Grenchen
Grenchner «Neugründer» geht Schritt für Schritt Richtung Weltmarkt

Jan Swager van Dok und sein Schuh erreichen das Finale der «Swiss Innovation Challenge».

André Weyermann
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Jan Swager van Dok und Tochter Nina präsentieren das neuste Modell von X10D.

Jan Swager van Dok und Tochter Nina präsentieren das neuste Modell von X10D.

zvg

Es läuft ausgesprochen gut für den vom Grenchner Physiotherapeuten Jan Swager van Dok und seinem Team entwickelten Schuh «X10D». An der «Swiss Innovation Challenge» schafften sie es bis ins Finale. Die Swiss Innovation Challenge ist ein Wettbewerb, bei dem aus über 100 Innovationsprojekten (dieses Jahr waren es 140) im Rahmen dreier Ausscheidungsrunden («Pitchs») 25 Finalisten und ein Sieger («Award Winner») erkoren werden. Die Teilnehmer des Wettbewerbs sind KMU und Start-ups aus der ganzen Schweiz. Zusätzlich zum eigentlichen Award können sie Sonderpreise im Bereich «Internationalisierung», «Life Sciences» und «Bau» gewinnen. Der ganze Wettbewerb dauert sieben Monate.

Während dieser Zeit können die Teilnehmer an kostenlosen, anwenderorientierten Seminaren teilnehmen. Zudem haben die Teilnehmer Zugang zu Mentoring- und Coaching-Programmen, bei denen sie mit praxisnahem Wissen unterstützt und gefördert werden. Neben diesen Vorteilen profitieren die Teilnehmer und ihre Innovationsprojekte von Netzwerkanlässen und diversen Publicity-Massnahmen.

Die Swiss Innovation Challenge wurde 2014 von der Wirtschaftskammer Baselland, der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) ins Leben gerufen.

Fast wie in der «Höhle des Löwen»

«Dass wir daran teilgenommen haben, ist sehr sinnvoll gewesen», resümiert Jan Swager van Dok. Bei den Präsentationen habe man sich zwar manchmal wie in der TV-Show «Höhle des Löwen» gefühlt. Aber das angebotene Coaching- und Monitoring-Programm sei von unschätzbarem Wert gewesen: «Wir haben enorm profitiert, wissen nun, wo wir Verbesserungspotenzial haben. Dazu konnten wir uns ein wichtiges Netzwerk aufbauen.» Man sei auf dem richtigen Weg, aber vor allem im Bereich Marketing und Kommunikation müsse man noch enorm zulegen.

Dass es das kleine Team bis in den Final geschafft hat, ist keine Selbstverständlichkeit, waren doch an der Challenge auch äusserst potente Mitkonkurrenten am Start. So hat zum Beispiel auch das Haus Novartis mit einer Innovation und einem millionenschweren Aktienkapital daran teilgenommen. Zur Erinnerung: 2013 entwickelte Jan Swager van Dok zusammen mit dem Schuhspezialisten Tobias Schumacher einen Alltagsschuh für die urbane Umgebung, dessen spezielle Sohle ein verbessertes Abrollen und dadurch einen aufrechteren und gesünderen Gang ermöglichen soll. In der Folge gründete man eine Aktiengesellschaft, in welcher neben den beiden Initianten auch Nina Swager van Dok, Jans Tochter, sowie der Finanzfachmann und Unternehmensberater Patrik Galli das Inhaber-Team bilden. Sie vertreten 85 Prozent des Aktienkapitals. 15 weitere Prozent werden von anderen Investoren gehalten.

Die Wirkung des Schuhs ist nachgewiesen

Der Grenchner Physiotherapeut war schon immer von der gesundheitsfördernden Wirkung seines Produkts überzeugt. Verschiedene unabhängige wissenschaftliche Studien haben in der Zwischenzeit belegt, dass mit dem Tragen des Schuhs schon innerhalb weniger Wochen Verbesserungen in Richtung eines «aufrechten Ganges» erzielt werden.

Auch wenn das Team von X10D dem Schuh ein riesiges Potenzial zutraut, will man Schritt für Schritt nehmen. Der Schuh ist weltweit patentiert, im Moment in der Schweiz, Österreich, Deutschland Russland und China erhältlich. Ziel ist es, mittelfristig weltweit präsent zu sein, in Sportgeschäften, Orthopädischen Fachhäusern und natürlich online.

Vor einem Jahr hat der Spezialschuh die Neugründer-Challenge in Grenchen gewonnen. Jan Swager van Dok wird an der morgigen Neuauflage über seine Erfahrungen seitdem berichten. (Siehe Kasten)

Wer schafft die «Neugründer-Challenge»?

Am Dienstag ab 17 Uhr findet in der Aula des Berufsbildungszentrums BBZ die dritte Grenchner «Neugründer-Challenge» statt. Vier Jungunternehmen werden in der Höheren Fachschule für Technik Mittelland um den Preis von 1000 Franken kämpfen. Ins Final haben es folgende Projekte geschafft:

«Feel a fil» heisst das nachhaltige Strick-Label der Solothurner Textildesignerin Selina Peyer. Die erste Kollektion mit hochwertigen Strickwaren ist in Zürich, Basel, Bern, Aarau und Liestal auf dem Markt.

Die Roobster AG wurde Anfang 2019 von Daniel Hugentobler gegründet. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt E-Scooter mit einem neuartigen Konzept.

Ein Team von Studenten der Höheren Fachschule für Technik Mittelland hat einen automatisierten Futterspender für Reptilien entwickelt: Die Tiere müssen sich ihr Futter selber «jagen» und werden so artgerechter gehalten.

Das «Compact Learning» von Prisca Clarke bietet massgeschneiderte Sprachkurse und steht für gehirngerechtes Lernen mit Spannung und Spass im eigenen Tempo.
Mit einem Gastreferat mit dabei sind auch die letztjährigen Gewinner, die Schuhentwickler X10D AG (siehe Haupttext). Organisiert wird der Anlass vom Gründerzentrum des Kantons Solothurn, der Wirtschaftsförderung der Stadt Grenchen und der kantonalen Wirtschaftsförderung. (rrg)

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