Grenchen
«Es ist ein guter Anlass, dann läuft etwas in der Stadt»: Cüpli Samstag bringt ein Stück Normalität zurück

Der vom Grenchner Gewerbeverband organisierte Cüpli Samstag lud zum Verweilen und Austauschen ein.

Nadine Schmid
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«Feiner Champagner», findet Lilian Götschi aus Bettlach, eine Kundin vom McOptic Grenchen. Sie hat sich zusammen mit ihrem Partner anlässlich des elften Grenchner Cüpli Samstags einen Apéro vor dem Laden gegönnt. Auf dem Marktplatz herrscht reges Treiben. Etliche sind dabei, ihre Einkäufe zu erledigen oder gemütlich etwas zu trinken. Und auch die Musikschüler rüsten sich für ihre Konzertreihe.

Der Geschäftsführer von McOptic Vittorio Palazzo freut sich, dass der Cüpli Samstag stattfindet: «Der Anlass ist ja für uns etwas sehr Besonderes, denn wir haben ihn bei seiner ersten Ausgabe im Jahr 2011 mitiniziert, damals bei unserer Neueröffnung. Es ist schön, denn so kommt man gemütlich zusammen.»

Genauso Freude haben die Gäste und die Betreiber der vier anderen Geschäfte, die in diesem Jahr beim Anlass mitmachen. Bei allen führt der für den Anlass traditionelle rote Teppich in den Laden. Neben Champagner werden auch andere Getränke sowie Apéro-Gebäck angeboten. Heuer machen deutlich weniger Betriebe beim Cüpli Samstag mit. Für ein paar sei es unmöglich gewesen, den Anlass unter diesen Bedingungen zu organisieren, wie es auf Anfrage heisst.

«Schön, wie viele Leute die Möglichkeit genutzt haben»: Stephan Buser, Geschäftsführer von Digirama über den Cüpli Samstag.

Nadine Schmid

Die fünf Betriebe schlugen sich durchs Jahr

Die beiden teilnehmenden Optik-Geschäfte sind gut durchs Corona-Jahr gekommen. «Auch wenn nicht alles einfach war, haben McOptik hat es sehr gut gemeistert. Brillen braucht es immer und so durften wir auch immer offen haben. Bei uns hat sich der Betrieb eigentlich schon im letzten Herbst normalisiert», erklärt Palazzo. Seither durfte man wieder gleich viele Termine wie vor Corona vergeben. «Uns wurde zudem viel abgenommen, da wir intern viel Rückendeckung bekommen haben.» Bei Martin Banz von Banz Optik klingt es ähnlich: «Nur während des ersten Lockdowns war es schwierig. Da hatten wir offen, aber es kam niemand.»

Auch das Digirama durfte offen haben und nur einen kleinen Teil des Sortiments verkaufen, aber immerhin, sagt Geschäftsführer Stephan Buser. «Und liefern und montieren war erlaubt, so auch Heim- und Telefonberatung.» Aber natürlich habe es Einbussen gegeben und Buser selbst ist froh darüber, dass er Reserven anzapfen konnte.

Auch Philipp Röhrich, der Stellvertretende Geschäftsführer von Wirth Sport erzählt, wie das Geschäft durch die Krise gekommen ist: Sie hätten dank der Skisaison Skier vermieten dürfen. Und durch den guten Winter hätte man dann doch kein so schlechtes Geschäft gemacht, obschon der Laden zu war. Finanziell hätte man es aber doch gespürt. «Und es war umständlicher: Die Kunden nahmen die Ware heim, probierten sie zu Hause aus und brachten sie zurück.» Auch betonen mehrere, dass sie gut von Behörden und den jeweiligen Verbänden unterstützt worden seien.

Normalität kehrt zurück

Inzwischen ist der Umsatz bei vier der fünf Betriebe ungefähr wie vor Corona. Auch bei Wirth Sport. Röhrich: «Als es aufging, hatten wir sogar tendenziell mehr verkauft als vor der Pandemie, dann spürten wir das schlechte Wetter. Inzwischen zieht es wieder an.»

Nur bei der Metzgerei Guex ist es nicht wie vorher: «Wir beliefern eigentlich viele grössere Anlässe. Solange diese nicht stattfinden können, verkaufen wir deutlich weniger», erklärt Roland Guex. Komme dazu, dass man nur drei Leute auf einmal in den Laden lassen könne. Das mache auch die Durchführung des Cüpli Samstags nicht ganz so einfach. Die Gäste können nicht gut drin verweilen, sondern müssten nach draussen und man selbst könne nicht mit ihnen gehen, da man bedienen müsse.

Dennoch: «Wir haben immer mitgemacht und es ist einfach eine gute Sache.». Und Röhrich bläst wie alle der Teilnehmenden ins gleiche Horn: «Wenn der Gewerbeverband etwas organisiert, machen wir mit. So läuft etwas in der Stadt.»