Beitragserhöhung

Grenchner Gewerbeverband zahlt mehr Geld für mehr Professionalität

Marktplatz Grenchen im Jahre 2003

Das Grenchner Gewerbe fühlt sich im Regen stehen gelassen

Marktplatz Grenchen im Jahre 2003

Die Mitglieder des Grenchner Gewerbeverbandes genehmigen an der GV eine Beitragserhöhung. Damit will sie einen neuen Präsidenten finden, denn dieser soll künftig entlöhnt werden.

In den vergangenen Jahren ist der Gewerbeverband mit seiner Verbandsaktivität auf einem hohen Niveau angelangt, doch trotz aller Bemühungen hat es der Einkaufsstandort Grenchen noch nicht aus der Krise geschafft. Schon an der letzten Generalversammlung erklärte Vize-Präsident Markus Arnold den knapp 70 Anwesenden, dass nach dem Hinscheiden der Präsidentin Brigitte Gürber und einem fehlenden Nachfolger der Verband am Scheideweg stehe. Im Wissen um den Ernst der Lage wurde eine ausserordentliche GV für Mai organisiert, an der über die Zukunft des Verbands entschieden werden musste.

Am vergangenen Dienstagabend nun ging diese wichtige GV über die Bühne. Im Fokus stand ein neues, entlöhntes Führungsmodell, welches eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge nach sich zieht. Im Vorfeld der Versammlung waren im Vorstand Befürchtungen aufgekommen, dass die Erhöhung zu grossem Widerstand führen könnte.

Immerhin: Die angepeilte Anpassung der nach Betriebsgrösse abgestuften Mitgliederbeiträge um pauschal 120 Franken pro Mitglied und Jahr trifft vor allem die kleinsten Betriebe, denn für sie bedeutet das Mehrausgaben von 40 Prozent. Doch die Befürchtungen bestätigt sich nicht. Kritisch aber sachlich diskutierten die rund 50 Anwesenden im Parktheater über die Zukunft des Vereins.

12 000 Franken für 240 Stunden

Vize Markus Arnold erklärte einmal mehr, dass er die Aufgabe des Präsidenten - welche er derzeit de facto ausübt - nicht weiter tragen kann. Sein Betrieb habe leiden müssen. «Nur dank meines super Teams in der Drogerie konnte ich das alles bewältigen.» Er verdeutlichte, dass die heutigen Erwartungen an einen professionellen Verband eine Führung erfordern, die Kraft und Zeit hat, sich voll in diese Aufgabe einzubringen. Arnold stellte das neue Führungsmodell vor, welches eine Geschäftsleitung mit Präsident, Vize-Präsident und Administration, eine Stabsstelle Presse und einen Vorstand nach Ressortsystem vorsieht.

Neu erhält der Präsident ein Jahreshonorar von 12 000 Franken (Stundenansatz 50 Franken) der Vize-Präsident eines von 2500 Franken. Vorstandsmitglieder werden neu pro Sitzung mit 50 Franken entschädigt, wobei die Anzahl Sitzungen halbiert wird. Das Präsidium soll 20 Stunden pro Monat exklusiv für Projekt- und Strategiearbeiten aufwenden. Die Gesamtkosten betragen 16 300 Franken.

Noch kein Präsident gefunden

Mitglied Urs Weder (Weder Malerei) verwies in der Diskussion auf die Gefahr, dass einige Mitglieder nun austreten könnten, nicht wegzudiskutieren sei. Vize Markus Arnold gab zu, dass dies ein «Schwachpunkt» der Idee sei, meinte aber, die Erhöhung sei dennoch machbar, was auch Finanzchef Roger Rossier bestätigte. Ruedi Spielmann, Ex-GVG-Präsident, stellte sich voll hinter den Vorschlag des Vorstands mit den Worten: «Als wir vor sieben Jahren letztmals die Beiträge angepasst haben, haben wir damit die Finanzen des GVG saniert.»

Peter Gassler (Gassler-Beck) bemerkte ausserdem, dass der neue Präsident saubere Zieldefinitionen haben müsse, und fragte, wer ihn denn letztlich kontrolliere. Die Erarbeitung der genauen Arbeitsaufteilung soll eine Aufgabe des neuen Präsidenten sein, erklärte Markus Arnold. Der neue Präsident - nach dem weiterhin gesucht wird - soll diese der Herbstversammlung vorstellen.

Ohne Gegenstimme wurden das neue Führungsmodell und die Beitragserhöhung genehmigt. Die Anpassung erfolgt ab 2013. Sollte sich früher ein Präsidiumsanwärter melden, würde sein Honorar aus den Verbandsreserven beglichen

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