Die Boys und Girls im Alter von drei bis 15 Jahren werden während zweier Stunden ihr tänzerisches Können zu den beliebtesten Hitparade-Songs unter Beweis stellen. «Wir proben bereits seit letztem Herbst», sagt Sarah Steiner.

Die engagierte 27-Jährige führt seit vier Jahren ihre eigene Streetdance-Schule in Grenchen. Zuvor unterrichtete sie bereits fünf Jahre Hip-Hop in Utzensdorf. «Im vergangenen Sommer konnte ich zudem Anina Burki für meine Schule gewinnen, was mir die Möglichkeit gibt, jetzt auch Breakdance anzubieten», erzählt Sarah Steiner. Das erweiterte Angebot habe insbesondere viele Jungs angelockt.

Die Idee, eine so grosse Show auf die Beine zu stellen, habe ihre neue Tanzpartnerin eingebracht. «Ich habe zuletzt vor drei Jahren ein grosses Projekt durchgeführt und wusste, wie viel Arbeit dies mit sich bringen würde. Andererseits war ich von ihrem Vorschlag auch sehr angetan, besonders da wir es dieses Mal zu zweit anpacken würden.»

Den Traumstab in der Hand

So machten sich die beiden Tänzerinnen ans Werk. Allerdings schrieben sie nicht einfach ein Sammelsurium von Choreografien auf, sondern verknüpften die verschiedenen Tanzeinlagen zu einem Tanztheater mit Rollenverteilung und Sprechtext. So entstand «Dreams», die Geschichte vom Sandmann, der an einer schweren Grippe erkrankt und nicht in der Lage ist, den Kindern am Abend die Träume zu bringen.

Einige Tänzerinnen und Tänzer der Streetdance-Schule posieren für die Kamera.

Einige Tänzerinnen und Tänzer der Streetdance-Schule posieren für die Kamera.

Seine eigenen drei Kinder Denarya, Serafina und Arion entscheiden daraufhin im Geheimen, den Traumstab des Vaters selbst in die Hand zu nehmen und zu den Menschenkindern zu reisen, um ihnen die Träume zu bringen. Und dies, obwohl sie die «Traumprüfung» noch längst nicht abgelegt hatten.

Jedes der knapp 100 Tänzerinnen und Tänzer hat in der Show mehr als fünf Auftritte und wechselt mindestens viermal sein Outfit. «Sie tanzen in den Träumen der Kinder. Sie sind Piraten, Feen und Elfen.»

Jugendfreundliches Kofmehl

Sarah Steiner suchte für ihre Tanzshow eine Location in Grenchen. «Die letzte Aufführung fand in der Aula im Schulhaus Zentrum statt. Doch bereits damals waren Bühne und Garderobe für die 50 Kinder sehr eng und kam diesmal nicht mehr infrage.» Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich indes als schwierig. «Das Parktheater war für unser Vorhaben einfach zu teuer, denn wir wollen von den Eltern und anderen Besucher keinen Eintritt verlangen, sondern nehmen nur eine Kollekte ein.»

Im Zwinglihaus sei sie auf kein grosses Interesse gestossen, was die Tanzlehrerin sehr enttäuschte, schliesslich «geht es hier doch um Jugendförderung». Eine ganz andere Reaktion erfuhren Sarah Steiner und Anina Burki bei Pipo Kofmehl in Solothurn.

«Als wir ihm von unserem Vorhaben berichteten, war er sofort begeistert. Er stellte uns das Kofmehl inklusive Mitarbeiter an der Bar unentgeltlich zur Verfügung und sponserte uns auch gleich noch die T-Shirts für die kommenden Wettkämpfe.» Im vergangenen Jahr nahmen Sarah Steiners Schülerinnen erstmals an den Ausscheidungswettkämpfen für die Schweizer Meisterschaft im Streetdance teil und schafften es alle auf Anhieb bis ins Final (wir berichteten).

Viel Publikum erwartet

Nach dieser Zusage war die Freude bei den beiden Tanzlehrerinnen gross, doch schnell kamen neue Sorgen hinzu. «Wir fragen uns bereits, ob der Platz im Kofmehl ausreichen wird.» Ursprünglich rechneten die Tänzerinnen mit zirka vier Besuchern pro Kind. Nach Sichtung der Anmeldeformulare gehen sie nun von bis zu zehn Familienangehörigen und Freunden pro Kind aus. Und die Plakate und Flyers werden noch zusätzlich Interessierte anlocken.

«Anstelle von 400 erwarten wir nun über 600 Gäste im Kofmehl.» Von den geplanten Sitzplatzreihen werden die beiden nun wohl absehen, und stattdessen mehr Stehplätze anbieten. Doch um mit den Beats und Moves auf der Bühne so richtig mitzugehen, ist es vielleicht ja sogar besser, die eigenen Füsse auf dem Boden zu haben.