Gemäss verschiedenen Anzeigen auf Tischsets in Grenchens Beizen sowie Inseraten im Grenchner Tagblatt sollte der diesjährige Kinderumzug bereits um 14 Uhr losgehen. So standen sich bereits Viertel vor einige Schaulustige am Strassenrand die Beine in den Bauch. Dazwischen tollten kleine Prinzessinnen, Indianer und Gartenzwerge herum und leerten emsig ihre Konfettisäcke. Nach zwanzig Minuten war noch immer kein Startschuss gefallen, geschweige laute Guggenmusik ertönt, der Boden aber mit farbigen Papierschnipseln übersäht. Findet überhaupt ein Kinderumzug statt?

Derjenige in Bettlach war ja wegen den Ferien bereits ins Wasser gefallen. Ein Plattenverkäufer kann kurz vor 14.30 Uhr entwarnen, es habe vorgängig nur einen kleinen Kommunikationsfehler gegeben. Offizieller Startschuss sei eigentlich um 14.35 Uhr. Fünf Minuten später knallt es, und endlich ertönt in der Ferne erste Guggenmusik.

Glücklicherweise spielt das Wetter entgegen aller Prognosen mit, gelegentlich blinzelt sogar die Sonnen durch die Wolkendecke.

Gute Stimmung

Einige Minuten später biegt von der Centralstrasse her die erste Umzugsgruppe in die Schild-Ruststrasse ein. Die «Mamis» kommen passend zu ihrem Motto «kunterbunt» daher, verkleidet als Frösche, Bienen und Tiger. In ihrem Rücken heizt währenddessen die Guggenmusik «Schuelschwänzer» ordentlich ein. Bereits die ganz Kleinen trommeln und rasseln fleissig mit und sorgen als Indianer verkleidet für gute Stimmung.

Es folgt die Spielgruppe Lolipop aus Lengnau. Die rund 70 Kinder haben sich mitsamt ihren Eltern als Musiknoten verkleidet und und bilden die grösste Gruppe am Umzug. Spielgruppenleiterin Maria Bilello bedauert, dass heuer wegen den Ferien so wenige Schulklassen am Umzug teilnehmen. Auch Obernarr Thommy Meister ist mit der Teilnehmerzahl von 180 Kindern nicht glücklich. Kein Vergleich zum Vorjahr, als über 700 Kinder mitgelaufen sind. Für Meister stand jedoch von Beginn an fest, «dass bereits ab einer einzigen Anmeldung ein Kinderumzug durchgeführt wird.»

Mexikaner kamen kurzentschlossen

Ein Blick auf das Programm verrät, dass auf die bisherigen drei Gruppen auch nur noch zwei weitere folgen werden. Die Guggenmusik «Krachwanzä Bettlä» und der Verein Interessengemeinschaft Spielplätze Grenchen (ISG). Das Schlussschlicht bildeten die farbenfrohen Mexikaner von der Kita Delfin aus Bettlach, welche kurz entschlossen am Umzug teilgenommen haben und deswegen im Programmheft nicht vermerkt waren.

Geendet hat der Kinderumzug wie gehabt auf dem Marktplatz. Dort erhielten die Teilnehmer als Dankeschön ein «Schenkeli», einen Becher Tee und einen «Füfliber». Abgerundet wurde der Umzug mit einer bunten Konfettischlacht. «Etwas kurz, aber schön dass überhaupt ein Umzug statt gefunden hat», so der Grundton unter den Zuschauern. Ein kleiner Trost: Nächstes Jahr findet die Fasnacht nicht während den Schulferien statt.