Sonntagsverkäufe
Grenchner Sonntagsverkauf lief von «katastrophal» bis «sehr gut»

Während das Sonntags-Geschäft in Solothurn und Biel brummte, herrschte in Grenchen kein Andrang. Die Bilanz der beiden verkaufsoffenen Sonntage fällt unterschiedlich aus.

Oliver Menge
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Andernorts versammelten sich Tausende zum fröhlichen Weihnachtseinkaufsrummel - nicht so auf dem Marktplatz in Grenchen.

Andernorts versammelten sich Tausende zum fröhlichen Weihnachtseinkaufsrummel - nicht so auf dem Marktplatz in Grenchen.

Oliver Menge

In Solothurn ist an den beiden letzten Sonntagen der Verkehr mancherorts zusammengebrochen. In der Fussgängerzone Biels gab es zeitweise fast kein Durchkommen mehr, in den Quartieren der Innenstadt waren Autos mit Solothurner Kennzeichen unterwegs und suchten schwer zu findende Parklücken. Praktisch alle Geschäfte in beiden Städten waren geöffnet, auch die Grossverteiler.

Nicht so in Grenchen. Hier herrschte vorgestern auf dem Marktplatz und der Bettlachstrasse mehrheitlich gähnende Leere. Coop und Migros verzichteten ganz auf den Sonntagsverkauf. Nur ein kleiner Teil der Geschäfte rund um den Marktplatz hatte geöffnet, einige an beiden Sonntagen, andere nur an einem der beiden.

Der Zweite war besser als der Erste

Am ersten Sonntag, an dem auch der Weihnachtsmarkt stattfand, liefen die Geschäfte mehrheitlich schlecht. «Katastrophal», meint Martin Krebs, stellvertretender Geschäftsführer bei Wirth Sport. «Am 11. ist einfach niemand zu uns gekommen», erzählt Gabi Maegli von der Bijouterie Maegli am Marktplatz. «Ganz im Gegensatz zum darauffolgenden Sonntag: Wir hatten sehr viele Kunden, der Umsatz war erfreulich. Nicht nur Grenchner Kunden, sondern auch Auswärtige aus Lyss, Büren und dem Bernbiet kauften bei uns ein.»

Auch Wirth Sport machte am zweiten Sonntag gute Geschäfte. «Wir haben rund 300 unserer Stammkunden angeschrieben – so wie im letzten Jahr –, es lief sehr gut. Das Wetter hat uns auch geholfen: Wenn Schnee fällt, denken die Leute daran, sich mit Wintersportartikeln einzudecken.»

Ohne die Grossen gehts nicht

«Das Fazit ist nicht überwältigend, aber das hat man kommen sehen», meint Agnes Mülchi von der Team Papeterie, welche nur am zweiten Sonntag geöffnet hatte. Solange die beiden «Grossen» nicht mitmachten, sei nichts anderes zu erwarten, meint sie. «Wir hatten Stammkunden, die jedes Jahr an den Sonntagsverkauf kommen, Freunde und Bekannte nutzten die Gelegenheit zum Einkauf von Weihnachtsgeschenken.» Unter dem Strich habe es sich aber nicht gelohnt. Diverse Kunden hätten ihren Unmut über die geschlossenen Grossverteiler und die Geschäfte am Zytplatz geäussert. Ausserdem fehlten das Ambiente und ein Stadtkern, der zum Flanieren einlade.

Derselben Meinung ist Bruno Bertini, dessen Bijouterie an der Bettlachstrasse am zweiten Sonntag geöffnet war. «Die Leute, die vorgestern zu mir kamen, wären auch unter der Woche gekommen.» Auch er habe seine Kunden angeschrieben und das habe etwas geholfen. «Aber wenn Coop und Migros nicht mitmachen, dann ist’s schwierig.

Viele zufriedene Kunden

«Wir können nicht mit Biel oder Solothurn konkurrieren», sagt Markus Arnold von der Dropa-Drogerie an der Marktstrasse. Aber man könne der Kundschaft stressfreies und gemütliches Einkaufen bieten. Er habe viele zufriedene Kunden begrüsst. Als Vizepräsident des Grenchner Gewerbeverbandes GVG freue es ihn, dass man dieses Jahr einen einheitlichen Auftritt in der Kommunikation gefunden und das Problem etwas abgeschwächt habe. «Die Bedürfnisse der einzelnen Geschäfte sind verschieden. Aber wir konnten den Auftritt unter einen Hut bringen. Wir bieten in Grenchen etwas anderes an und können nicht mit einem Massenansturm rechnen».

Nächstes Jahr fällt der letzte Sonntag vor Weihnachten idealerweise auf den 23. Dezember. Deshalb werden die Grossverteiler höchstwahrscheinlich alle geöffnet sein, und die anderen Geschäfte werden profitieren können.

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