Uhrmacher-Wettbewerb

Grenchner Lernende brillieren mit genauestens regulierten Uhren

Die erfolgreichen Uhrmacherlehrlinge mit Atelierchef Simon Studer (2. von links)

Die erfolgreichen Uhrmacherlehrlinge mit Atelierchef Simon Studer (2. von links)

Gleich acht Lernende des ZeitZentrums Grenchen haben am Wettbewerb der Chronometerkontrolle COSC ein Zertifikat für die Genauigkeit ihrer Uhr erhalten.

Strahlende Gesichter im vierten Lehrjahr der Uhrmacherklasse im ZeitZentrum in Grenchen: 8 von 13 Schülerinnen und Schülern ist es gelungen, das heiss begehrte COSC-Zertifikat beim jährlich stattfindenden, von der Société Suisse de Chronométrie, kurz SSC, organisierten Wettbewerb zu ergattern.

«Dabei war es erst gar nicht selbstverständlich, dass die Klasse überhaupt teilnehmen konnte, denn gestartet wurde Anfang März – zwei Wochen, bevor die Schule für zwei Monate komplett schliessen musste», schreibt Uhrmacher-Schülerin Nina Fink seitens ihrer Klasse.

«Die Enttäuschung, als am 13. März der Lockdown verkündet wurde, war beinahe physisch spürbar, nicht zuletzt, weil dies in diesem Jahr bereits der dritte Wettbewerb gewesen wäre, den die Klasse nicht hätte bestreiten dürfen», heisst es weiter.

Nach dem Lockdown kam die hektische Zeit

Umso grösser die Freude und die Motivation, als nach der langen Zeit Zuhause die Nachricht kam: Der Wettbewerb findet trotz allem statt, die Uhrwerke dürfen eingeschickt werden, die Arbeit lohnt sich. Für die Réglage stellte die Übungsleitung der COSC allen Teilnehmerinnen eine mechanische Uhr mit Handaufzug vom Typ Tissot «Chemin des Tourelles» zur Verfügung.

«Was danach folgte, waren sechs hektische Wochen, in welchen unter der Leitung von Lehrmeister Simon Studer an den Uhrwerken reguliert, gemessen und korrigiert wurde.» In dieser Zeit war die Uhrmacherklasse nur in Teilklassen und an einzelnen Tagen im Atelier, die Coronaregelungen und die damit verbundenen Massnahmen liessen es nicht zu, dass mehr als fünf Personen gleichzeitig arbeiten konnten.

Ende Juni war es dann so weit und 13 Uhrwerke machten sich auf den Weg nach Biel, wo sie unter den strengen Bedingungen von der COSC (vgl. Kasten) geprüft werden sollten.

Zwei Frauen und sechs Männer haben es geschafft

«Zurück blieb eine Klasse, die nun ihre gesamte uhrmacherische Geduld aufwenden musste, während sie auf die Resultate wartete», beschreibt Nina Fink das bange Warten auf die Resultate aus Biel.
Zwei Frauen und sechs Männer haben es geschafft und ihre Werke sind nun zertifizierte Chronometer. «Der Preis für diese Leistung, das zertifizierte Werk mit komplettem Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger und Armband gesponsert von Tissot sowie das dazugehörige Zertifikat der COSC, wurde mit glänzenden Augen in Empfang genommen», berichtet die Uhrmacherklasse.

Simon Studer, Atelierchef des 3. Lehrjahres, erläutert die Leistung der Uhrmacherinnen und Uhrmacher mit Zahlen zu diesem hochkompetitiven Wettbewerb. 143 Teilnehmer hatten sich für den Wettbewerb angemeldet, davon 13 vom ZeitZentrum Grenchen. Zugelassen zum COSC-Test wurden danach 108 Uhren, darunter acht aus Grenchen. «Nur 55 Uhren haben den strengen COSC-Test bestanden, darunter alle acht zugelassenen des ZeitZentrums», berichtet Studer. Dass trotz der erschwerten Bedingungen der Wettbewerb durchgeführt wurde, begrüsst Studer. «Ich denke, das hat die Schülerinnen und Schüler zusätzlich beflügelt.» Denn es war der einzige Lehrlingswettbewerb, der im Coronajahr überhaupt durchgeführt wurde. Auch Rektor Daniel Wegmüller zeigt sich erfreut über den Erfolg der Schülerinnen und Schüler. «Diese Zahlen machen mich stolz», meint er.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1