Grenchen
Der Gemeinderat genehmigt Rechnung 2020, die mit deutlichem Plus abschliesst

Die Rechnung des vergangenen Jahres fiel fast 6 Millionen Franken besser aus als budgetiert. Der Ertragsüberschuss wird für Vorfinanzierungen verwendet.

Oliver Menge
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Jahresrechnung und Verwaltungsbericht 2020 der Stadt Grenchen.

Jahresrechnung und Verwaltungsbericht 2020 der Stadt Grenchen.

Oliver Menge

Der Gemeinderat der Stadt Grenchen befasste sich an seiner gestrigen Sitzung unter anderem mit der Rechnung 2020. Diese fiel um 5,832 Millionen Franken besser aus als budgetiert. Als Grund gab die Finanzverwaltung Abweichungen beim Steuerertrag der natürlichen Personen und bei Sondersteuern an.

Sowohl bei den ­natürlichen Personen als insbesondere auch bei den Quellensteuern waren die Einnahmen höher als budgetiert. Bei den juristischen Personen fiel der Steuerertrag allerdings tiefer aus als budgetiert. Gegenüber dem Budget fielen auch die Nettoinvestitionen um 1,32 Millionen höher aus als budgetiert: Die Ausgaben von 13,013 Mio. Fr. und Einnahmen von 1,145 Mio. Fr. waren um 1,44 Mio. respektive 0,14 Mio. Fr. höher als budgetiert.

Intensives Jahr punkto Investitionen

«Es war ein intensives Jahr, was die Investitionen betrifft», meinte Finanzdirektor David Baumgartner in seiner Präsentation. Insbesondere bei der Sportinfrastruktur wurde viel investiert: Die beiden Kunstrasenfelder beim Brühl, die eine Million ans Turnerstadion, eine halbe Million für den Skilift und 200000 Franken für die Badi. Auch bei den Strassen inkl. Leitungsersatz gab man Geld aus: Alleine die Sanierung der Dählenstrasse kam auf eine Million zu stehen. Die InstreamRevitalisierung des Witibach schlug mit 500000 Franken zu Buche.

Der Ertragsüberschuss von 6,315 Mio. Fr. wird für Vorfinanzierungen verwendet: 1,5 Mio. für die Sanierung des Stadthauses, höhere Personalkosten bei der Baudirektion von 250000 Franken, 3,3 Mio. Fr. für den Bereich Bildung – 2,5 Mio.Fr. für die Vorfinanzierung des Neubaus beim Schulhaus Kastels. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 174 Millionen Franken, das Eigenkapital beträgt 74,5 Mio. Franken. Grenchen verzeichnet somit drei positive Rechnungsabschlüsse in Folge. Finanzdirektor David Baumgartner hielt aber fest, dass er nicht damit rechne, für 2021 eine ebenso positive Rechnung präsentieren zu können, denn die Auswirkungen von Corona seien schlicht nicht abzuschätzen.

Grenchen hat die grössten Schulen und dementsprechend hohe Kosten

Die Fraktionen im Gemeinderat dankten unisono den Steuerzahlern. Sogar die SVP zeigte sich «angenehm überrascht» über das gute Resultat, verpasste es jedoch nicht, den Mahnfinger zu heben: «Wir müssen sparen», sagte SVP Gemeinderat Ivo von Büren. Und GLP-Gemeinderätin Nicole Hirt gab ihrer Besorgnis darüber Ausdruck, dass sich der Steuerertrag bei den Juristischen Personen faktisch halbiert habe. Dieser Einbruch sei geradezu beängstigend. Zu den hohen Kosten beim Personal wurde darauf hingewiesen, dass Grenchen mit Abstand über die grössten Schulen im Kanton verfügt, was auch hohe Verwaltungs- und Personalkosten nach sich ziehe. Ein Vergleich mit anderen Gemeinden oder Städten sei schwierig, weil nicht überall dasselbe Angebot bestehe oder vergleichbare Zahlen herbeigeführt werden können. Der Gemeinderat genehmigte die Rechnung 2020 einstimmig.

In wenigen Monaten geht der 17. Kindergarten auf

Der Gemeinderat bewilligte auch einstimmig den Kindergarten im Bachtelen (vergleiche gestrige Ausgabe). SP-Gemeinderätin Angela Kummer bezeichnete das Projekt als «Super», sie erachtete die Lösung als ideal. CVP-Gemeinderat Peter Brotschi stellte Gesamtschulleiter Hubert Bläsi die etwas provokative Frage, wie es sein könne, dass man von plötzlich auftretenden Schülerzahlen dermassen überrascht werde, zumal die Einwohnerkontrolle ja ziemlich genaue Angaben über die Bevölkerung haben. Bläsi erklärte den plötzlichen Bedarf mit der örtlichen Massierung. «Die bestehenden Kindergartenklassen waren schon ziemlich voll. Als im April die Anmeldungen kamen, wurden wir durch die Menge im Lingerizquartier überrascht und mussten reagieren.» Dank der guten Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren habe man die Vorlage innert drei Tagen realisieren können.

Nicole Hirt von der GLP schlug vor, wenn es einen 18. Kindergarten brauche, eventuell einen Waldkindergarten in Betracht zu ziehen. Und um Kosten zu sparen, schlug sie vor, statt neuer Spielsachen anzuschaffen, sich nach Occasionen umzusehen. Bläsi erklärte, dass es sich hier nicht um Spielsachen an sich, sondern um Lehrmittel gehe und es nicht ratsam sei, gebrauchte Ware anzuschaffen. Sogar die SVP stimmte dem Kindergarten zu, wenn auch nur «zähneknirschend», wie Fabian Affolter von der SVP sagte.

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