Grenchen
Grenchen Tourismus setzt auf Digitalisierung

Einbruch bei den Übernachtungstaxen bei steigenden Logiernächten – wie kommt das? An der Generalversammlung von Grenchen Tourismus gab es die Antworten darauf.

Oliver Menge
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Grenchen Tourismus will in Sachen Digitalisierung einen Schritt vorwärtsmachen.

Grenchen Tourismus will in Sachen Digitalisierung einen Schritt vorwärtsmachen.

KEYSTONE

Grenchen Tourismus will in Sachen Digitalisierung einen Schritt vorwärtsmachen: Noch in diesem Jahr soll der Internetauftritt überarbeitet werden, so Christoph Siegrist, Präsident von Grenchen Tourismus. Im Gegenzug will man die Aufwendungen für die klassischen Informationsmittel – Prospekte, Kalender und Inserate – kürzen. Aber, so erklärt Siegrist: «Das eine tun, das andere nicht lassen» sei die Devise. Es sei wichtig, den Leuten Informationsmaterial in die Hände geben zu können.

Die Website www.grenchentourismus.ch verzeichnet zwar in den letzten vier Jahren leicht rückläufige Besucherzahlen, dafür ist die Verweildauer fast auf das Doppelte angewachsen. Die deutlich grösste Anzahl Zugriffe verzeichnete man in den Wintermonaten. 2018 zählte man 22'696 Nutzer und 39'193 Sitzungen. Die Seite wurde 76'500 mal aufgerufen. Die meisten Nutzer wollten wissen, wie das Wetter wird, oder riefen den Schneebericht und Infos betreffend Skilift auf.

54 % der Nutzer griffen per Handy oder Tablet auf die Seite zu. Insofern sei es wichtig, die Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Auch bei den sozialen Medien will man weiter Gas geben: Grenchen Tourismus hat auf Facebook Stand heute 693 Fans, Tendenz steigend.

Problem Übernachtungstaxen

Trotz einer Zunahme der Logiernächte in Grenchen um 1,4 % für das Jahr 2018 auf 15'776 sanken die Einnahmen bei den Übernachtungstaxen im Vergleich zum Vorjahr um satte 25,5 %. Man erwirtschaftete 11'206 Franken, das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2007. Das habe einerseits damit zu tun, dass man aufgrund des bestehenden Reglements aus dem Jahr 1984 im Vergleich mit anderen Gemeinden wie Solothurn, Olten oder Egerkingen deutlich tiefere Taxen erhebe und den Veränderungen im Angebot – Airbnb, private Unterkünfte, möblierten Business-Appartements – noch zu wenig Rechnung trage, erklärte Siegrist. Der andere Grund sei der Umstand, dass es im «Krebs» und im Velodrome Wechsel in der Geschäftsleitung gegeben habe und die Taxen nicht vollständig bezahlt wurden. «Wir sind nun daran, die fehlenden Beträge einzuziehen. Auch fiel der Brand im ‹Passage› natürlich ins Gewicht.»

Der Einbezug umliegender Gemeinden und die Schaffung einer «Region Grenchen Tourismus» sei in Abklärung und entsprechende Gespräche, zum Beispiel mit Bettlach, würden geführt. Die Abgabe von öV-Tickets an Gäste oder die Einführung einer Gästekarte als mögliche «Zückerchen» werde in Betracht gezogen. Ausserdem sei in Zusammenarbeit mit der Einwohnergemeinde ein neues Reglement in Arbeit, das per 1. 1. 2020 eingeführt werden soll. Siegrist rechnet aber schon für das laufende Jahr mit Mehreinnahmen von rund 4000 Franken.

Bei den Führungen liegt man in etwa im Mittel des Vorjahrs. Insgesamt wurden im Jahr 2018 320 Führungen angeboten, davon sieben Stadtführungen (2017 waren es deren vier). Dazu kommen weitere Führungen im Velodrome, dem Airport, im Kultur-Historischen Museum, dem Info-Zentrum Witi, im Kunsthaus und der Jura Sternwarte. Und schliesslich hatte man auch die Gelegenheit, die Wasserversorgung Grenchens zu besichtigen. Grenchen Tourismus sucht übrigens dringend neue Stadtführerinnen und -führer, auch solche, die tagsüber Zeit haben.
Von den Tageskarten der SBB wurden im vergangenen Jahr 89 % verkauft – 2017 waren es 86 % und man erzielte damals einen Gewinn von 6300 Franken.

Rechnung 2018

Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Verlust von 1864 Franken. Auf der Aufwandseite fällt auf, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 3000 Franken weniger für die klassischen Werbemittel (Prospekte, Kalender und Inserate) ausgegeben wurden, hingegen 1200 Franken mehr für Verwaltung und Sekretariat. Für Messen und Mitgliederanlässe gab man rund 4000 Franken mehr aus als im Vorjahr. Das Piaggio Ape hingegen schlug 2017 mit 9800 Franken zu Buche und belastet die Rechnung 2018 nur noch marginal. Beim Ertrag hat man Mindereinnahmen von 4600 Franken aus der Werbung und fast 4000 Franken aus den bereits erwähnten Übernachtungstaxen zu verzeichnen.