Schusswaffe

Grenchner Polizisten dürfen Taser bei gemischten Patrouillen nicht einsetzen

Seit einem Jahr benutzt die Stadtpolizei Grenchen eine Taser. (Symbolbild)

Seit einem Jahr benutzt die Stadtpolizei Grenchen eine Taser. (Symbolbild)

Die Stadtpolizei Grenchen setzt seit einem Jahr einen Taser ein. Dieser wurde in der Zeit zweimal gezogen, aber noch nie abgefeuert. Nicht eingesetzt werden dürfen sie, wenn die Grenchner mit Kantonspolizisten unterwegs sind.

Seit einem Jahr sind sogenannte Taser bei der Grenchner Stadtpolizei im Einsatz. «Bisher wurden sie schon zweimal gezogen, aber noch nie abgefeuert», sagt der Kommandant der Stadtpolizei Grenchen Christian Ambühl gegenüber dem «Regionaljournal Aargau-Solothurn» von Radio SRF. Dabei ging es um häusliche Gewalt und um Bedrohung eines Beamten.  

Der Taser ist eine Elektroschusswaffe, welche einen Stromschlag von 50'000 Volt abgibt. Seit 2003 ist der Taser in der Schweiz in Gebrauch. Durch einen Draht werden zwei Projektile freigelassen, welche den Getroffenen für fünf Sekunden lähmen und kampfunfähig machen. Die Polizei kann während dieser Zeit den Täter überführen.

Bei der lokalen Patrouille der Stadtpolizei Grenchen werden die Taser getragen. Davor haben alle eine theoretische und praktische Ausbildung absolviert. «Einsetzbar ist der Taser aber nur für jene, die den Selbsttest gemacht haben», sagt Kommandant Ambühl.

Stadtpolizei Grenchen im Herbst 2018 bei der Taser-Ausbildung

Stadtpolizei Grenchen im Herbst 2018 bei der Taser-Ausbildung

Er ist überzeugt, dass sich die Anschaffung gelohnt habe. «Irgendwann kommt der Zeitpunkt, in dem ein Mitarbeiter nicht schiessen muss, weil er einen Taser hat», sagt er. Auch die Sondereinheit Falk der Kantonspolizei Solothurn trägt seit 2007 und die Mobile Polizei neu seit 2018 einen Taser mit sich. Dabei sei er viermal zum Einsatz gekommen und davon wurde dreimal auch tatsächlich geschossen, wie Mediensprecherin Astrid Bucher der Kantonspolizei Solothurn SRF mitteilt. Weitere Einsätze seien aber kein Thema.

Einschränkungen gibt es für die Stadtpolizei Grenchen. Bei einer gemischten Patrouille mit der Kantonspolizei Solothurn dürfen die Grenchner den Taser nicht mit dabei haben. Die Einsatzverantwortung liegt in diesen Fällen bei der Kantonspolizei. Diese hat eine strikte Auflage, was die Nutzung betrifft.

«Ich sehe keinen Grund, warum meine Leute den Taser bei gemischter Patrouille nicht tragen dürfen», sagt der Kommandant der Grenchner Stadtpolizei. Er wünsche sich, dass seine Mannschaft dies eines Tages tun dürfe. Aber bis dahin gelte es, den Entscheid zu akzeptieren. 

Taser der Stadtpolizei Grenchen machte Schlagzeilen

Taser der Stadtpolizei Grenchen machte Schlagzeilen (Februar 2019)

Der Elektroschocker sollte die Arbeit von der Grenchner Stadtpolizei noch sicherer machen. Der Taser ist jedoch oft nutzlos, da ihn die Stadtpolizei auf gemischten Patrouillen mit der Kapo nicht einsetzen darf.

Taser ist umstritten

Der Taser hinterlässt keine bleibenden Schäden. Viele Polizeikorps – wie auch in Grenchen – verlangen von ihren Polizisten einen Selbsttest. Trotz allem: Der Taser ist eine gefährliche Schusswaffe. Denn der Getroffene kann durch die Lähmung unkontrolliert stürzen. (ber)

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