Aschberger forderte, die Stadt solle prüfen, «ob es möglich ist, die Museen zwecks Kostenersparnis zusammenzuführen, personell wie auch räumlich.»

Diese Forderung habe «heftige und undifferenzierte Reaktionen hervorgerufen», räumte Aschberger ein. «Man warf mir vor, ich wolle die Kultur zerstören.» Dabei sei es ihm nur darum gegangen, dass die Stadt gewappnet sei für finanziell magere Zeiten. «Eine Schliessung der Museen liegt mir fern», betonte er. Aber man müsse den noch vorhandenen Handlungsspielraum jetzt ausnützen.

"Wie Maschinen- und Schokoladefrabrik"

Die Präsidenten der beiden Museen, Lukas Walter und Hanspeter Rentsch, äusserten sich schriftlich zu dem Vorhaben und stellten fest, dass die beiden Museen hinsichtlich Thematik, Sammlungsinhalten und Publikum zu unterschiedlich seien, als dass Synergien möglich seien.

«Das ist, wie wenn man eine Maschinen- und eine Schokoladenfabrik zusammenlegen würde», formulierte Rentsch, Präsident des Kunsthauses. Das Kunsthaus Grenchen habe zudem die wohl geringsten Ausstellungskosten aller Häuser seiner Art in der Schweiz. Lukas Walter (Kulturhistorisches Museum) befürchtet zudem, dass bei einer Fusion das Engagement der Unterstützungsvereine nachlässt.

Der Rat folgte dieser Argumentation grossmehrheitlich. Das Suchen neuer Wege sei zwar zu begrüssen, in diesem Fall aber nicht zielführend, meinte Marco Crivelli. Die CVP unterstütze den Vorstoss nur, wenn das Ziel einer räumlichen und personellen Zusammenlegung fallengelassen werde. Ähnlich tönte es mit Anna Duca bei der SP- und mit Renato Müller bei der FDP-Fraktion.

Nicole Hirt (GLP) unterstützte Aschbergers Pläne. Kultur dürfe kein Tabuthema sein, meinte sie. Ivo von Büren (SVP) sprach gar von einer «heiligen Kuh», präzisierte aber, dass das Kunsthaus gut arbeite. «Das Kulturhistorische Museum sollte sich daran orientieren.» Nachdem ausser der GLP und der eigenen Fraktion niemand den Vorstoss unterstützte, zeigte sich Aschberger bereit, diesen zurückzuziehen und allenfalls neu formuliert wieder einzureichen.

Ein weiterer SVP-Vorstoss hatte die Sicherheit am Flughafen Grenchen zum Gegenstand. Heinz Müller zeigte sich zwar von der Antwort der Verwaltung befriedigt, wünschte aber zu Handen des Protokolls die Diskussion, um nach der Ablehnung der Pistenverlängerung durch den Kanton erneut die Einigkeit des Rates zum Flughafen zu demonstrieren. Dies gelang ihm nur teilweise. «Die Sicherheit betrifft den Kanton und den Flughafen und ist nicht Sache der Stadt», meinte Andreas Kummer (CVP).

Sicherheit dürfe nicht als Scheinargument für eine geringfügige Pistenverlängerung benutzt werden. Nur eine Business-Jet-taugliche Verlängerung der Piste bringe etwas. Hubert Bläsi (FDP) rief in Erinnerung, dass «der Ball nun beim Kanton liegt» und Flughafen-Verwaltungsrat Alex Kaufmann (SP), erklärte, dass flughafenseitig einiges im Gange sei, um die Situation zu verbessern.