Von wegen Januarloch. Dieses wird im Duden beschrieben als «Periode besonders geringer geschäftlicher, politischer, kultureller o. ä. Aktivität im Januar eines Jahres».

Nichts los also in unserer Stadt zu Beginn des Jahres? Vergessen Sie es. Im Gegenteil. Bereits erfreute das Neujahrskonzert zahlreiche Besucherinnen und Besucher, im «Feel Good Music Bistro» und «im Rössli-Pub» heizten Solokünstler mit modernen Rhythmen ein, zahlreiche Gigs folgen.

Und es geht weiter so: Die öffentliche Kulturpreis-Verleihung steht an, die Fasnächtler übernehmen die Macht, indem sie den Stapi in die Wüste (oder sonst wo hin) schicken, die iranische Dichterin Kathy Zarnegin verzaubert mit orientalischer Fabulierkunst, Kurt Gilomen und Dago Cahannes erwarten illustre Gäste, die Neon-Show präsentiert zum zweiten Mal das Feeling der 80-er Jahre, die beiden Museen erfreuen mit gehaltvollen Ausstellungen, Kleintheater und Parktheater mit spannenden Produktionen, und, und, und.

Besonders gespannt ist der «Bummler» auf die Premiere von «Grenchen on Ice» mit der synthetischen Eisbahn unter dem Stadtdach. Übermorgen geht’s los. Der Schreibende wird sich zwar die Schlittschuhe selber nicht montieren, zu ernüchternd waren seine bisherigen Versuche.

Aber die Könner des Faches und solche, die es werden wollen, brauchen ja auch ein ermunterndes Publikum. Zudem ist dank der Zusammenarbeit der Stadt mit dem Webradio «Blitz» für Unterhaltung gesorgt und schliesslich soll es ja auch an wärmenden Getränken nicht fehlen. Genügend Gründe für einen Besuch.

Wer nun trotz all des Gebotenen noch müssige Zeit hat, dem empfehle ich, sich im «Differenzler» zu üben. Diese Jass-Art wir bekanntlich beim «Donschtig-Jass» des Schweizer Fernsehens gespielt, bei welchem ein Grenchner Team im Sommer gegen eine Auswahl aus Balsthal antritt. Bei einem Sieg würde der Marktplatz Austragungsort einer Live-Sendung.

Der Differenzler hat in Grenchen durchaus seine Tradition. Der «Bummler» mag sich an Hochburgen des Geschehens wie «Sport» oder «Bahnhöfli» erinnern, bei denen allerdings der zu leistende Einsatz seine Zocker-Gelüste in die Schranken wies. Üben geht heute einfacher. Im Internet finden sich genügend Möglichkeiten, auch gratis seine Fähigkeiten zu schärfen.

Schliesslich gratuliert der «Bummler» der Firma «Titoni AG» zum hundertjährigen Bestehen. Das Familienunternehmen ist eines der wenigen noch verbliebenen, das sich im grossen Schweizer Uhrenmarkt seine Unabhängigkeit bewahrt hat.

Auf der Webseite des Unternehmens lässt es sich trefflich in der Geschichte des Unternehmens stöbern. Es kommt übrigens nicht von ungefähr, dass die Firma im Zusammenhang mit kulturellen Aktivitäten genannt wird. Sie und ihr Geschäftsführer Daniel Schluep unterstützen nämlich seit Jahren grosszügig das kulturelle Schaffen auch in Grenchen.