Die 83-jährige Dewoitine D 26 mit der Immatrikulation HB-RAG 286 ist eines von 26 baugleichen Flugzeugen dieses Typs, die zwischen 1931 und 1936 in Thun gebaut wurden. Das Flugzeug war lange für die Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Am 14. Januar 1957 kam die Dewoitine nach Grenchen und wurde von der Segel- und Motorfluggruppe als Schleppflugzeug eingesetzt – sechs Jahre lang, bis sie sich bei einem Startabbruch überschlug und nicht mehr flugtüchtig war.

Eine Odyssee begann, denn die Segel- und Motorfluggruppe schenkte das ramponierte Flugzeug der Stadt Grenchen. Diese übertrug die Maschine der Stiftung Museum Grenchen und diese vermachte das Flugzeug dem Luftwaffenmuseum Dübendorf, das die Maschine in Interlaken restaurieren liess. Sechs ehemalige Mitarbeiter der Luftwaffe investierten 11'000 Stunden in die Maschine. 2008 wurde sie an einen privaten Sammler verkauft.

Taufe der Dewoitine auf den Namen «Stadt Grenchen»

Taufe der Dewoitine auf den Namen «Stadt Grenchen»

Der Verein «Hangar 31» initiiert durch den Aviatik-Journalisten, Piloten und ehemaligen Kantonsratspräsidenten Peter Brotschi, machte es sich zum Ziel, das Flugzeug zu erwerben und wieder nach Grenchen zu holen. Dank einem Beitrag des Lotteriefonds des Kantons, Spenden und einem Kredit der Spar- und Leihkasse Bucheggberg gelang das Vorhaben, die Dewoitine ist wieder in Grenchen. Und wie es der Brauch will, wurde die Maschine am Donnerstagabend im Beisein von rund 150 Gästen und Flugbegeisterten auf den Namen «Stadt Grenchen» getauft.

Stadtpräsident François Scheidegger gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass jetzt nebst einem Jet der neusten Generation, dem Airbus 320 der Swiss gleichen Namens auch eines der ältesten noch flugtüchtigen Flugzeuge den Namen der Stadt trägt. Er freue sich auf den Start des Motors – mit einem baugleichen Motor hatte Charles Lindbergh die Strecke New York - Paris Nonstop zurückgelegt – und den unvergleichlichen Sound.

Landammann Roland Heim überbrachte die besten Glückwünsche der Regierung und gratulierte – ganz in Fliegermanier – zur Initiative und Durchhaltewillen der privaten Initianten. Anwesend war übrigens auch sein Götti, der 81-jährige Hans Schaller, der selber als Segelflieger die Dewoitine als Schleppflugzeug erlebt hatte.

Taufpatin war Sophie Sutter, die 11-jährige Enkelin von Chefpilot Paul Misteli, der anschliessend eine Demonstration in der Luft gab. «Grenchen ist um ein Kulturdenkmal reicher», sagte Brotschi. Nun wolle man den 100. Geburtstag erreichen und das alte Flugzeug für künftige Generationen erhalten. (om)