Just als Petrus seine Schleusen öffnete und es zu regnen begann, kam Labinot Aziri auf den Platz. Und der Sursee-Joker sorgte für eine Schlussphase mit Blitz und Donner. Fünf Minuten vor dem Abpfiff brachte er das Heimteam mit einem Kopfball mit 3:2 in Front.

Die Reaktion der Gäste? 92. Minute: Ein Freistoss aus 18 Metern, ein Schuss und plötzlich hiess es 3:3. Grosser Jubel auf der Grenchen-Bank. Dann noch einmal ein Eckball für Sursee, das Leder kommt irgendwie erneut zu Aziri und der bezwingt Grenchen-Goalie Grosjean zum zweiten Mal in einer denkwürdigen Schlussphase. Der Pfiff, aus, vorbei -Ratlosigkeit, Enttäuschung und Frust in den Gesichtern des FC Grenchen.

Zwei Mal in Führung

Dabei wusste der Trainer Edvaldo Della Casa um die Wichtigkeit dieses Spiels: «Mit einem Sieg wollen wir uns im oberen Tabellendrittel festsetzen», sagte er vor dem Spiel. Und siehe da: Seine Mannschaft setzte die Forderungen sofort um: Bereits nach zehn Minuten schloss Samuel Zayas eine wunderbare Kombination der Uhrenstädter mit dem Führungstreffer ab. Hätten De Sousa oder Andonov eine ihrer hochkarätigen Möglichkeiten genutzt

Grenchen wäre nach einer Viertelstunde bereits mit zwei Toren in Front gelegen. Allerdings profitierten die beiden auch von zahlreichen Fehlzuspielen der Luzerner. Das zwischenzeitliche 1:1 schien die Uhrenstädter zu verunsichern, erst nach rund einer Stunde gelang Verteidiger Marc Du Buisson aus heiterem Himmel der neuerliche Führungstreffer. Aus offsideverdächtiger Position tunnelte er den gegnerischen Torhüter.

Du Buisson sorgte auch in der Folge für die wenigen Aufreger in einer vorerst ereignislosen zweiten Halbzeit. Diesmal allerdings in negativem Sinne: Völlig unbedrängt liess er sich im eigenen Strafraum zu einem Handspiel hinreissen, den fälligen Elfmeter verwandelte Joél Stephan problemlos. Neun Minuten hielt die Führung der Solothurner in der ersten Halbzeit - dieses Mal knapp die Hälfte davon. Danach setzte der Regen ein, und das Unheil brach über dem FC Grenchen zusammen.

Mental nicht auf der Höhe

«Uns fehlt momentan die Routine», sagte Della Casa nach dem Spiel, «wir schlagen uns momentan selber.» Schon gegen die zweite Mannschaft von Luzern kassierte Grenchen in den letzten Minuten den Ausgleichstreffer, am Sonntag wiederholte sich die Geschichte ein weiteres Mal. Dabei wäre mit etwas mehr Cleverness tatsächlich ein Punktegewinn möglich gewesen.

«Die Gegner kommen gegen uns zu einfach zu ihren Toren», analysierte Della Casa an, bevor er die Leistung der letzten Minuten auf den Punkt brachte: «So etwas ist ganz einfach nicht erlaubt.» Der FC Grenchen verpasst mit der neuerlichen Niederlage den Anschluss an die Spitze und rutscht nach den zwei Niederlagen in Folge gegen Xamax und Sursee ins Niemandsland der Tabelle ab. Wenigstens ein kleiner Trost bleibt Della Casa und seiner Mannschaft: Super-Ligist Sion tat sich in der ersten Cuprunde im Stadion Schlottermilch nicht weniger schwer und setzte sich gegen Sursee erst nach der Verlängerung durch.

Matchtelegramm:

Sursee - Grenchen 4:3 (1:1)

Schlottermilch.- 290 Zuschauer.- SR: Schmid.- Tore: 10. Zayas 0:1, 19. Dätwyler 1:1, 58. Du Buisson 1:2, 65. Stephan (Penalty) 2:2, 85. Aziri 3:2, 90. Andonov 3:3, 92. Aziri 4:3

Sursee: Kaufmann; Stephan, Imbach, Fanger, Wyder; Peter, Sager (75. Aziri), S. Dzombic, Souto; Dätwyler (83. Fries), Bieri (88. Graf)
Grenchen: Grosjean; Rawyler, D. Dzombic, Stauffer, Du Buisson; Zayas (78. Nascimento), Nastoski (89. Mulaj), Ndo Ze, Ferreira; De Sousa Moreira, Andonov
Verwarnungen: 24. S. Dzombic (Foul), 62. Nastoski (Hands), 70. Sager, 75. De Sousa, 77. Fanger