Grenchen/Stuttgart
Grenchner Etampa stellt erstmals an der Blechexpo in Stuttgart aus

Das Grenchner Unternehmen Etampa, ein führendes, internationales Unternehmen in den Bereichen Stanzen und Feinschneiden, stellt Anfang November an der Blechexpo in Deutschland erstmals seine Produkte aus.

Merken
Drucken
Teilen
Der heutige Firmensitz der Etampa an der Solothurnstrasse.

Der heutige Firmensitz der Etampa an der Solothurnstrasse.

Oliver Menge

1945 begann ein 24-jähriger Werkzeugmacher mit zwei Drehbänken, einer Fräs- und einer Koordinatenbohrmaschine im Anbau einer Waschküche in einem Privathaus die Erfolgsgeschichte der Grenchner Firma. Anfangs stellte er Spezialwerkzeuge für die Foto-, die Messwerks-, die Elektronik- und für die Schweizer Uhrenindustrie her, später entwickelte sich Etampa zu einem Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen und auf die Produktion von Stanzteilen in Serie spezialisiert hatte.

Viele der hochpräzisen Teile werden in der Automobilindustrie verwendet, wie zum Beispiel in Airbags und müssen folglich absolut fehlerfrei sein. Sie finden sich auch in elektronischen Bremssystemen oder in Komponenten für Elektromotoren. Auch in vielen Haushaltsgeräten und in Lifestyle-Produkten sind die Stanz- und Feinschneideteile verbaut: so zum Beispiel in Taschenmessern, Rasierern, Elektrozahnbürsten, Fenster- und Möbelbeschlägen.

Etampa ist mittlerweile ein führendes, internationales Unternehmen in den Bereichen Stanzen und Feinschneiden. Die Firma unterhält eine eigene Engineering-Abteilung sowie – nebst der eigentlichen Produktion – einen eigenen Werkzeugbau.

Der Maschinenpark des Unternehmens umfasst 15 Feinschneidpressen, 10 Stanzautomaten sowie diverse Maschinen und Anlagen für die Weiterverarbeitung.

Enorme Presskraft

Die Stanzmaschinen haben eine Presskraft von 10 bis 100 Tonnen und verarbeiten eine Materialdicke von 0,1 bis 4 mm; die Presskraft bei den Feinschneidpressen beträgt 40 bis 250 Tonnen, das verarbeitete Material ist 0,5 bis 7 mm dick. Die Werkstoffe sowohl beim Stanzen als auch beim Feinschneiden sind Stähle und rostfreie Stähle, Buntmetalle, Aluminium und Titan (laut Website der Firma).

An der Blechexpo in Stuttgart präsentiert Etampa Arbeitsergebnisse mit neuester Generation von Servopressen: filigrane und hochkomplexe Stanz- und Feinschneideteile, die mit der neuesten Pressen-Generation und mithilfe von Servo-Technologie gefertigt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Antriebssystemen lässt sich die Fertigungspräzision dabei entweder mit einer höheren Stückzahl pro Minute kombinieren oder, bei gleicher Ausbringungsleistung, die Präzision der gefertigten Teile erhöhen. Eine Steigerung des Outputs um bis zu 50 Prozent ist je nach Stanzteil realistisch.

«Präzision ist unser Leben, das ist auch unsere Firmenphilosophie», erläutert Roman Inderbitzin, stellvertretender CEO und Mitglied der Geschäftsleitung bei Etampa dem deutschen Magazin «02elf Abendblatt» aus Düsseldorf. Dies sei auch der Grund dafür, dass man die gesamte Kraft des Unternehmens dafür einsetze, sein gesamtes Tun, Handeln und Denken in Präzision zu übersetzen: «In unseren Werkshallen fertigen wir täglich mehrere Hunderttausend Stanz- und Feinschneideteile, jedes einzelne in höchster Präzision und sofort einbaufähig. Dabei ist es unsere Aufgabe, die Kraft der Pressen so zu lenken und einzustellen, dass sie optimal auf die Materialien wirken und wir bestmöglich produzieren können.»

Kleinpresse aus den 50er-Jahren

Die technologische Weiterentwicklung wird an der Blechexpo unter Beweis gestellt: Eine dort ausgestellte Kleinpresse ist rund 50 Jahre alt und produziert rund 20 bis 30 Teile pro Minute. Sie kann von jedem Messebesucher betätigt werden. «So kann sich jeder Messegast selbst einen Eindruck davon verschaffen, wie viel Kraft und Zeit aufgebracht werden müssen, um nur ein einziges Loch zu stanzen. Das vermittelt einem persönlich einen ganz anderen Bezug zum Thema, wenn man sich vorstellt, dass heute mehrere Hundert Teile pro Minute vollautomatisiert gefertigt werden.»

Im Vergleich zur damaligen Leistung der Maschine zu den heute produzierten Teilen ist die Produktivität um den Faktor 10 bis 15 gestiegen. «Beeindruckend ist dabei nicht nur die deutlich erhöhte Produktionsmenge, sondern auch die Tatsache, dass die gefertigten Teile um ein Vielfaches komplexer sind», so Inderbitzin. (om/mgt)