Grenchen
Grenchner Busbetriebe erhöhen die Billetpreise und wollen Qualität verbessern

Trotz einem guten Geschäftsjahr ist der Busbetrieb Grenchen und Umgebung (BGU) gezwungen die Preise zu erhöhen. Dennoch will man gleichzeitig auch die Qualität steigern. So will man zum Beispiel einen neuen Nachtbus einführen.

Patrick Furrer
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Die BGU erhöhen die Billetpreise und wollen trotzdem die Qualität steigern. (Archiv)

Die BGU erhöhen die Billetpreise und wollen trotzdem die Qualität steigern. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Das Jahr 2012 war ein gutes, bestätigendes Jahr für den Busbetrieb Grenchen und Umgebung (BGU). Nach Verlusten in den Vorjahren und einer Punktlandung im 2011 hat sich der Betrieb stabilisiert, sagt Geschäftsleiter Hans-Rudolf Zumstein. Zwar resultiert nur ein kleiner Gewinn von knapp 1000 Franken, ohne zusätzliche Steuerabgaben und Rechnungsabgrenzungen würde der Überschuss aber rund 100 000 Franken betragen.

Der hauptsächliche Grund für den guten Geschäftsgang ist der neue Einnahmeverteilschlüssels der Tarifverbunde Libero und ZigZag. Die Erträge aus dem Linienverkehr sind so erstmals seit 2007 wieder gestiegen, und zwar um 31 Prozent. Das spiegelt die Angebotserweiterung der letzten drei Jahre wieder: Die Anzahl Fahrgäste konnte um 30 Prozent gesteigert werden. 1,8 Millionen Personen beförderten die Grenchner Busse im 2011, fast gleich viele - 1,77 Millionen - auch wieder im 2012.

Angebot wird laufend optimiert

Dennoch müsse man aufgrund der angespannten Situation beim Bund und in den beiden Kantonen Solothurn und Bern noch effizienter werden, sagt Hans-Rudolf Zumstein. Das heisst sparen, oder - wenn diese Möglichkeiten erschöpft sind - mehr Einnahmen erwirtschaften. Mehr Ertrag zu machen, sei aber nicht einfach, denn bei der Qualität und den Dienstleistungen wolle man nicht sparen. Im Gegenteil, das Angebot wird laufend noch verbessert. Geplant ist unter anderem, dass der BGU ab dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2013 einen neuen Nachtbus für das Allmend-Schmelzi-Studenquartier führt.

Neue Zonengestaltung, neue Preise

Mehr Einnahmen erhofft sich der BGU durch die Fusion der Tarifverbunde Libero und ZigZag, die im Dezember 2014 umgesetzt wird. Im Bereich des Einzelreiseverkehrs dürfen sich die Kunden dank des sogenannten «GA-Effekts» zwar auf günstigeres und einfacheres Zug-, Tram- und Busfahren freuen.

Die Medaille hat allerdings eine Kehrseite: Unterm Strich wird das Reisen teurer, und zwar nicht nur im Abo-Bereich. Ursache dafür ist die neue «Tarifisierung» nach Libero-Standard wie in solothurn. Die Zonen von heute verschwinden, neu werden Kurzstreckeneinheitspreise und andere, grossflächigere Zonen eingeführt. Künftig fährt beispielsweise teurer, wer von der «Schmelzi» nur bis zum Flughafen fährt. Wer weiter fährt, etwa bis Lommiswil, fährt hingegen auch günstiger als heute, weil er gleich viel zahlt wie der Kunde, der bereits am Flughafen aussteigt.

«Auf gutem Weg»

Die Fusion zwischen dem Abonnementsverbund ZigZag und dem integralen Tarifverbund Libero ist für den BGU eine Herausforderung. Bis Dezember 2015 soll ein neues Leit- und Fahrgastinformationssystem Grenchen-Solothurn umgesetzt werden. Zudem müssen bis im Dezember 2014 rund 16 mobile und 2 bis 4 stationäre, neue Billetautomaten beschafft werden. Der Vorteil: In Zukunft kann man, anders als heute, Billete auch fahrdienstübergreifend und bis in grössere Zentren wie Bern, Zürich oder Biel lösen. Trotz sanfter Preiserhöhung ist sich Geschäftsleiter Hans-Rudolf daher sicher: «Wir sind auf gutem Weg, auch wenn wir nicht nachlassen dürfen. Der eingeschlagene Weg des BGU bedeutet für unsere Kundschaft zwei Schritte nach vorne.»

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