50-jähriges Jubiläum
Grenchen Tourismus hat «mehr Ideen als Ressourcen»

Die Städtische Tourismusorganisation besteht seit 50 Jahren. Dennoch ist Präsident Christoph Siegrist nicht ganz zufrieden, da nicht genügend personelle und finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um alle Pläne zu verwirklichen.

André Weyermann
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Präsident Christoph Siegrist, umrahmt von seinem Vorgänger Theo Heiri (links) und dem ehemaligen Präsidenten und Gründungsmitglied Eric Meister

Präsident Christoph Siegrist, umrahmt von seinem Vorgänger Theo Heiri (links) und dem ehemaligen Präsidenten und Gründungsmitglied Eric Meister

Mit dem Mitgliederanlass im Velodrome startete Grenchen Tourismus ins Jubiläumsjahr. Die Teilnehmenden wurden dabei vom ehemaligen Bahnrad-Champion Franco Marvulli (vierfacher Weltmeister, Silbermedaille an Olympia) in die Geheimnisse dieser Sportart und natürlich der einheimischen Anlage eingeführt. «Ich bin ein Fan von Grenchen», bekannte der sympathische Ausnahmeathlet. Leider sei in seiner Aktivzeit noch kein derartiges Oval zur Verfügung gestanden, erklärte er weiter. Gut gerüstet konnte danach das Geschehen auf der ultraschnellen Rennbahn genossen werden, standen doch die Schweizer-Meisterschaften im Omnium (Vielseitigkeitsprüfung) an.

Originelles Gefährt

Wie begeht man ein 50-Jahr-Jubiläum? Mit einer Gedenkschrift? Einer Ausstellung im Kultur-Historischen Museum? Präsident Christoph Siegrist und seine Mitarbeitenden im Vorstand verfielen auf eine andere, originelle Idee. Man leistet sich ein Gefährt. Und zwar nicht irgendeines, sondern einen Piaggio APE, dieses italienische Kultfahrzeug auf drei Rädern, welches den ungemeinen Vorteil hat, dass es mit relativ wenig Aufwand in einen hervorragenden Werbeträger und Infostand umgebaut werden kann Grenchen- Tourismus on Tour wird es also schon bald heissen. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass diese motorisierte Schönheit zu einem Hingucker werden wird, wo immer sie auftaucht: am Heli Weekend zum Beispiel, an der Grega natürlich, an der Preisverleihung des kantonalem Tourismuspreis, an der Berglauf-SM auf unseren Hausberg, am Rock am Märetplatz, selbstverständlich auch an der Bahnrad-EM, am Weihnachtsmarkt, und, und, und.

Gut 60 von 200 Mitgliedern nahmen an besagtem Anlass in Grenchens Velotempel teil. Dies zeugt von einiger Dynamik im Verein. Und doch: Ganz glücklich zeigt sich Christoph Siegrist (noch) nicht. «Wir stossen mit unserem Miliz-System an die Grenzen. Das heisst, wir haben mehr Ideen als wir mit den personellen und finanziellen Ressourcen verwirklichen können.» Immerhin sei man mit der Stadt, genauer gesagt der Abteilung Standortmarketing Kultur und Sport (SMKS), in ständigem Kontakt. So wäre es denkbar, dass gewisse Sekretariatsarbeiten von dieser übernommen werden. Man verfahre notgedrungen immer noch ein bisschen «guerillamässig» bei der Verbreitung der eigenen Ideen und Anlässe. Will heissen: Vieles geschieht über die Sozialen Medien und über Mund zu Mund Propaganda.

Enthusiasmus statt Geld

Aber Christoph Siegrist und sein Team nehmen es, wie es ist und machen fehlende Mittel mit viel Enthusiasmus und Elan wieder wett. Tatsächlich kann sich das Grenchner Angebot sehen lassen, insbesondere wenn man bedenkt, dass Städte wie Olten und Solothurn gleich mehrere bezahlte Mitarbeitende in den Kampf um Attraktivität und Kunden schicken kann. So hat sich Grenchen zum Beispiel zum grössten Anbieter von geführten Schneeschuh-Wanderungen im Jura entwickelt. Etwas liegt Christoph Siegrist besonders am Herzen: «Noch sind längst nicht alle touristischen Leistungserbringer Mitglied bei Grenchen Tourismus. Das müsste sich dringend ändern.»