Beschluss

Grenchner Schutzwaldprojekt kann weitergehen

Schutzwald: Aufforstungsmassnahmen am Vorberg sollen die Gefahr von Steinschlag auf der Bergstrasse verkleinern.

Schutzwald: Aufforstungsmassnahmen am Vorberg sollen die Gefahr von Steinschlag auf der Bergstrasse verkleinern.

Der Regierungsrat gibt die zweite Tranche der Gelder für das Schutzwaldprojekt frei. Mit den 416'000 Franken kann das Grenchner Projekt weiterverfolgt werden.

Wer die Strasse auf den Berg benutzt, sieht oft Steine oder kleinere Felsbrocken auf der Strasse liegen. Die meisten haben sich aus der Böschung gelöst und sind nicht weiter schlimm. Ganz anders diejenigen Brocken, die sich weiter oben lösen und mit enormem Tempo und grosser Wucht ins Tal donnern. «Beim letzten Sturm am 16. Dezember wurden beispielsweise einige Bäume umgerissen und grosse Felsbrocken haben weiter unten Geländer durchschlagen, die Krone einer Betonmauer stark beschädigt und Metallpfosten weggeschlagen», erzählt Renato Müller, Verwalter der Bürgergemeinde.

Der Wald oberhalb Grenchens erfüllt hier eine wichtige Schutzfunktion. Seit Jahren hatte sich die Bürgergemeinde Grenchen für ein Programm zur Förderung dieses Schutzwaldes eingesetzt und seit 2008 besteht ein vom Kanton unterstütztes Schutzwald- und Schutzbautenprojekt. Der Regierungsrat hat nun die Gelder für die zweite Programmperiode von 2011 bis 2015 freigegeben.

Gezielte Verjüngung des Waldes

«Der Wald soll die Strasse und diejenigen Einwohner Grenchens, die in den höher gelegenen Quartieren wohnen, vor Steinschlag und Rutschungen schützen. In erster Linie wird aber die Bergstrasse geschützt», erklärt Müller. In der ersten Etappe von 2008 bis jetzt habe man vor allem Holzarbeiten im steilen Gelände oberhalb der Bergstrasse mit den Geldern finanziert. Man entfernte alte Bäume, hat Fichten gefällt, die sich schlecht für eine Schutzwaldfunktion eignen, weil sie im Boden zu wenig verankert sind und bei Verletzungen schnell verfaulen.

Durch das Ausholzen wurde mehr Licht in den Wald gebracht, damit Jungwald nachwachsen kann. Mancherorts wurden Bäume quer gefällt und liegen gelassen, sie dienen als natürliche Steinfänger und verrotten langsam, bis der nachwachsende Jungwald die Schutzfunktion übernehmen kann.

Etappenweise wurde so in den letzten Jahren fast das gesamte Gebiet oberhalb der Bergstrasse ausgeholzt. Diese Arbeiten erfolgten meist in den Monaten März und April, ab und zu musste die Strasse dafür gesperrt werden. In den letzten Jahren musste an besonders steilen Hängen ein Helikopter eingesetzt werden, um das Holz auszufliegen (wir berichteten). Ausgeholzte Gebiete wurden eingezäunt, damit das Wild die Jungtriebe nicht frisst.

Funktion sicherstellen und beobachten

In der zweiten Etappe will man nun die restlichen Arbeiten erledigen. Auf rund 100 Hektaren Fläche werden 4500 Kubikmeter Holz geschlagen. Nach Abschluss der Holzereiarbeiten werden der Unterschlagsweg und die alte Bergstrasse saniert und so eine kostengünstige und sichere Holzerei im Schutzwaldperimeter gewährleistet. «Primär wollen wir die Schutzwaldfunktion sicherstellen und beobachten. Allenfalls müssen dann später an gewissen Stellen zusätzliche Verbauungen erstellt werden», so Müller.

425000 Franken wurden in der ersten Etappe verrechnet. Der Kantonsbeitrag von 416000 Franken für die zweite Etappe deckt die Kosten für die anstehenden Arbeiten weitgehend. Die Bürgergemeinde als Besitzerin von Wald und Strasse, vergibt etwa zwei Drittel der Arbeiten an Forstunternehmungen in der Region. «Unsere Leute mit Revierförster Patrick Mosimann holzen von Hand und holen das Holz aus dem Wald, das mit unseren Mitteln erreichbar ist, also entlang der Strasse. Ansonsten kommen Seilkräne, Seilbahnen und Seilwinden von spezialisierten Firmen zum Zug.»

Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf knapp 1,6 Mio. Franken, 680000 Franken werden durch den Holzverkauf gedeckt. Von den restlichen 875000 Franken übernimmt der Kanton 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent werden den Nutzniessern der Strasse und des Waldes weiterverrechnet. Nutzniesser sind in diesem Fall die Einwohnergemeinden Grenchen und Bettlach, die SWG, die Burgergemeinden Lengnau und Büren.

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