Mit der Ouvertüre der 1. Suite von Händels Wassermusik in F-Dur (HWV 348) wurde der Konzertabend in der Zwinglikirche eingeleitet. Damit konnten die Anwesenden in den ersten Minuten ein bisschen Luft aus dem barocken Frankreich schnuppern, da sich der erste Satz dieser Suite am französischen Stil orientierte. Die weiteren Sätze bestanden aus heiteren Tanzmelodien.

Händel, am englischen Hof angestellt, komponierte die drei später als «Wassermusik» zusammengefassten Suiten für den König und die Hofleute zur Unterhaltung. Den Titel erhielten diese Stücke, weil sie während den Themsefahrten des englischen Herrschers aufgeführt wurden, wobei das Orchester sich auf verschiedenen Booten um die Festflotte herum versammelte.

Klänge von zwei Orgeln

Die drei Suiten des Barockkomponisten dienten dem Grenchner Stadtorchester unter der Leitung von Daniel Polentarutti als Rahmen des Konzerts. Dazwischen war Platz für zwei Orgelkonzerte. Solist Eric Nünlist ist seit 1992 als Organist in der Uhrenstadt tätig und ist auch einer der Organisatoren der Grenchner Abendmusik.

Beim Orgelkonzert in vier Sätzen vom Italiener Paradies, das stilistisch zwischen Barock und der Klassik anzusiedeln ist, spielte Nünlist auf der Baldachinorgel mit sanften, zierlichen Tönen. Dabei wurde er von David Krejci und Christine Trittibach (Violinen) sowie Heinz Sieber (Violoncello) begleitet. Da die schmächtige Baldachinorgel nicht alle Töne im Register hat, war Sieber für die Basstöne zuständig.

Lieblich waren dann auch die kleinen, in die Orgel eingebauten Glöckchen, die am Ende des Stückes zu hören waren. Im Gegensatz dazu stand das andere Orgelkonzert von Händel (Op. 7 Nr. 1): Nünlist setzte sich dafür an die Kirchenorgel, die mit majestätischen Klängen den Raum füllte und vom Stadtorchester passend untermalt wurde.

Das abwechslungsreiche Konzert in der Zwinglikirche gefiel dem Publikum und erntete grossen Applaus. Auch die Wassermusik besteht aus zwanzig, jeweils sehr kurzen Sätzen. Mehrere Solos aus dem Orchester sowie «Frage-Antwort»-Spiele durchzogen die Stücke.

Akzentuiertes Finale

Um ein akzentuiertes Finale bieten zu können, wurde die 3. Suite in die Mitte genommen und die 2. an den Schluss gesetzt. Die Anwesenden konnten nach dem ersten Orgelkonzert zarten Flötenklängen der G-Dur-Suite lauschen, die mit den übrigen Tönen der Streicher, Bläser und des Cembalos harmonierten. Am Schluss wiederum traten die Hörner und Trompeter auf der Empore bei der 2. Suite in D-Dur mit verkündenden Fanfaren dominant hervor.

So bestand auch die Schwierigkeit dieser Suiten in den vielen Atmosphären- und Tempiwechsel. Die Laien- und Profispieler mussten sich im zweistündigen Konzert jeweils schnell neu orientieren. Hervorzuheben sind auch die Oboen (Mathias Bühler, Urs Frikart) und das Fagott (Karin Benkler), sowie Daniel Polentarutti, der die verschiedenen Klangkörper harmonisch formte.