Grenchen

Grenchner Gemeindeversammlung genehmigt in kleiner Runde das Budget 2013

Probleme fürs Sparkässeli: Das Eigenkapital der Stadt Grenchen sinkt.

Probleme fürs Sparkässeli: Das Eigenkapital der Stadt Grenchen sinkt.

Der Voranschlag 2013 der Stadt Grenchen rechnet mit einem Defizit von 2,7 Mio. Franken. Seit langem resultiert erstmals wieder eine Netto-Verschuldung. Sparen tut Not.

Man könnte fast meinen, die Grenchnerinnen und Grenchner nehmen das prognostizierte Defizit für 2013 mit stoischer Gleichgültigkeit. Gerade 62 Stimmberechtigte nahmen an der Gemeindeversammlung im Parktheater teil. Nach Ausführungen durch Finanzverwalter David Baumgartner wurde der Voranschlag, der bei einem Ertrag von 98,5 Mio. Franken und einem Aufwand von 101,2 Mio. ein Defizit von 2,7 Mio. Franken vorsieht, einstimmig genehmigt.

Das Ergebnis ist im Vergleich zum Vorjahresbudget um 1,1 Mio. Franken schlechter. Baumgartner räumte aber ein, dass ohne die Auflösung des Liegenschaftsfonds bereits 2012 ein Defizit resultiert hätte. Er bilanzierte: «Das vorliegende Budget ist dank der nach wie vor guten finanziellen Ausgangslage der Stadt verkraftbar. Aufhorchen lässt der sehr tiefe Cashflow von 0,1 Mio. Franken. Die Folge daraus ist eine zusätzliche Fremdfinanzierung.»

2013 sind Netto-Investitionen von 7,5 Mio. Franken geplant, die grössten Brocken sind die Sanierung des Schulhauses Eichholz mit 3,9 Mio. Franken und die zweite Tranche für das Velodrome von 1 Mio. Franken. Erstmals seit sechs Jahren resultiert wieder eine Nettoverschuldung, das Eigenkapital sinkt auf 28 Millionen.

Den markanten Mehrkosten bei der Sozialhilfe und den Ergänzungsleistungen sowie den Bildungskosten (tiefere Lehrersubventionen) stehen um rund 1 Million höhere Steuererträge gegenüber.

Steuersatz bleibt unverändert

Die beantragten Steuersätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert und liegen bei 124 Prozent für Privatpersonen sowie 122 Prozent für Industrie und Wirtschaft. Auch die Feuerwehrersatzabgabe und die Gebühren bleiben (noch) gleich. Mindestens über die Kehrichtgebühren müsse man sich aber bald Gedanken machen, ergänzte David Baumgartner.

In seinem Schlusswort dankte Stadtpräsident Boris Banga (SP) der Verwaltung, den Vereinen, Institutionen und allen, die im Dienste der Allgemeinheit einen Beitrag leisten. In seinen Gedanken zu den Festtagen wies Banga darauf hin, dass die Menschen – auch in Grenchen – öfter an jene denken sollten, die es weniger gut haben, die krank, arm oder einsam sind, und selber zufriedener sein sollten. Er rief die Grenchner auf, wieder mehr Gemeinsinn zu entwickeln, mehr Zivilcourage und Engagement zu zeigen. Nach seinen guten Wünschen zu Weihnachten und Silvester verabschiedete der Stadtpräsident die Anwesenden schliesslich in den von der SWG offerierten Apéro.

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