Stadtbummel Grenchen
Grenchen – ganz heiss

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
Merken
Drucken
Teilen
Hitzebammel bei der Zwinglikirche.

Hitzebammel bei der Zwinglikirche.

Oliver Menge

«Take it easy», fordert mich mein Tischventilator auf. Vielleicht haben Sie auch schon so ein Gadget? Es lässt sich am USB-Port des Computers betreiben und sorgt auf dem Schreibtisch zumindest für rudimentäre Abkühlung. Gleichzeitig projizieren LEDs auf dem Ventilatorflügeln solche unnötigen Sprüche. Auch wenn der Ventilator natürlich recht hat. Was bleibt einem sonst, ausser «take it easy». Viel mehr kann man gegen die Hitze ja nicht tun, ausser die Einstellung ihr gegenüber ändern.

Das hilft schon viel, wie ich gemerkt habe: Freude haben daran, mit allen zusammen zu ächzen und zu jammern und sich gleichzeitig auf die nächste Abkühlung in der Badi freuen. Endlich genug Wasser trinken, weil auch der Durst von selber kommt. Ohne Schamröte in kurzen Hosen ins Büro gehen.

Vor lauter Hitze ganz errötet ist kürzlich hingegen der Mond. Oder ärgerte er sich, weil ihm jemand vor der Sonne stand? Etwas vermisst hat man dabei die Möglichkeit, die Jurasternwarte auf dem Grenchenberg zu besuchen. Die Sterngucker, die sonst immer mal wieder zu «Tagen des offenen Daches» einladen, wollten für das Jahrhundertereignis offenbar unter sich bleiben. Oder fürchteten sie sich vor allzu viel Publikum?

Bereits einen Hitzschlag hatte die Zwinglikirche. Zwar fielen die Glocken dort in den letzten Monaten öfters mal aus dem Takt. Nun hat es sie aber ganz schwer erwischt. Heiliger Bimbam! Letzten Samstagabend wollte das Einläuten des Sonntags nicht mehr aufhören. Offenbar fand sich die längste Zeit niemand, der das amoklaufende Ding abstellen konnte. Nicht mal das Herausdrehen der Hauptsicherung habe geholfen, heisst es. Ruhe herrschte nach «geschlagenen» 80 Minuten erst, als zusätzlich die Sicherungen aller vier Glocken oben im Turm ausser Gefecht gesetzt waren.

Freude dürften diese Woche Haustiere gehabt haben, weil aufgrund des Feuerwerksverbotes die ganze private Knallerei am 1. August ausgeblieben ist. Richtig schön wars, nach der Feier draussen zu «höckle» und die Tropennacht zu geniessen. Daran könnte man sich gewöhnen. Feuerwerkfans können ja an Silvester alles nachholen.

Zu guter Letzt gibts heute auf dem Marktplatz auch noch heissen Sound. Fast zwölf Stunden lang wird auf zwei Bühnen gerockt, dass die Stadt nur so erbebt. Soll keiner sagen, wir Grenchner könnten der Hitze nichts abgewinnen.