Hilfsaktion
Grenchner Notstrom-Generatoren kommen in Bulgarien zum Einsatz

Die beiden Notstrom-Generatoren des ehemaligen Spitals Grenchen werden schon bald nach Bulgarien reisen und dort der von Stromausfällen geplagten ländlichen Bevölkerung eine grosse Hilfe sein.

Andreas Toggweiler
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Verlad der Notstromaggregate im «Sunnepark» mit von links AndreasThöni, Präsident Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa, Barbara Kläy, Leitung Finanzen & Administration Solviva Gruppe, Aneta Grouytcheva, Vertreterin der bulgarischen Botschaft, Peter Trachsel, Geschäftsleiter «Sunnepark», und Erich Fuhrer, SWG.

Verlad der Notstromaggregate im «Sunnepark» mit von links AndreasThöni, Präsident Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa, Barbara Kläy, Leitung Finanzen & Administration Solviva Gruppe, Aneta Grouytcheva, Vertreterin der bulgarischen Botschaft, Peter Trachsel, Geschäftsleiter «Sunnepark», und Erich Fuhrer, SWG.

Andreas Toggweiler

Möglich gemacht haben dies der Verein Solidarität Schweiz-Osteuropa und Willi Gyger, heutiger Besitzer und Betreiber des Alterszentrums Sunnepark.

Letzte Woche wurden die beiden Mini-Kraftwerke von Vereinsmitgliedern auf einen Tieflader verladen und zum Lieferanten Bimex Energy AG nach Uetendorf transportiert. Dort werden sie (unentgeltlich) technisch an die Bedürfnisse in ihrer neuen Heimat angepasst, bevor sie voraussichtlich Ende September ihre Reise in den Balkan antreten. Eines der beiden Aggregate wird in der abgelegenen Ortschaft Sarnitsa, eine weitläufige Kommune mit rund 5000 Einwohnern unweit der griechischen Grenze, installiert, wie Rosmarie Chlouda, Sekretärin und Kassier des in Hasliberg domizilierten Vereins Solidarität Schweiz-Osteuropa erklärt.

«Im gebirgigen Gelände kommt es immer wieder zu Stromausfällen, die teilweise Tage, wenn nicht Wochen anhalten», erläutert Vereinspräsident Andreas Thöni. Die Gegend sei zwar reich an Wasserkraft, doch werde der Strom von den österreichischen Kraftwerkbesitzern in die Städte abgeführt. Ein Interesse an den Kleinabnehmern auf dem Land bestehe nicht, weshalb auch Reparaturen in abgelegenen Gebieten keine Prioritäten hätten.

Spitäler mit Nachholbedarf

Um diese Lücken in der Stromversorgung zu überbrücken, soll der eine der beiden Generatoren eingesetzt werden. Diese wurden erst im Jahr 2009 installiert und werden nach der Schliessung des Grenchner Spitals nicht mehr benötigt. Monteure der SWG haben die Anlagen samt Steuerung fachgerecht demontiert und für den Transport bereitgestellt – auch dies unentgeltlich.

Der Standort des zweiten Generators ist noch nicht festgelegt. Er soll nach Angaben von Aneta Grouytcheva, Wirtschaftsrätin der Republik Bulgarien an der Botschaft in Bern, möglichst in einem Spital zum Einsatz kommen. Denn auch die Spitäler des Landes haben gewaltigen Nachholbedarf.

Die Ausrüstung von Spitälern mit ausgemustertem Material aus der Schweiz ist denn auch die Hauptaufgabe des Vereins, der auch schon Betten aus dem Bürgerspital Solothurn, dem Kantonsspital Olten und der Psychiatrischen Klinik in Langendorf nach Bulgarien bringen konnte.

Verschenkt statt verkauft

Aufgrund dieser Aktivitäten habe Solviva bzw. Willi Gyger Kontakt aufgenommen. «Uns war es wichtig, dass eine bewährte Institution diese Apparaturen vermittelt und auch für einen sachgerechten Transport und Umgang mit ihnen sorgt», erläutert Peter Trachsel, Geschäftsführer im «Sunnepark». Die Solviva-Gruppe ihrerseits sei glücklich, wenn die ausgedienten Apparaturen noch gebraucht werden können. Bewusst habe man auf einen Verkauf der Generatoren verzichtet, der schätzungsweise mehr als 200 000 Fr. eingebracht hätte.

Vereinspräsident Andreas Thöni, der schon viele Jahre «Ost-Erfahrung» mit Hilfsaktionen aufweist, will das gewährleisten, auch wenn dies oft nicht einfach sei. Am schwierigsten sei es, kompetente Leute vor Ort zu finden, welche auch Verantwortung übernehmen können und wollen. Hier sei dies gelungen. «Die Verantwortlichen der Gemeinde haben bereits alles sorgfältig vorbereitet und freuen sich schon sehr darauf, die vielen Stromausfälle im kommenden Winter mit diesem Gerät abdecken zu können.»

«Wunderschöne Gegend»

Auch die Regierungsvertreterin freut sich. «Auf dem Land ist die Infrastruktur oft noch wenig entwickelt. Solche Projekte helfen mit, dass Einwohner, die in die Städte gezogen sind, wieder aufs Land zurückkehren und mithelfen, dieses zu entwickeln.» Es gebe vielerorts hoffnungsvolle Neuanfänge, beispielsweise im Bereich Agrotourismus. «Die Gegend ist wunderschön und naturnah», bestätigt Thöni. «Es sieht dort aus wie in Kanada.» Eine grosse Ressource ist die Waldnutzung.

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