Gemeinderat
Grenchen bekommt eine neue Bibliothek

Der Gemeinderat hat am Dienstag dem Ausführungskredit von 1 Mio. Fr. zum Umbau der Alten Turnhalle zu einer Bibliothek zugestimmt.

Andreas Toggweiler
Drucken
Teilen
Die Alte Turnhalle Grenchen soll umgebaut werden und künftig die Stadtbibliothek beherbergen.

Die Alte Turnhalle Grenchen soll umgebaut werden und künftig die Stadtbibliothek beherbergen.

Oliver Menge

Der Entscheid fiel einstimmig. Im kantonal denkmalgeschützten Gebäude an der Lindenstrasse soll eine Galerie eingezogen werden, um Raum für Bücher, Arbeitsplätze, ein Bistro etc. bereitzustellen. Die Bibliothek ist heute im Schulhaus I untergebracht. Eine Analyse hatte 2012 gezeigt, dass dort die Räume den Anforderungen einer Stadtbibliothek für 17'000 Einwohnern, die zunehmend auch zur Mediathek ausgebaut wird, nicht mehr genügen. Die Bauarbeiten beginnen im September, die Bibliothek soll gemäss Zeitplan im Mai 2019 eröffnet werden.

Laut Gesamtschulleiter Hubert Bläsi ist die Bibliothek für die Stadt und insbesondere die Schule eine wichtige Institution. Das Projekt, über das schon einige Zeit diskutiert wurde, kam richtig in Fahrt, als der Schulraum knapp wurde. Der frei werdende Raum im Schulhaus 1 kann jetzt für Schulküchen genutzt werden, die entsprechenden Räume in den Schulhäusern Eichholz und Halden stehen neu für Unterricht zur Verfügung.

Das Geschäft war im Gemeinderat unbestritten. Verschiedentlich wurde der Aufruf laut, die neue Infrastruktur auch für Begegnungen und kulturelle Aktivitäten zu nutzen. Für die drei Sportvereine, welche die Halle noch nützten, seien Lösungen gefunden, «wenn auch wahrscheinlich noch keine Definitiven», wie Mike Brotschi, Sport-verantwortlicher der Stadt meinte.

Koordinator Thomas Gfeller orientierte die Gemeinderäte über das weitere Vorgehen beim Strategieprojekt «Kompass Stadtentwicklung». Aus den Ideen aus mehreren Workshops wurden vier mögliche Strategien für die Stadt Grenchen erarbeitet: ein «Abbauszenario» mit gleichzeitiger massiver Steuersenkung auf unter 100 Prozent, zwei Szenarien mit Fokus «Leben» bzw. «Wirtschaft» und ein «Aufbruchszenario» mit Investitionen auf breiter Front. An zwei weiteren Workshops muss sich der Rat auf ein konsistentes Vorgehen einigen. «Sie sind jetzt aufgefordert mit diesen Szenarios gedanklich zu spielen und dann einen strategischen Entscheid zu fällen», sagte Gfeller.

So sieht es drinnen aus Info-Anlass Umbau der Alten Turnhalle zur Stadtbibliothek Im Bild:

So sieht es drinnen aus Info-Anlass Umbau der Alten Turnhalle zur Stadtbibliothek Im Bild:

Oliver Menge

100 Prozent gefordert

Um Strategien ging es auch bei der Vernehmlassung zur Steuervorlage 17 (Unternehmenssteuerreform). «Wir verlangen eine 100-prozentige Gegenfinanzierung der Einnahmenausfälle durch den Kanton. Eine Lösung mit nur 95 Prozent kann sich Grenchen nicht leisten», gab Stadtpräsident François Scheidegger den Tarif durch. Das industrielastige Grenchen rechnet nämlich mit Einnahmenausfällen von 2,5 Mio. Fr., was von allen Fraktionssprechern als nicht hinnehmbar bezeichnet wurde. Die Vernehmlassung, die der Argumentation des Einwohnergemeindeverbands folgt, wurde vom Rat ebenfalls einstimmig verabschiedet.

Einmal mehr Widerstand von linker Seite sowie von der GLP-Vertreterin löste die Vorlage zur Neuorganisation der Schulverwaltung nach der Pensionierung der jetzigen Stelleninhaberin Maya Karlen aus. Die Stelle soll aufgehoben und durch die Funktion «Leiter/in Dienste» mit tieferer Einstufung ersetzt werden, die aber weiterhin Verantwortung für insgesamt 9 schulnahe Bereiche von der Schulsozialarbeit über die Kitas, das Ferienheim bis zu den Hauswartdiensten tragen soll.

Irritationen löste ein Mail der scheidenden Stelleninhaberin aus, welche die Reorganisation kritisierte. «So etwas wäre in der Privatwirtschaft undenkbar, diese Diskussionen können wir uns einfach nicht mehr leisten, wenn wir etwas auf unser Image halten», ärgerte sich Konrad Schleiss (FDP) darüber. Dennoch wurde ein Antrag von Angela Kummer (SP) aufgenommen, dass die konkrete Reorganisation dem Rat nochmals vorgelegt wird.

Ferner hat der Gemeinderat:

- das Zukunftsbild Grenchen-Lengnau-Bettlach zur Kenntnis genommen;

- eine Motion von Angela Kummer zur Musikschule mit 11: 4 Stimmen lediglich als Postulat überwiesen und dabei erfahren, dass die Christa Vogt, langjährige Leiterin der Musikschule gekündigt hat;

- den Bericht der offenen Jugendarbeit zur Kenntnis genommen;

- Alper Dümen für die SP in dieBbau- und Planungskommission gewählt;

- Sandra Sieber für den zurückgetretenen Patric Schild für die FDP in die Jugendkommission gewählt.

Aktuelle Nachrichten