Swiss Skills

Grenchner Lehrling «plättlet» an den Swiss Skills um die Wette

Plattenlegen findet nicht nur in Bad und Küche statt. Der angehende Plattenleger Cédric Brunner plättelt derzeit mit einer Naturstein- Imitation eine Mauer im Garten eines Einfamilienhauses.

Plattenlegen findet nicht nur in Bad und Küche statt. Der angehende Plattenleger Cédric Brunner plättelt derzeit mit einer Naturstein- Imitation eine Mauer im Garten eines Einfamilienhauses.

Der Grenchner Cédric Brunner misst sich an den Schweizer Berufsmeisterschaften der Plattenleger.

«Eine solche Chance erhält man nicht oft», sagt Cédric Brunner locker, während er sich im Lehrbetrieb in Derendingen auf den Einsatz auf der Baustelle vorbereitet. Der 20-jährige Grenchner absolviert derzeit die Lehre als Plattenleger. Als Chance meint er die Teilnahme am nationalen Berufswettbewerb Swiss Skills. Kommende Woche wird er sich im Bildungszentrum des Schweizerischen Plattenverbandes in Dagmersellen als einer von 14 Nachwuchshoffnungen messen, erkoren wird der Schweizer Meister 2016 im «Plättlilegen». «Das ist für mich eine Standortbestimmung. Ich will schauen, wo ich im Vergleich mit meinen Berufskollegen stehe», sagt der junge Mann. Nicht zuletzt sei es auch eine gute Vorbereitung für die bald anstehende Lehrabschlussprüfung. «Ich kann an den Swiss Skills Erfahrungen sammeln, um auch unter Zeitdruck gute Arbeit abzuliefern.»

Werbung für Berufsbildung

Als eine «gute Sache» bezeichnet sein Lehrmeister Ueli Baumgartner den Berufswettbewerb. Er führt den kleinen Familienbetrieb Baumgartner AG in Derendingen in der dritten Generation. Es sei eine Chance, das erfolgreiche Berufsbildungsmodell nach aussen zu tragen. Das liegt ihm besonders am Herzen, ist doch der Eidg. dipl. Plattenlegermeister auch als Fachlehrer an der Berufsfachschule Zofingen tätig. Und bei einem guten Abschneiden des Wettkämpfers sei das auch gute Werbung für den Ausbildungsbetrieb. Baumgartner weiss, wovon er spricht. Hat doch bereits 2008 «sein» damaliger Lehrling die Schweizer Meisterschaft gewonnen und durfte dann ein Jahr später an der Berufs-WM im kanadischen Calgary teilnehmen. «Leider hat es dort nicht zu einer Medaille gereicht, aber stolz waren wir trotzdem.»

Erfolgreicher Verband

Berufsmeisterschaften, an denen die jungen Berufsleute die Möglichkeiten haben, ihr praktisches Können im nationalen und internationalen Rahmen unter Beweis zu stellen, finden nicht nur in der Schweiz statt. Neben den Swiss Skills werden auch regelmässig die Euro Skills und die World Skills durchgeführt. So hebt denn auch der Branchenverband die Wichtigkeit dieser Anlässe hervor. Kein Wunder, ist doch der Plattenlegerverband gemessen am Medaillenspiegel nach eigenen Angaben der weltweit erfolgreichste Berufsverband. «Wir sehen in den nationalen und internationalen Berufswettbewerben einen weiteren Kanal, um einerseits die Eltern, aber auch die Jugendlichen über die berufliche Grundbildung und insbesondere über den Plattenlegerberuf anzusprechen», erklärt Carole Schäfer, Projektleiterin Berufsbildung beim Schweizerischen Plattenverband. Sie spricht von einem Puzzleteil in den Anstrengungen, die Jugendlichen für den Beruf des Plattenlegers zu begeistern.

Schwierige Suche nach «Stiften»

Das scheint auch nötig zu sein, sind doch die Lernendenzahlen in der Verbandssektion Mittelland (Aargau und Solothurn) rückläufig. Derzeit sind, so Schäfer, bei den Mitgliedsfirmen deren elf in der Ausbildung zum Plattenleger EFZ oder Plattenlegerpraktiker EBA. Der Stellenwert des Handwerks werde leider nicht mehr so geschätzt wie früher. «Einerseits kämpfen wir mit dem veralteten Image des ‹dreckigen Handwerks›, andererseits ist man der Ansicht, dass Jugendliche mit guten schulischen Leistungen die Matura absolvieren müssen.» Dabei gebe eine berufliche Grundbildung, auch in einem anspruchsvollen Handwerk, den Jugendlichen mit dem Einstieg ins Berufsleben viele wertvolle Erfahrungen mit.

Anspruchsvoll sei die Ausbildung zum Plattenleger tatsächlich, sagt Cédric Brunner. Es brauche handwerkliches Geschick, eine gute körperliche Verfassung, und vor allem müsse man sehr exakt arbeiten. «Man sieht nach getaner Arbeit alles, auch die Fehler», sagt er lachend. Am Beruf des Plattenlegers gefällt ihm insbesondere, «aus grauen Böden und Wänden etwas Schönes zu gestalten».

«Ich gebe mein Bestes»

Jetzt freut er sich auf die Herausforderung an den Swiss Skills. Natürlich wäre es schön, zu gewinnen, aber er habe nicht zu hohe Erwartungen. «Ich werde einfach mein Bestes geben.» So sei auch nicht sein Ziel, an den World Skills im kommenden Jahr in Abu Dhabi teilzunehmen. Die zwei besten Nachwuchstalente können an der Ausmarchung für Abu Dhabi mitmachen. Derweil denkt Cédric Brunner bereits über seine weitere berufliche Zukunft nach. «Mich interessiert die Ausbildung zum Bauführer.» Das Fundament dazu hat er gelegt, absolvierte er doch vor der jetzigen Lehre bereits die dreijährige Maurerlehre.

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