37 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren liessen sich an einem Ferienpass-Anlass in die Geheimnisse der Polizei einweihen. Am Morgen hatten bereits zwei Kurse für die noch Kleineren stattgefunden. Stefan Zybach, Delegierter für Sicherheits- und Verkehrsinstruktion bei der Stadtpolizei, und Christoph Rüegger, Verkehrs-und Sicherheitsinstruktion, nahmen die Kinder in Empfang.

Eine Gruppe liess sich von Zybach in die Geheimnisse des Polizeiautos einweihen. Interessante Ausrüstungsgegenstände wurden herumgereicht und ausprobiert: Ein Restlichtverstärker, der die Umrisse einer Person im Dunkeln als weisse Silhouette zeigt, ein Alkoholmessgerät, in das einige der Knaben hineinpusteten – erwartungsgemäss ohne «positives» Resultat..

«Räuber und Polizist»

Die rund 15 Kilogramm schwere Sicherheitsweste für besondere Einsätze durfte ebenfalls angezogen werden. Das weckte die Neugier der älteren Knaben, die offensichtlich schon viele Actionstreifen und Krimis gesehen haben. «Welches war ihr schlimmster Fall? Hatten Sie auch schon mal mit einem Mord zu tun? Ist das Auto eigentlich kugelsicher? Warum heisst das Blaulicht Blaulicht? Ein Verkehrsunfall mit Schwerverletzten, das sei sein eindrücklichster Fall gewesen bisher, sagte Zybach. Das Auto sei nicht kugelsicher, sondern abgesehen von der Ausrüstung und Beschriftung ein ganz normaler Wagen. Und das Blaulicht heisse so, weil es eben blau sei.

Beim anschliessenden Rundgang durch den Posten an der Simplonstrasse bekamen die Kinder den Befragungsraum und die Einsatzzentrale zu sehen, erhielten einen Einblick in den Technik- und Waffenraum, wo unter anderem der Gummischrotwerfer viele «Ah’s» und «Oh’s» auslöste. Wesentlich öfter zum Einsatz, als die eindrucksvolle Waffe, käme hingegen der Scanner, mit denen der Chip von streunenden Hunden ausgelesen wird – jetzt im Sommer mindestens zwei Mal die Woche. Auch darum kümmere sich die Polizei, sagte Zybach. Seine Arbeit sei spannend: «Man weiss nie, was in fünf Minuten passiert».

Keine Angst vor Nadeln

Beim zweiten Posten versuchte Michèle Kohler, den Kindern die Angst vor dem Rettungsfahrzeug etwas zu nehmen. Kohler hatte im Innern auf der Bahre eine Puppe vorbereitet, an der bereits eine Infusion «mit Spaghettiwasser» – in der Infusion ist nämlich nichts anderes drin als Salzlösung – gelegt war. «Die Nadel piekst nur ganz kurz, dann nimmt man sie wieder raus, das tut nicht weh.» Sie demonstrierte das Beatmungsgerät – die Kinder durften selber Hand anlegen und spüren, was da passiert – und mass den Blutdruck bei einigen Kindern. Christina Salzmann demonstrierte derweil draussen die Bergungsgeräte – die Kinder konnten mit anfassen und helfen, den «Rückenverletzten» sicher zu bergen.

Die feine Nase des Hundes

Beim dritten Posten wurde den Kindern die Arbeit mit Polizeihunden näher gebracht. Nach einem Einführungsvideo begab sich Rüegger mit seiner Gruppe zum Schulhaus Zentrum, wo bereits die Hundeführer Iris Brunner und Marc Kohler mit ihren Hunden Kayos und Inola warteten. Der schwarze Schäferhund Kayos, ein Such- und Drogenspürhund, verfügt über eine ausgezeichnete Nase. Ohne Mühe fand er unter dem Laub einen versteckten Handschuh und sogar einen Schlüsselbund, den seine Meisterin weggeworfen hatte. Auch für das Aufspüren von kleinen Plastiksäcklein mit Drogen, das eine mit drei Amphetamin-Tabletten, das andere mit einigen Krümeln Haschisch, benötigte der Hund nur wenige Augenblicke. Für den Hund ist das ein Spiel, das am Schluss mit seinem Lieblings-Spielzeug belohnt wird.

Marc Kohler, dessen belgische Schäferhündin Inola noch in Ausbildung zum Schutzhund ist, demonstrierte mit ihr das «bei Fuss laufen». Für die anschliessende Demo, wie Inola einen «Räuber» stellt und verbellt oder an der Flucht hindert, warf er sich in einen sogenannten Beiss-Anzug, der ihn vor Verletzungen schützt. Inola war so aufgeladen, dass sie ihren Meister auf seiner Flucht glatt umriss und ihre «Beute» vor lauter Stolz nicht freigeben wollte. «Polizist zu werden, das würde mich schon interessieren», meinte der 10-jährige Lias. Der spannende Nachmittag war im Nu vorbei.