Live-Talksendung
Grenchen erhält mit «Ganz unger üs» einen neuen Feierabend-Talk

Sie wollen den Grenchnern wieder etwas Spezielles bieten: Kurt Gilomen und Dagobert Cahannes lancieren eine Live-Talksendung im Centro.

Oliver Menge
Drucken
Teilen
Kurt Gilomen und Dagobert Cahannes planen eine neue Veranstaltungsreihe im Centro. Unter dem Titel «Ganz unger üs» sind Talks mit Prominenten und Musikern geplant.

Kurt Gilomen und Dagobert Cahannes planen eine neue Veranstaltungsreihe im Centro. Unter dem Titel «Ganz unger üs» sind Talks mit Prominenten und Musikern geplant.

Oliver Menge

Zwei Chappeli-Tüfel wollen es wissen: Ab Oktober wollen Kurt Gilomen und Dagobert Cahannes ausgewählten Gästen jeweils am zweiten Mittwoch des Monats in einer lockeren Talkrunde auf den Zahn fühlen. «Wir sind schliesslich nicht einfach so Chappeli-Tüfel geworden», sagt Dagobert Cahannes mit einem Augenzwinkern. Der ehemalige Speaker bei sportlichen Grossanlässen, Regierungssprecher des Kantons Solothurn und, und, und, ist nun im Unruhezustand, wie er sagt. «Es muss einfach etwas laufen», sagt er. Darum lancieren die beiden «Ganz unger üs».

Alte Zeiten neu verpacken

Ihm und womöglich vielen anderen Grenchnerinnen und Grenchnern sei das «Grenchner Rendez-vous» noch sehr gut in Erinnerung, bei dem er zusammen mit Teddy Buser den Puls von Grenchner und anderen Prominenten gefühlt habe. «In Anlehnung an dieses doch damals sehr erfolgreiche Format, das wir jeweils am Sonntagmorgen durchgeführt haben, wollen wir wieder etwas auf die Beine stellen. Der Grenchner Bevölkerung mit «Ganz unger üs» wieder etwas Spezielles bieten.»

Ein Anliegen, das Cahannes mit Kurt (Moos) Gilomen teilt. «Mich interessiert es einfach, von interessanten Menschen etwas zu erfahren, das nicht schon alle wissen. Das heisst, wir werden sicherlich Leute zum Gespräch einladen, die auch etwas zu erzählen haben, ein interessantes Leben hatten und so weiter», so Gilomen. Sie beide seien in völlig unterschiedlichen «Welten» zu Hause. Und beide seien sie «Schnurris», die sich ja auch gerne mal gegenseitig anzünden würden.

Zwei so unterschiedliche Gesprächsleiter mit Gästen an einem Tisch – wie muss man sich das vorstellen, und ist da ein Scheitern nicht schon vorprogrammiert? Eben gerade nicht, sagen beide unisono. Denn gerade das mache den Reiz ja aus, dass man auch die unterschiedlichen Interessen berücksichtige und abdecke.

Dementsprechend würden sich auch die Gesprächsteilnehmer unterscheiden. «Meine Welt ist die Musik», sagt Gilomen. «Von daher liegt es auf der Hand, dass ich Leute aus meinem Umfeld an den Tisch bitte, Musiker wie den legendären Jacky, das Solothurner Rock ’n’ Roll-Urgestein, der hat Geschichten zu erzählen ohne Ende.» Auch George, der über ein bewegtes Leben berichten könne, komme infrage und noch viele mehr.

Politik: Ja, aber ...

Wie steht es mit Politikern? «Grundsätzlich wollen wir keine Wahlkampfveranstaltungen durchführen», sagt Cahannes. «Politisch darf es aber durchaus werden. Denn schliesslich wollen wir auch Themen besprechen mit unseren Gästen, die der Bevölkerung unter den Fingernägeln brennen. Und da kommt man ja wohl um Politik nicht herum». Aber es sollen keine Streitgespräche stattfinden, ergänzt Gilomen. Viel lieber wolle er dem Publikum etwas aus dem Privatleben der Leute präsentieren. Einige Gesprächspartner wurden schon angefragt und sie haben spontan zugesagt. So zum Beispiel die beiden bereits erwähnten Musiker Jacky und George. Aber auch Molekularkoch Rolf Caviezel hat sich bereit erklärt, dem Publikum einige Geheimnisse anzuvertrauen oder über seine neusten Projekte zu berichten.

Noch nicht definitiv klar ist der Rahmen, in dem das Ganze stattfinden wird. Sicher ist die Location, das Centro, dessen Wirt sich spontan bereit erklärt hat, bei diesem Projekt mitzumachen. Sicher ist auch, dass kein Eintritt erhoben werden soll. Stattdessen ist man auf der Suche nach Sponsoren. Pro Talk rechnet Gilomen mit Kosten für Technik und Werbung von rund 500 Franken. «Ideal wäre, wenn wir Sponsoren finden würden, die bereit wären, eine Saison lang die Talks zu finanzieren, beispielsweise.» Noch nicht klar, aber höchstwahrscheinlich, werden die Talks von Radio Blitz in einem Live-Stream gesendet.

«Das Ganze ist ein Experiment, ein Versuch, mehr nicht. Wir wollen schauen, ob es sich realisieren lässt und was für ein Echo wir erhalten. Je nachdem entscheiden wir, ob wir das Experiment weiterführen, oder ob wir es sterben lassen.» So oder so: Beide haben keine Ahnung, ob das bei den Grenchnerinnen und Grenchnern zieht, ob das die Leute überhaupt interessiert. «Man muss so einen Versuch einfach durchziehen. Erst dann weiss man, ob man jetzt gescheiter oder gescheitert ist.»