sagt die Künstlerin. Weiter habe sich das Atelier in den letzten beiden Jahren vergrössert und soll vermehrt als Plattform für junge, talentierte und aufstrebende Profitänzer dienen. «Ich möchte ihnen die Möglichkeit bieten, zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und letztlich sich auf der Bühne präsentieren zu können – sowohl regional als auch überregional.»

Tickets unter: www.tanzatelier-dejavu.ch. Für die zwei Vorstellungen in Grenchen sind rund 150 Plätze für Schülerinnen und Schüler reserviert, die von einem vergünstigten Eintrittspreis profitieren.

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