Die nächste Saison wird für das Theater Biel Solothurn schwierig. Denn mit dem Umbau des Stadttheaters Solothurn fällt die Bühne während der ganzen Saison 2013/2014 weg.

Noch im letzten Jahr machten sich die Theaterverantwortlichen auf die Suche nach möglichen Ersatzspielorten und fassten unter anderem auch das Parktheater Grenchen ins Auge. Claude Barbey, Stadtbaumeister und Vize-Präsident der Genossenschaft Parktheater, berichtet von einem Treffen im Spätsommer letzten Jahres: Eveline Pfister von der Theaterkommission, er selber, Marcel Falk, Verwaltungsdirektor des Theaters Biel Solothurn und Direktor Beat Wyrsch, hätten sich im Parktheater getroffen und die Örtlichkeiten besichtigt. Man habe ein konstruktives Gespräch geführt.

«Die Genossenschaft Parktheater hätte sich darüber gefreut, wenn die Infrastrukturen benutzt würden. Wir haben uns auch vorgestellt, dass man einen Teil des Programms des Theaters Biel Solothurn ins eigene Theaterprogramm einbauen könnte und hatten den Eindruck, dass wir auf offene Ohren stiessen», so Barbey. Konkret hatte man die Idee, dass das Theater Biel Solothurn eine oder zwei Produktionen komplett in Grenchen produziert und mehrere Vorstellungen gibt. Zwar habe man damals nicht über einen Preis geredet, aber den Theaterleuten signalisiert, dass das Parktheater «für ein Trinkgeld» zu haben sei.

Klare Entscheidung für Solothurn

Nun kommt es aber anders, als von der Genossenschaft angedacht. Marcel Falk, Verwaltungsdirektor des Theaters Biel Solothurn, erklärt auf Anfrage, warum. Man habe sich ganz klar für Solothurn entschieden, denn dort sei man jetzt gerade sehr präsent. Nach der sehr positiven Abstimmung – die Stimmberechtigten Solothurns hatten dem Kredit für den Umbau ihres Theaters überaus deutlich zugestimmt – komme es nicht infrage, den ordentlichen Spielbetrieb aus der Stadt Solothurn auszulagern. «Wir haben jetzt schon einzelne der rund 1000 Abonnenten, die ihr Abo künden, nur weil wir in die Reithalle umziehen. Wer garantiert uns, dass nicht 30 bis 40 Prozent unserer Abonnenten einfach nicht nach Grenchen ins Theater wollen und wir sie deshalb verlieren würden?» Man habe sich deshalb auch dagegen entschieden, ganze Produktionen in Grenchen zu machen oder Grenchen überhaupt als Ersatz-Spielort in Betracht zu ziehen.

Doch die Bereitschaft der Grenchner, helfen zu wollen und in der prekären Lage einzuspringen, hat anscheinend Eindruck hinterlassen: «Der neue künstlerische Direktor, Dieter Kägi, ist im Gespräch mit Eveline Pfister, um mögliche Gastspiele zu besprechen», so Falk. Es sei durchaus möglich, dass neue Formate – Falk spricht von einer Kooperation mit einer Tanztruppe oder kleine Kammeropern, die man ohne den grossen Musiktheater-Apparat produziert – in Grenchen gezeigt werden.

Einzelne Gastspielverträge?

Eveline Pfister, noch bis Ende Februar Verwaltungsrätin der Genossenschaft, bestätigt die Gespräche. Allerdings sei noch nicht Konkretes entschieden. Denn für sie kämen nur Stücke infrage, die nicht bereits schon 10 Mal in Biel oder Solothurn gezeigt wurden, bevor sie in Grenchen auf die Bühne kommen.

So oder so würde es sich um einzelne Gastspielverträge handeln, die Grenchen einkaufen würde, zu den gleichen Konditionen wie die anderen Theater, in denen das Theater Biel Solothurn mit Gastspielen auftritt.

Noch ist nichts entschieden, aber es wäre ein bemerkenswertes Novum, wenn das Theater Biel Solothurn nach Grenchen kommen würde, und sei es nur mit einzelnen Vorstellungen. Die Bühne wäre da, das Grenchner Publikum auch.

Und wer weiss: Vielleicht «verirren» sich ja sogar ein paar Solothurner nach Grenchen.