An der Jahresversammlung des Hauseigentümerverbandes Sektion Grenchen warnte Präsident Mario Chirico vor den Folgen des Grenchner Baubooms: «Der Leerwohnungsbestand ist leicht gestiegen», hielt er fest. Trotz stetig wachsender Zuwanderung widerspiegle die Zahl von heute 1,95 Prozent keine steigende Nachfrage. «Ich fürchte, dass wir in den nächsten Jahren mit einem Überangebot zu kämpfen haben.»

Chirico geht in seinem Jahresbericht auch immer auf die lokale Baustatistik ein. 85 Mehr- und sieben Einfamilienhäuser wurden 2014/15 fertiggestellt. 2012/13 waren es noch 239 Mehrfamilienhäuser. Noch im Bau sind 107 Mehr- und elf Einfamilienhäuser. 163 Mehrfamilienhäuser haben eine Baubewilligung erhalten. Mit dem Bau wurde aber noch nicht begonnen. Das gilt auch für vier Terrassensiedlungen und 17 Einfamilienhäuser. Die Leerwohnungsziffer betrug im Berichtsjahr 2015 1,95% (2011: 1,9%). Durchschnittlich pro 1'000 Einwohner gibt es 542 Wohnungen. Die Personenbelegung pro Wohnung beträgt im Schnitt 1.84.

Gemäss der jüngsten Immobilienstudie der Credit Suisse beträgt die Ausweitung des Wohnangebotes in Grenchen 1,5%. Im Vergleich: Solothurn 0,9%, schweizweit: 1,2%.
Positiv sieht Mario Chirico die Entwicklung beim Vorbezug des Kapitals aus beruflicher Vorsorge für den Erwerb von Wohneigentum. In einer neuen Vorlage wird auf die Beschränkung des Vorbezugs verzichtet, führte Chirico weiter aus. «Damit bleibt auch in diesem Punkt ein Stück Wahlfreiheit der Versicherten erhalten und ermöglicht so auch jungen Familien, sich den Traum von Wohneigentum zu erfüllen.»

Finanziell gut aufgestellt

Im finanziellen Bereich sieht der Verband 1667 Mitgliedern (-40) keinen Handlungsbedarf. Auch wenn das Budget 2016 einen leichten Ausgabeüberschuss vorsieht, wie Kassiererin Trudi Schilt vermerkte. Die Sektion sei auf der Vermögensseite nach wie vor gut aufgestellt und schlug deshalb vor, die Mitgliederbeiträge unverändert zu belassen.

Unverändert bleibt auch die Zusammensetzung des Vorstands mit Mario Chirico (Präsident), Urs Grütter (Vizepräsident), Trudi Schilt (Kassiererin), Christian Schilt (Leiter Vereinswesen), Doris Weber (Sekretariat), Ivo Erard (Beisitzer, Liegenschaftsschätzer).

Der vor knapp einem Jahr neu gewählte Kantonalpräsident Mark Winkler reiste aus dem Schwarzbubenland nach Grenchen an und richtete ebenfalls ein paar Worte an die Mitglieder. Er kündete unter anderem an, dass der Kantonalverband sich vermehrt politischen Themen annehmen wolle und deshalb eine parlamentarische Gruppe im Kantonsrat bilden werde. Ausserdem würden an der Delegiertenversammlung die revidierten Statuten vorgestellt. (jwg)