Gewerbeverband
Grenchner Gewerbetreibende lassen sich nicht unterkriegen

Das vergangene Jahr forderte das Grenchner Gewerbe stark. Kämpferische Worte gab es an der Herbstversammlung – und die Präsentation der druckfrischen Jubiläumsschrift.

Patrick Furrer
Drucken
Teilen
Gewerbetreibende lassen sich nicht unterkriegen
5 Bilder
Ein Blick in die Gewerbeausstellung an der Grenchner Woche 1981 im Parktheater
Markus Frei im Gespräch mit einer Kundin an seinem Stand an der Ausstellung zum 75-Jahr-Jubiläum des GVG 1984
Der Metzgermeister Jean-Pierre Guex mit den zwei Lehrlingen Reto Peter und Hans-Peter Reich beim Wursten zirka 1983
Margrit Sperisen auf dem Grenchner Markt im Jahr 1981

Gewerbetreibende lassen sich nicht unterkriegen

AZ

Markus Arnold, Vizepräsident des Gewerbeverbands Grenchen (GVG), erinnerte die Mitglieder und Gäste an der Herbstversammlung im Parktheater an den Schatten, welcher sich in den letzten Monaten über der Stadt ausgebreitet hatte: Läden gingen zu, negative Schlagzeilen häuften sich, und der GVG musste Abschied nehmen von seiner unerwartet verstorbenen Präsidentin Brigitte Gürber.

Entgegen dem Blues stimmte Arnold am Dienstagabend aber andere Töne an: «Wo Schatten ist, ist auch Licht», ermutigte er, oder auch «Jede Krise birgt eine Chance». Unterkriegen lasse man sich sicher nicht.

Wichtig ist jetzt, die neue Führung des Verbandes zu definieren und sicherzustellen. Auch Markus Arnold wird sein Amt Ende März 2012 abgegeben, da ihm die Doppelbelastung mit der Arbeit in der Drogerie zu gross geworden ist.

Die neue Task-Force mit Ruedi Spielmann, Blanchette Knuchel und Richard Enzler wird bis zur Generalversammlung einen Vorschlag machen, wie und mit wem der Verband künftig geführt werden soll. Das klassische «One Man Show»-Modell hat ausgedient – stattdessen sollen die Arbeit und die Kompetenzen stärker in die Ressortleitungen delegiert werden, zudem ist vorgesehen, ein neues Ressort Politik zu schaffen. «Die Task-Force ist froh über Inputs, und natürlich darüber, wenn sich jemand für ein Amt zur Verfügung stellen würde», erklärte der Vizepräsident. «Es ist an uns, die Segel mit einem neuen Kapitän zu setzen und konsequent den Weg zum Ziel zu verfolgen.»

Um dieses Ziel zu erreichen, sei es nicht entscheidend, woher der Wind kommt, sondern eben wie man die Segel setzt. Damit nahm er auch die Meinung von alt Präsident Ruedi Spielmann auf, der überzeugt ist, dass Grenchen kein schwierigeres Pflaster ist als andere Städte. Wie überall haben aber nur engagierte und unternehmerische Gewerbetreibende eine Chance. Allerdings musste Arnold zugeben, dass das Geschäften zwischen Solothurn und Biel nicht einfach ist und der Einbruch im Detailhandel durchaus zu schaffen macht.

Projekte sind auf dem Schlitten

Bisher scheint der GVG die Krise ganz gut zu meistern. Projekte sind trotz allem nicht gefährdet. Die Grenchner Weihnachtsausstellung erlebt ihr Revival und findet vom 25. bis 27. November wieder im Eusebiushof statt. «Über 40 Aussteller aus allen Branchen werden sich präsentieren», stellte der Ressortverantwortliche Adrian Spielmann erfreut fest. Er sei stolz und überzeugt, dass die Grewa mit Rahmenprogramm und Gastrokultur zu einer Ausstellung mit Event- und Erlebnischarakter wird. Der Weihnachtsmarkt findet ebenfalls statt, und zwar vom Freitag 9. Dezember bis Sonntag 11. Dezember. Aufgeführt wird das Musical «Ein Hirtenlied», geschrieben von einer Grenchner Maturandin. «Da steckt Feuer und Engagement drin», wusste Markus Arnold zu berichten.

Obwohl es nicht einfach sei, dass sich die Gewerbetreibenden bei den Sonntagsverkäufen auf ein oder mehrere Daten einigen könnten, werden diese ebenfalls durchgeführt, und zwar am 11. und 18. Dezember. Abendverkauf ist am Freitag, 23. Dezember. Für die Sonntags- und Abendverkäufe sind drei Plakatvarianten geplant. Damit wird die Bevölkerung rechtzeitig darüber informiert, welche Läden an welchem Datum geöffnet sind.

Auch für 2012 hat der GVG bereits konkrete Pläne. Nebst dem Jahresstart-Apéro am 6. Januar wird Anfang März der neue Maria-Schürer-Platz eingeweiht (wir berichteten). Ausserdem plant der Gewerbeverband die Lancierung eine Grenchner Einkaufstasche mit Bildern von und damit auch einem Bekenntnis zu der Stadt und dem Einkaufsstandort Grenchen. Auch Stadtpräsident Boris Banga lobte an der Herbstversammlung das Gewerbe. Gerne erinnerte er daran, dass mit der neuen Zifferblattfabrik der ETA, dem Velodrome und dem Einkaufszentrum der Espace Real Estate Arbeitsplätze generiert werden, die nicht zuletzt auch dem Gewerbe nützen sollen.

Aktuelle Nachrichten