Grenchner Ehrentreppe (3)
Ein Uhrenpatron mit grossem Herz für die Fliegerei

Adolf Schild-Behnisch (1879-1972) ist Initiant des Flugplatzes Grenchen, der vor 90 Jahren gegründet wurde.

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Der Flugplatz, ca. 1950er-Jahre

Der Flugplatz, ca. 1950er-Jahre

Archiv Peter Brotschi

Auf der im letzten Herbst eröffneten «Ehrentreppe» an der Grenchner Absyte ist der Name von Adolf Schild verewigt. Adolf Schild wurde 1879 als eines von zehn Kindern des Industriellen Adolf Schild-Hugi und dessen Frau, der Unternehmerin Pauline Schild-Hugi, in Grenchen geboren. Mit nur 19 Jahren trat Schild in das Familienunternehmen ein, das später, als es in eine Aktiengesellschaft wurde, den Namen Assa trug.

1915 wurde Schild technischer und ab 1936 auch kaufmännischer Direktor. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Assa zum Zugpferd der 1926 gegründeten Ebauches SA und zu einer der weltweit führenden Ebauches-Fabriken.

Adolf Schild-Behnisch.

Adolf Schild-Behnisch.

Stadtwiki Grenchen

Nach dem Tod seines Bruders César übernahm Schild bis 1956 die Gesamtleitung der Assa. Adolf Schild engagierte sich allerdings nicht nur im Familienunternehmen, sondern gilt auch als Initiant des Flugplatzes Grenchen. Unter seiner Führung und mit Unterstützung anderer einflussreicher Grenchner wurde 1931 die Sektion Grenchen des Aero-Club Schweiz gegründet. Adolf Schild war der erste Präsident des Aero-Clubs. In der Witi auf dem Römerfeld pachtete die Sektion ein 120 Meter breites und 210 Meter langes Areal für ihren Flugplatz.

Der Flugplatz im Gründungsjahr 1931

Der Flugplatz im Gründungsjahr 1931

Archiv Peter Brotschi

Das erste Flugzeug, eine De Havilland DH 60 Moth wurde vom Militärpiloten und Fluglehrer Ernst Knab, der im Betrieb von Schild arbeitete, von England nach Grenchen geflogen. Dies war der Start der Entwicklung vom Flugplatz zum heutigen Flughafen Grenchen. Bereits im Gründungsjahr wurde auch der erste Hangar gebaut, der noch bis 1974 stehen blieb. In seinen Memoiren hielt Knab fest, dass ohne die initiative Persönlichkeit von Adolf Schild in Grenchen kein Flugplatz entstanden wäre. Noch 1970 durfte Adolf Schild als Ehrenpräsident der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG die erste Hartbelagspiste feierlich eröffnen.

Uhrenfabrik Assa in den 1960er-Jahren.

Uhrenfabrik Assa in den 1960er-Jahren.

Zvg

Heute, 2021, kann der Flughafen auf sein 90-jähriges Bestehen zurückblicken. Mit rund 70 000 Starts und Landungen (2019) gehört er hinsichtlich Flugbewegungen nach den Landesflughäfen mit Linienverkehr zu den grössten der Schweiz . Neben seinem Engagement für den Flugplatz und im Aero-Club war Schild 1937 ausserdem ein Initiant des Industrie- und Handelsverbands Grenchen und Umgebung, sowie 1932-1942 Präsident der Aufsichtskommission der Uhrmacherschule Solothurn. Er war zudem Förderer der Blasmusik. Von 1926-1933 war Schild Vize- bzw. Präsident der christ-katholischen Gemeinde in Grenchen. (at.)

Notfallübung am heutigen Flughafen Grenchen. Der Flughafen Grenchen gehört heute zu den bedeutendsten Flugfeldern der Schweiz.

Notfallübung am heutigen Flughafen Grenchen. Der Flughafen Grenchen gehört heute zu den bedeutendsten Flugfeldern der Schweiz.

Oliver Menge

Quellen Stadtwiki Grenchen; Peter Brotschi, Regionalflugplatz Grenchen, Solothurn 1991