Gemeinderat
Grenchen investiert weiter in seine Schulen

Notgedrungen aber doch genehmigt der Gemeinderat die schulische Heilpädagogik im Kindergarten. Damit bleiben die Grenchner Schulen für künftige Herausforderungen durch die integrative Schulung gewappnet.

Patrick Furrer
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Ab Sommer wird die Heilpädagogik versuchsweise in den Kindergarten eingebunden.

Ab Sommer wird die Heilpädagogik versuchsweise in den Kindergarten eingebunden.

Kefalas/Keystone

Die spezielle Förderung in der Schule sorgt auch in Grenchen einmal mehr für engagierte Diskussionen. Zähneknirschend musste der Gemeinderat Kredite von knapp 630 000 Franken bewilligen, um die Schulen bis 2014 als Vergleichsschule mit dem Zusatz der schulischen Heilpädagogik im Kindergarten zu führen.

Das Thema wurde kontrovers diskutiert. Anna Duca (SP) meinte: «Investitionen in spezielle Förderung zahlen sich langfristig aus.» Befremdet reagierten FDP, SVP und auch CVP. «Ja, Bildung ist wichtig», sagte Ivo von Büren (SVP), «aber so werfen wir das Geld zum Fenster hinaus. Das ist Wahnsinn.»

Dreijähriger Schulversuch

Als befremdlich wird empfunden, dass der Gemeinderat im Januar bereits Geld für einen einjährigen Versuch der Heilpädagogik im Kindergarten bewilligt hat. Die Ergebnisse abzuwarten, geht aber nicht. Nach dem Gemeinderatsentscheid im Januar die Heilpädagogik im Kindergarten einzuführen, hat der Kanton im Februar einen dreijährigen Schulversuch verfügt. Die strategischen Behörden müssen entscheiden, ob die Schule integrativ als Versuchsschule oder separativ als Vergleichsschule angeboten wird.

Aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses im Januar startet Grenchen im Schuljahr 2011/12 als Vergleichsschule (Kleinklassen bleiben bestehen) mit der Heilpädagogik im Kindergarten. Beim erneuten Geschäft ging es darum das Angebot im 2. und 3. Jahr des Schulversuchs zu beschliessen. «Der Kanton verlangt, dass wir jetzt eine Richtung beschliessen», erklärte Jacqueline Bill seitens der Geschäftsleitung der Schulen Grenchen. Die Gemeinden müssen sich bis September 2011 entscheiden.

Zwar ist die schulische Heilpädagogik nur optional, aus Sicht der Schule ist es aber wichtig, weiter in den Kindergarten zu investieren. Nach langem Hin und Her gab der Gemeinderat nach. Weil man ohnehin nichts zu entscheiden habe, da der Kanton alles vorgebe, bewillige man die Kredite. Die Schulen werden also bis 2014 als Vergleichsschulen mit Klein- und Einführungsklassen weitergeführt, hinzu kommt die Heilpädagogik im Kindergarten.

SWG zieht zum Südbahnhof

Die SWG will ihren Betrieb zentralisieren und entlang der Brühlstrasse einen neuen Gewerbebau mit Betriebsareal bauen. Für seine Pläne hat der Energieversorger einen Gestaltungsplan erarbeiten müssen. Diesem stimmte der Gemeinderat am Dienstag zu. Das südliche Drittel des Areals will die SWG bebauen, die nördlichen zwei Drittel sollen verkauft werden. Die Pläne der SWG auf dem Südteil erachtet die Baudirektion als unterstützungswürdig, die vorhandene Gasannahmestelle muss aber umplatziert werden.

Erst wenn die Altlasten beseitigt sind, lässt sich das Grundstück verkaufen. Bereits aber hat sich ein Investor gemeldet, der sich offenbar vorstellen kann, auf dieser für die Stadt wichtigen Parzelle eine Wohnüberbauung zu realisieren.