Schulhaus Eichholz
Grenchen befindet über 8,25-Millionen-Sanierung vom Eichholz

Am 17. Juni entscheiden das Grenchner Stimmvolk über die erste Etappe der Sanierung des Grenchner Schulhauses Eichholz. Für 8,25 Millionen Franken sollen Aula, Turnhalle West und den Mitteltrakt mit 13 Klassenzimmern saniert werden.

Oliver Menge
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Hochbauchef Jürg Vifian ist von der Notwendigkeit der Sanierung des Schulhaus Eichholz überzeugt.

Hochbauchef Jürg Vifian ist von der Notwendigkeit der Sanierung des Schulhaus Eichholz überzeugt.

Oliver Menge

Das Schulhaus Eichholz ist einer der letzten grossen Brocken, welcher die Stadt bei der Sanierung ihrer Schulhäuser bewältigen muss. Von den drei Quartierschulhäusern der Stadt Grenchen ist das Schulhaus Eichholz das grösste.

Die Anlage wurde in den Jahren 1958 bis 1960 erstellt und 1973 mit dem Osttrakt erweitert. Seit dem Bau wurde sie – im Gegensatz zu den Schulhäusern Kastels (1998) und Halden (2003 bis 2007) – noch nie einer Gesamtsanierung unterzogen. Die Anlage umfasst 20 Klassenzimmer, zwei Turnhallen, eine Aula, sowie Spezialräume und eine Hauswartswohnung.

Komplette Sanierung kostet 14,5 Mio. Franken

Man schätzt, dass die komplette Sanierung etwa 14,5 Millionen Franken kostet. Da eine Investition dieser Grösse im schwierigen finanziellen Umfeld kaum tragbar ist, sprachen sich die Behörden für eine Etappierung des Projekts aus.

Die erste Etappe der vorgesehenen Sanierung, betrifft den älteren Teil, die Anlage West, also Aula, Turnhalle West und den Mitteltrakt mit 13 Klassenzimmern. Die Kosten hierfür betragen 8,25 Mio. Franken. Gemeinderat und Gemeindeversammlung stimmten dem Projekt ohne Gegenstimme zu und der Gemeinderat empfiehlt dem Souverän, die Vorlage anzunehmen.

Laut Jürg Vifian, Chef Hochbau bei der Baudirektion, entspricht der Standard der Gebäude demjenigen, der in den Sechzigern üblich war. «Für eine Stadt wie Grenchen, die das Label Energiestadt trägt, ist die Sanierung dieser wertvollen, aber in puncto Energieeffizienz völlig ungenügenden Gebäude, absolut notwendig».

Die Isolation beispielsweise ist gleich Null – eine nur rund zwei Zentimeter dicke Korkschicht wurde damals zu Isolationszwecken eingebaut. Die Heizung im Klassentrakt verbraucht enorm viel Energie und kann nicht mehr reguliert werden. Deckenheizungen sorgen für heisse Köpfe und kalte Füsse, also für Kopfschmerzen und Erkältungen. Da im Gebäude auch Radiatoren vorhanden sind, die man behalten wird, kann die Deckenheizungen ausser Betrieb genommen werden.

Irreparable Schäden drohen

Der architektonisch wertvollen Anlage drohen Schäden, die nicht mehr zu beheben sind. Man will die gesamte Gebäudehülle erneuern. Das Mauerwerk besteht aus 12 bis 13 Zentimeter dicken, markanten roten Klinkersteinen, die an gewissen Stellen von unten her faulen und ungenügend verankert sind.

Das alte Mauerwerk wird komplett abgebrochen und neu aufgebaut: Statt der 12 Zentimeter-Steine wird es nur noch eine zwei bis drei Zentimeter dicke Klinkerverkleidung über der neuen Wärmeisolation geben. Das Betontragwerk soll eingepackt und mit einer Aussendämmung versehen werden.

Auch die Dächer, die zwar grösstenteils noch dicht sind, werden neu isoliert. Alle Fenster – mit Ausnahme derjenigen, welche bereits in den letzten Jahren ersetzt werden mussten, weil sie durchgerostet waren – werden erneuert. Die bestehende Ölheizung wird durch eine effiziente Gasheizung ersetzt.

Die Gebäude werden auf Minergie-Standard gebracht. Der Energieverbrauch sinkt auf etwa die Hälfte. Und das bedeutet eine jährliche Kosteneinsparung zwischen 35000 und 55000 Franken, schätzt die Baudirektion. Im Innenbereich wird die Haustechnik – elektrische Verkabelung und Beleuchtung – komplett ersetzt. In der Turnhalle gibt es eine neue Lüftung und die sanitären Einrichtungen werden ersetzt.

Im Zug der Sanierung wird das Gebäude Erdbebensicher

Die Sek-1-Reform bringt auch neue Nutzungsbedürfnisse: Im Schulhaus Eichholz wird es künftig nur noch Primarschulklassen mit integrativem Unterricht geben. Den neuen Anforderungen will man bei der Sanierung gerecht werden und einen Teil der Klassenzimmer und Vorräume zu Gruppenräumen umfunktionieren.

Alle Gebäude wurden auf ihre Erdbebensicherheit überprüft. Während Osttrakt, Turnhalle und Aula den Vorschriften genügen würden, wäre der Klassenzimmertrakt gefährdet: Das Gebäude wurde in Querrichtung konzipiert und könnte bei einem starken Erdbeben wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Man will es im Zug der Sanierung in der Längsrichtung versteifen und verankern, erklärt Vifian.

Wäre ein Neubau sinnvoller?

Grenchen braucht im Eichholz ein Schulhaus, das ist unbestritten. Der Rückbau der bestehenden Gebäude alleine würde zwei bis drei Millionen kosten, erklärt Jürg Vifian. Ein Neubau mit demselben Volumen würde auf 18 bis 20 Mio. Franken zu stehen kommen. Dazu kommt, so Vifian: «Die Schulanlage Eichholz West ist architektonisch wertvoll. Ein Abbruch würde auch unter diesem Aspekt keinen Sinn machen».

Stimmt der Souverän dem Vorhaben am 17. Juni zu, beginnen in einem Jahr die Bauarbeiten. Zuerst werden Aula und Turnhalle in Angriff genommen, danach der Klassentrakt. Man will innerhalb eines Schuljahres fertig sein. Die Schülerinnen und Schüler beziehen während der Zeit Provisorien.