Verschiedene Exponenten der Sozialdemokraten hatten sich wiederholt positiv zum geplanten Projekt Flughafen geäussert und auch die Fraktion unterstützte das Vorhaben im Gemeinderat. Gespannt durfte man sein, wie sich die Parteibasis dazu stellen würde. Nun, auch diese scheint kaum Vorbehalte zur Pistenanpassung, die eine Verlängerung um 450 Meter Richtung Osten vorsieht, zu haben. Die anwesenden Parteimitglieder auf jeden Fall nahmen die Ausführungen wohlwollend zur Kenntnis. Einzelne Votanten bemängelten jedoch, dass sich bisher die Wirtschaftsvertreter noch zu wenig für das Projekt ins Zeug gelegt hätten.

Ernest Oggier betonte, dass man mit der Verlängerung der Piste nur auf geänderte europäischen Flugstandards, welcher erhöhte Sicherheitsmargen für den kommerziellen Flugbetrieb einführt, reagiert habe. Auch in Zukunft wird der Flughafen auf die Ausbildung, den Freizeitsport sowie auf Business-Flüge setzen.

Keinesfalls sei geplant, Charter und Linienflüge einzuführen. Man wolle aber im ureigenen Segment weiterhin in der ersten Liga mitspielen. Der Flughafen Grenchen hat eine volkswirtschaftliche Bedeutung von etwas mehr als 25 Millionen Franken und generiert 195 Vollzeit-Arbeitsstellen. Viel wichtiger seien  aber die nicht wirklich messbaren  positiven Auswirkungen auf die Region, wie Imagewirkung, Ausgaben, die hier getätigt würden, oder die Bedeutung für weithin ausstrahlende Events. Er versprach auch, dass wegen höherer Anflughöhen und Beschränkungen der Flugbewegungen  die Emissionen eher zurückgehen würden.

Auch sei Altreu nicht direkt betroffen, denn einerseits werde der obligatorische Anflug nicht über das «Storchen-Dorf» direkt geführt und andererseits plane man in Zukunft auch vermehrte Anflüge von Westen her. Man sei überdies freiwillig stets im Kontakt mit allen interessierten Kreisen, also auch mit dem Umweltschutz und der Landwirtschaft. Der Ball liegt nun beim Regierungsrat, der bald entscheiden sollte. Danach wird der für die Zivil-Luftfahrt verantwortliche Bund sein Verdikt bekannt geben. Bei einem positiven Befund erfolgt das ordentliche Baubewilligungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung.

Für die Parolenfassung zur Abstimmung vom 14. Juni hat SP- Präsident und Nationalratskandidat  Remo Bill wieder kompetente Referenten gewinnen können Nationalrätin Bea Heim und Nationalrat Philipp Hadorn informierten darüber. Wenig überraschend folgte die Versammlung den Vorschlägen der gesamtschweizerischen Partei. Das heisst Ja zur Erbschaftssteuer, zur Stipendieninitiative  und zum neuen Radio-und Fernsehgesetz. Einzig bei der Präimplantationsdiagnostik  votierten die Anwesenden für Stimmfreigabe,  da es tatsächlich gute Gründe gebe, diese kritisch zu hinterfragen.