Buchprojekt
Grenchner Stadtgeschichte soll neu aufgearbeitet werden

Seit der letzten umfassenden Aufarbeitung der Grenchner Stadtgeschichte sind schon über 60 Jahre vergangen. Deshalb soll die Geschichte nun neu aufgearbeitet werden. Die Publikation Stadtgeschichte Grenchen soll 2017 erscheinen.

André Weyermann
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Grenchen auf historischen Postkarten
17 Bilder
Vom Turm der Eusebiuskirche Bis im Jahr 2017 soll in Grenchen eine neue Stadtgeschichte erscheinen, die den Schwerpunkt auf die Industrialisierung des ehemaligen Bauerndorfs legt.
Vom Turm der reformierten Kirche
Untere Mühlestrasse
Schweizerhalle
Quartierstrasse
Postplatz
Postplatz 1960
Postplatz 1956
Löwenkreuzung
Kirchstrasse Höhe Helvetia
Kirchstrasse
Heute steht hier der Eusebiushof
Café Bank, heute Grenchner Hof
Bau Viadukt
Bettlachstrasse Richtung Osten
Alte Post

Grenchen auf historischen Postkarten

Sammlung Kohler

«Neue Stadtgeschichte Grenchens» nimmt Fahrt auf. An einer Veranstaltung der Museums-Gesellschaft orientierten Stadtarchivarin Salome Moser Schmidt und Projektleiter Daniel Kauz im Kultur-Historischen Museum über Ausgangslage, Ziele und den Stand der Dinge. Erscheinen soll die Publikation 2017.

Die letzte umfassende Aufarbeitung der Geschichte Grenchens, das Heimatbuch Grenchen von Werner Strub, datiert aus dem Jahr 1949. Das wirtschaftliche Wachstum und seine Folgen in den 1950er und 1960er Jahren wie auch die grossen Krisen in den 1970er und 1980er Jahren und die Erholung in den 1990er Jahren sind historisch noch nicht aufgearbeitet.

Auch genügt die Monografie von Werner Strub den heutigen Anforderungen an eine wissenschaftliche Aufarbeitung nicht mehr. Zwar ist auch dem Jahrbuch, welches seit 1972 erscheint, eine gewisse historische Komponente nicht abzusprechen, ebenso wenig wie verschiedenen Festschriften. Allein, diese Publikationen sind naturgemäss punktuell ausgerichtet. Die grösseren zeitlichen Zusammenhänge fehlen dabei.

Deshalb ist man nun daran, eine anschaulich und verständlich geschriebene, attraktiv gestaltete und wissenschaftlich fundierte Geschichte der Stadt Grenchen der Jahre 1800-2008 zu verfassen. Die Publikation richtet sich an ein breites Publikum ebenso wie an historische Fachleute.

Sie wird einen handlichen Umfang von maximal 350 Seiten aufweisen und einen gut ausgebauten Anhang (Serviceteil) aufweisen. Die Stadtgeschichte soll Geschichte erfahrbar machen und das Bewusstsein der Grenchnerinnen und Grenchner für ihre Stadt schärfen. Sie wird zudem einen hohen Bild- und Grafikanteil beinhalten, indem das Bild als eigenständige historische Quelle behandelt wird.

Stadtarchivarin Salome Moser Schmidt betonte den Bedarf dieser neuen Stadtgeschichte für verschiedenste Kreise: «Im Bereich der städtischen Schulen zeigt sich dieser Bedarf sogar mit grösster Dringlichkeit.»

Neben der Stadt Grenchen hätten auch die Stiftung Museum Grenchen und der Kanton Solothurn ein reges Interesse an der Aufarbeitung der Grenchner Ortsgeschichte. «Die Stiftung Museum Grenchen, welche das Kultur-Historische Museum Grenchen betreibt, benötigt wissenschaftlich fundiertes Wissen über die moderne Ortsgeschichte, um die Ausstellungen des Museums zu planen und aufzubauen», so Moser weiter.

Im Laufe der Arbeiten an der Grenchner Geschichte würden zudem Erkenntnisse gewonnen, die in das laufende Projekt der Aufarbeitung der Kantonsgeschichte einfliessen können und auf diese Weise doppelten Nutzen bringen.

Autorenteam bestimmt

Erste Pflöcke seien eingeschlagen worden, meinte denn auch Projektleiter Daniel Kauz von der verantwortlichen Firma «fokus AG». So wurde das Autorenteam bestimmt, welches neben ihm aus den weiteren Historikern Fabian Saner, Martin Illi und Marisa Thöni, die seit 20 Jahren in Grenchen wohnt, besteht. Auch die begleitende Expertenkommission wurde bereits bestimmt.

Die Stadtgeschichte wird aus einem chronologischen Teil bestehen, der mit einem Prolog die Zeit des liberalen Aufstandes ab 1800 beleuchtet, danach auf die Ansiedlung der Industrie ab 1851 bis zum Ende des ersten Weltkrieges (Landesstreik) eingeht, die schwierigen Zwischenkriegsjahre mit den diversen Arbeitsbeschaffungs-Projekten aufarbeitet, den Aufschwung und die Hochkonjunktur nach dem Zweiten Weltkrieg aufzeigt und schliesslich die wechselhafte Geschichte mit Krisen und Erholung ab 1975 in den Mittelpunkt stellt.

Daneben enthält die Publikation aber auch thematische Kapitel: Umwelt und Raum, Siedlung und Verkehr, Wirtschaft und Arbeit, Gesellschaft und Alltag, Politik und Verwaltung sowie Kultur und Religion sind dabei vorgesehen.

Bevölkerung kann helfen

Die Bevölkerung ist zur Mitarbeit ebenfalls eingeladen. In Kürze wird dazu die interaktive Homepage www.stadtgeschichte-grenchen.ch aufgeschaltet. Die Stadtgeschichte wird 530 000 Franken kosten, wobei der Löwenanteil (360 000) von der Stadt getragen wird. Bürgergemeinde, Kanton und der Verkauf sollen weitere 115 000 Franken beisteuern. Der Rest soll durch Sponsoren und Gönner abgedeckt werden.

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