Moschee
Grenchner Moschee wird bald weitergebaut

Lange sah es aus, als ob rein gar nichts mehr geht auf der Baustelle der Moschee an der Maienstrasse. In Kürze sollen die Arbeiten aber weitergeführt werden.

Oliver Menge
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Moschee in Grenchen

Moschee in Grenchen

zvg
Das Wasser ist inzwischen abgepumpt, eine Sickerleitung wurde gelegt.

Das Wasser ist inzwischen abgepumpt, eine Sickerleitung wurde gelegt.

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Seit etwas mehr als zwei Monaten passiert auf der Baustelle an der Maienstrasse neben Otto’s, dort, wo die Xhamia-Ebu-Hanife-Moschee gebaut werden soll, nichts. Nach dem offiziellen Baustart Mitte April wurde zwar der Aushub gemacht, aber danach ging es nicht mehr weiter. Die Baugrube füllte sich mit Wasser, das zeitweise abgepumpt wurde. Aber sonst sah es ganz so aus, als ob die Bauarbeiten schon wieder eingestellt sind. Nur einen kleinen Bagger hatte man im kleinen See stehen lassen.

Es wurde spekuliert, ob die Moschee überhaupt gebaut wird oder ob einfach bloss die Baugrube ausgehoben wurde, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen. Nach dem jahrelangen Hin und Her nicht erstaunlich: Erst im zweiten Anlauf erfüllte die Bauherrschaft, die Albanisch islamische Glaubensgemeinschaft (AIG), alle Voraussetzungen. Insbesondere der Finanzierungsnachweis, den schliesslich die Aargauer Kantonalbank beibrachte, hatte gefehlt, und das verhinderte wiederholt eine Baubewilligung. Erst in diesem Jahr schien alles zu klappen, und entgegen allen Vorhersagen fand am 11. April sogar ein Spatenstich statt. Dass nun die Arbeiten nach so kurzer Zeit wieder eingestellt wurden, schien manchen Grenchnern «verdächtig». Denn eine Baubewilligung ist nur dann gültig, wenn mit dem Bau begonnen wird.

Visualisierungen der Grenchner Moschee
3 Bilder
So soll die Moschee in Grenchen aussehen

Visualisierungen der Grenchner Moschee

aig-grenchen

Baugrund ist schlecht

Der Schein trügt, sagt Nadir Polat, Inhaber, Projektleiter und ausführender Architekt bei der Mimari-GmbH aus Grenchen, welche den Bau der Moschee begleitet: «Wir hatten die lange Pause, weil der Baugrund sehr schlecht ist. Der Boden ist stark lehmhaltig und Wasser versickert kaum.» Gemeinsam mit den Ingenieuren von BSB und Partner und einer Geologin habe man beschlossen, das Ganze zuerst einmal zu beobachten und danach das weitere Vorgehen zu beschliessen. Denn man habe zuerst herausfinden müssen, ob hier Grundwasser von unten drückt oder ob es sich beim Wasser in der Baugrube bloss um Wasser von oben handelt. «Jetzt wissen wir, es ist kein Grundwasser, das den See gebildet hat, sondern Regenwasser, das praktisch nicht versickern kann.»

Provisorischer Sickerkanal

Rings um die Baustelle wurde bereits ein provisorischer Sickerkanal erstellt, der im Zug der Bauarbeiten erweitert werden soll. Die Stadt will zwischen Otto’s und der geplanten Moschee eine neue Leitung legen. Man werde im gleichen Zug einen neuen Sickerkanal rund um die künftige Moschee erstellen. Die Offerten für die Bauarbeiten seien eingegangen und man werde in den nächsten Tagen die Baumeisterarbeiten vergeben, so Polat. «Ich rechne damit, dass wir noch in diesem Monat mit den Arbeiten fortfahren können.» Nach rund 18 Monaten soll das Kulturzentrum des AIG fertiggestellt sein.

Die Mimari-GmbH ist eine Generalunternehmung, die in der Region schon mehrere Bauten – Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbe- und Industriebauten – geplant und und gebaut hat, aber auch in Ankara, Türkei, mehrere Projekte realisiert hat, unter anderem ein Fussballstadion und ein Einkaufszentrum der Migros.