Gemeinderat Grenchen
Grenchen könnte mit Abwärme aus ARA und Grenchenbergtunnel heizen

Mit der Wärmerückgewinnung aus der ARA und aus dem Wasser aus dem Grenchenbergtunnel liesse sich ein Fünftel der Stadt heizen. Auch die Industrie könnte noch Wärme liefern.

Andreas Toggweiler
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Die ARA könnte noch Abwärme liefern.

Die ARA könnte noch Abwärme liefern.

Grenchner Tagblatt

In Grenchen wird zurzeit im Jahr 252 Gigawattstunden (GWh) Energie zur Wärmeerzeugung für zu Hause und am Arbeitsplatz verbraucht. Der Entwurf des überkommunalen Richtplans Grenchen-Büren kommt zum Schluss, dass allein mit der Wärmerückgewinnung aus der ARA und aus dem konstant 14 Grad aufweisenden Wasser aus dem Grenchenbergtunnel rund ein Fünftel dieses Bedarfs gedeckt werden könnten.

«Auch die Industrie wäre eine weitere ergiebige Wärmequelle», betonte Bruno Hoesli vom Planungsbüro Planar, der am Dienstagabend dem Gemeinderat diesen Richtplan vorstellte. Er zeigt auf, wo überall in der Stadt durch Rückgewinnung, Wärmeverbünde, Blockheizkraftwerke, Erdsonden, Solarthermie etc. Wärmeenergie eingespart bzw. effizienter genutzt werden kann.

Das Ziel des Planes ist, dass in der Region Grenchen-Büren bis 2035 30 Prozent weniger Wärmeenergie verbraucht und diese zu 60 Prozent erneuerbar erzeugt wird. Wasser aus ARA und Tunnel könnte überdies im Sommer auch zu Kühlzwecken eingesetzt werden.

François Scheidegger leitete am Dienstagabend seine erste Gemeinderatssitzung.

François Scheidegger leitete am Dienstagabend seine erste Gemeinderatssitzung.

Oliver Menge

«Solche Überlegungen und Ziele sind für eine Energiestadt wie Grenchen wichtig», meinte Alex Kaufmann seitens der SP-Fraktion. Er vermisste aber die Pläne für eine Fernwärmeleitung aus der Kebag Zuchwil. Diese bezeichnete Hoesli allerdings als nicht zielführend. Die Distanz sei zu gross, insbesondere wenn sich unterwegs keine weiteren Abnehmer fänden. Der Richtplan Energie, der dereinst Behördenverbindlichkeit erlangen soll, wird zurzeit in den Repla-Gemeinden vorgestellt und soll zu einem späteren Zeitpunkt von den Gemeinden beschlossen werden.

Ja zu Gestaltungsplan

Nachdem die Überbauung «Hinzihöfli» an der Allmendstrasse am obersten Stadtrand vor einigen Jahren von den Anwohnern erfolgreich bekämpft wurde, unternimmt die Bauherrschaft einen neuen Anlauf mit einem neuen Projekt.

Scheidegger: «Wir stehen in hartem Standortwettbewerb»

«Zu meinem Amtsantritt habe ich eine Pendenzenliste mit 120 Positionen erhalten», sagte der neue Ratsvorsitzende François Scheidegger in seiner Antrittsrede. Darunter seien zwar viele kleine Geschäfte, aber auch einige «grosse Brocken». Frisch, und ohne auf die Wahlen zu schielen, könne man diese nun anpacken. Dies allerdings im Bewusstsein, dass die finanziellen Ressourcen eher knapper werden und Grenchen in einem harten Wettbewerb stehe als Wirtschafts-, Wohn- und Einkaufsstandort. Grenchen müsse sich auf seine Stärken besinnen. «Es gibt genügend andere, die unsere Stadt schlechtreden oder neue Ideen von Anfang an nur kritisieren. Wichtig sei, beim politischen Diskurs auf der Sachebene zu bleiben und demokratische Entscheide zu respektieren. «Denn letztlich wollen wir alle dasselbe, nämlich das Beste für Grenchen.»(at.)

Laut Stadtbaumeister Claude Barbey ist dieser mit vier terrassenartigen Gebäuden «bedeutend besser gelungen». Insbesondere werde dem Aussichtsschutz der Nachbarn wesentlich besser Rechnung getragen. «Die bereits erfolgte Mitwirkung hat gezeigt, dass die Akzeptanz hoch ist», so Barbey. Dies galt auch für den Gemeinderat, der der Überarbeitung des Gestaltungsplans «Hinzihöfli» einstimmig zustimmte.

Schluss mit Bring-und-hol-Tag

Kurzen Prozess machte der Gemeinderat ferner mit dem Bring-und- hol-Tag und folgte damit einem Antrag der Baudirektion. Die seit 1994 regelmässig durchgeführte Aktion beim Werkhof erfülle ihren Zweck nicht mehr und werde von Gruppen missbraucht, welche alles brauchbare Material sofort abtransportierten. Übrig bleibe nur noch schlechte Ware. «So macht es keinen Sinn mehr», meinte Barbey. Zudem werde Brauchbares heute oft effizienter in InternetBörsen verhökert.

Der Gemeinderat hat am Dienstag im Weiteren diverse Wahlgeschäfte vorgenommen. In den Wirtschaftsrat wurden auf Antrag von Stadtpräsident François Scheidegger folgende Personen gewählt: Erich Blösch, Jürg Kaufmann, Walter Sahli, Walter Schürch, Lukas Walter und Heinz Westreicher. Von Amtes wegen dabei sind neben dem Stadtpräsidenten René Goetz, (Delegierter der Wirtschaftsförderung), Claude Barbey, Karin Heimann (Leiterin Kantonale Wirtschaftsförderung) sowie der Leiter Standortmarketing Kultur und Sport (vakant).

In die Pensionskassenkommission wurden gewählt: Alfred Kilchenmann, Walter Schürch (beide SP), Raphael Pilloud (FDP), Bruno Borer (SVP) und Ulrich Decker (BDP).

Der Gemeinderat hat schliesslich den Rücktritt von Boris Banga aus dem Gemeinderat formell genehmigt und Kenntnis genommen, dass für die SP Clivia Wullimann als ordentliches Mitglied nachrutscht, bzw. Alfred Kilchenmann als weiteres Ersatzmitglied.