Dass die Grenchner Politik und die Betreiber des Regionalflughafens Grenchen nicht besonders erfreut sind über den Entscheid der Solothurner Regierung, auf die Pistenverlängerung in Richtung Osten besser zu verzichten, konnte man lesen. Eine spontane, nicht repräsentative Umfrage in Grenchens Innenstadt zeigt auf, dass mindestens auch ein Teil der Bevölkerung enttäuscht ist.

Die Piste hätte man unbedingt verlängern sollen, schon nur, um den Sicherheitsanforderungen Genüge zu leisten, meint ein etwa 50-jähriger Mann. Er sei enttäuscht, das bedeute eine Verschlechterung für die gesamte Region. Ein jüngerer Mann meint, man hätte die Pistenanpassung auf jeden Fall vornehmen müssen. Das wäre wichtig gewesen für die Region, aber so sei halt die Politik, «die machen eh, was sie wollen.»

«Gar nicht in Ordnung» findet eine ältere Dame den Entscheid der Regierung. Denn der Stadt Grenchen und der gesamten Umgebung hätte das etwas gebracht, ist sie überzeugt, und sie fragt sich, weshalb man nicht nach einem Kompromiss gesucht habe, beispielsweise eine Verlängerung auf beiden Seiten vorzunehmen und die Archstrasse, den Autobahnzubringer, zu verlegen. Es sei schade, denn es wäre für Grenchen wirtschaftlich wichtig gewesen.

Sie sei wütend, meint eine weitere Frau mittleren Alters. Wütend, weil man hier schon enorm viel Arbeit und auch viel Geld in ein Projekt gesteckt habe, jahrelang darüber geredet habe und jetzt von oben herab einfach so entschieden worden sei. «Hier wurde viel Geld und viel Energie einfach so ‹verlochet›, das ärgert mich enorm.»

Die Gegner hätten ihrer Meinung nach Argumente ins Feld geführt, die nichts mit der Pistenverlängerung zu tun gehabt hätten, sagt eine andere, jüngere Dame. Der Aspekt Sicherheit sei von der Regierung völlig ausser Acht gelassen worden. Und in Sachen Naturschutz ist sie davon überzeugt, dass der Einfluss einer verlängerten Piste minim gewesen wäre, verglichen beispielsweise mit den geplanten Windrädern auf dem Grenchenberg. «Das Ganze ist schade für Grenchen, für die Industrie und die Wirtschaft.» (om)