Grenchen
«Nicht füttern!»: Stadt weist auf richtigen Umgang mit Tauben hin

Gibt es in der Stadt Grenchen zu viele Tauben? Die Stadtverwaltung sieht kein Problem, gibt aber hier einige Informationen zum Verhalten der Tiere und zum richtigen Umgang.

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zvg

Sporadisch beschweren sich bei der Stadtverwaltung Grenchen Einwohnerinnen und Einwohner über Tauben. «Unter anderem wird eine hohe Anzahl der Tiere beklagt, welche in der Stadt für Verschmutzung sorgen, aber auch falsche Schutzmassnahmen an Gebäuden, durch welche die Vögel verletzt werden», heisst es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Darin wird festgehalten, dass aus Sicht der Stadtverwaltung die Taubenpopulation in Grenchen verhältnismässig und im Vergleich mit anderen Städten aber kein gravierendes Problem darstellt.

Die Stadtverwaltung weist auf einige Informationen zum richtigen Umgang mit Tauben hin.

Oberstes Gebot: Nicht füttern

Gemäss verschiedenen Studien sei das Nahrungsangebot der entscheidende Faktor für die Grösse einer Taubenpopulation. Die Taubenfütterung führe zu einem übermässigen Anwachsen der Populationen.« Das von Menschen verteilte Futter (wie z.B. altes Brot) tut den Tauben nicht gut, es schadet ihnen», heisst es. Es sei meist einseitig, arm an Mineralstoffen und Vitaminen.

Bei übergrossen Populationen komme es bei Tauben zu Stress, Krankheiten und Parasiten (Taubenzecken, Flöhe, Wanzen und Blutmilben). «Diese machen nicht nur die Tauben schwächer oder krank, sondern dringen auch aus den Nistplätzen in die menschlichen Wohnungen ein und können die Menschen befallen», betont die Stadtverwaltung.

Auch Taubenkot sei schädlich. Neben der Verunreinigung an sich, entwickelt sich ein Nährboden für Schimmelpilze und greift die Substanz von Häusern und Denkmälern an.

Bis zu acht Mal erfolgreich brüten

Tauben sind Schwarmtiere. In der Natur können sie sich so besser schützen und sind bei der Futtersuche erfolgreicher. Für die Nester suchen sie sich gerne dunkle Öffnungen, Nischen und Winkel. Brüten können die Tauben theoretisch über das ganze Jahr, doch überwiegend passiert dies im Frühling und im Sommer.

Ein Taubenpaar kann pro Jahr bis zu acht Mal erfolgreich brüten und etwa zwölf Jungvögel aufziehen. Die Population wächst aber nicht dementsprechend an, da viele Jungvögel Krankheiten oder Räuber wie Katzen, Mardern, Krähen oder Falken zum Opfer fallen.

Stadtwildhüter schaut wegen Regulierung

Die Regulierung (Einsammeln, Reduzieren) in Grenchen liegt im Aufgabenbereich des Stadtwildhüters. Gebäude können mit verschiedenen Taubenabwehrsystemen geschützt werden. Dabei müssen die Tierschutzgesetzgebungen eingehalten werden.

Der Gebäudeschutz ist grundsätzlich Sache der Hauseigentümer. «Zur Regulierung der Taubenpopulationen können die Einwohner selbst einen Beitrag leisten, indem sie die Tiere nicht füttern», wird wiederholt. (mgt)

Weitere Informationen zu Taubenpopulationen, zu Abwehrmassnahmen und empfehlenswerten Methoden sind auf den Seiten des Schweizer Tierschutzes STZ zu finden.