Grenchen wächst. Die Stadt zählte am 31. Dezember 2017 17'576 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt 35,8 Prozent. Am 31. Dezember 2012 waren es noch 16 477 (31,2Prozent). Wenn das so weitergeht, knacken wir demnächst die 18'000er- und die 40-Prozent-Marke! Uns bleibt da nur, die grossen Herausforderungen anzunehmen, die da warten.

Nebst dem Zur-Verfügung-Halten von Infrastruktur wie Strassen, von Schulen und Ver- und Entsorgung, geht es auch um das Gewährleisten von Sicherheit. Es ist – oder es wäre – eine der edelsten Aufgaben des Staates und der Gemeinden, die innere Sicherheit zu gewährleisten. Sicherheit muss ein Recht bleiben und darf nicht zum Privileg werden. Wesentlich ist der Faktor Sicherheit auch für unsere Lebensqualität und nicht zuletzt ein gewichtiger Standortvorteil.

Unsere Gesellschaft wird immer grösser, komplexer und komplizierter. Der Technologiefortschritt hat Auswirkungen auf die Mobilität, die Gesundheit, auf das soziale Verhalten und insbesondere auch auf das Sicherheitsempfinden. Befürchtungen und Ängste der Menschen können und dürfen nicht einfach mit der Bemerkung abgetan werden, es handle sich um reine Hysterie.

Für mich gibt es eine grosse Zahl guter Gründe und stichhaltiger Argumente, die eigenen Stadtpolizeien beizubehalten. Der Ruf gewisser Kreise nach deren Integration in die Kantonspolizei oder sogar in eine interkantonale Polizei führt nicht zum gewünschten Ziel. Auch in Zukunft kann auf Effizienz und auf Nachhaltigkeit bei der Polizeiarbeit vor Ort nicht verzichtet werden. Effektive bürgernahe Polizeiarbeit lässt sich nur mit einer Polizei vor Ort ausführen. Der Polizist und die Polizistin haben einen Namen und sind nicht anonyme Wesen, welche kurz irgendwo auftauchen und dann wieder rasch verschwinden. Sie sind es, die im Gespräch mit der Bürgerin und dem Bürger erfahren, wo der Schuh drückt.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob wir uns überhaupt eine Polizei leisten können. Das ist meines Erachtens aber weniger eine Frage des Könnens als des Wollens. Aufgrund der finanziellen Lage der öffentlichen Hand müssen unsere Polizistinnen und Polizisten mit immer weniger Mitteln mehr Aufgaben bewältigen und dabei höheren Belastungen standhalten.

Was es braucht, ist eine angemessene Abgeltung der Arbeit unseres Polizeikorps durch den Kanton, wie sie im Polizeigesetz explizit vorgesehen ist. Das heutige Entschädigungsmodell berücksichtigt, diplomatisch gesagt, die erbrachten Leistungen in keiner Art und Weise.

Machen wir uns an die Arbeit und setzen Prioritäten. Sicherheit hat eine hohe Priorität. Nur so bleibt in unserer wachsenden Stadt unsere eigene Polizei unser Sicherheitsgarant.

* Der Autor Robert Gerber ist Gemeinderat FDP.Die Liberalen